Sonntag 7.Juni 2026

FDP-Politikerin Seehofer stellt sich hinter Kubicki – Strack-Zimmermann arbeitet weiter gegen neuen Parteichef

4. Juni 2026 | Kategorie: Politik

Susanne Seehofer am 30.05.2026
Foto: via dts Nachrichtenagentur

Berlin – Nach dem turbulenten Bundesparteitag der FDP stellt sich die bayerische FDP-Politikerin Susanne Seehofer klar hinter den neuen Bundesvorsitzenden Wolfgang Kubicki.

Gleichzeitig sorgt die unterlegene Herausforderin Marie-Agnes Strack-Zimmermann mit öffentlichen Angriffen und parteiinternen Manövern für anhaltenden Unfrieden. „Wolfgang Kubicki ist klar gewählter neuer Bundesvorsitzender der FDP“, sagte Susanne Seehofer dem „Spiegel“. Jetzt sei es Aufgabe aller in der Partei, ihn zu unterstützen, damit die FDP wieder Erfolg habe.

Vor dem Parteitag hatte sich die 35-Jährige noch als Fan von Strack-Zimmermann zu erkennen gegeben. Dennoch mahnte sie eindringlich zur Geschlossenheit: Wer jetzt weiter „Öl ins Feuer gieße“ und parteiinternen Streit ohne Not betone, habe nicht verstanden, worum es gehe – nämlich um nicht weniger als das Überleben der Partei.

Seehofer wurde auf dem Parteitag mit dem zweitbesten Ergebnis erneut ins Präsidium gewählt. Sie ist die Tochter des früheren CSU-Chefs und bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer.

Strack-Zimmermanns Kampfkandidatur und Angriffe gegen Kubicki

Marie-Agnes Strack-Zimmermann hatte Kubicki auf dem Bundesparteitag am vergangenen Wochenende überraschend herausgefordert und war mit knapp 40 Prozent der Stimmen unterlegen.

Kubicki setzte sich mit rund 60 Prozent durch. Kritiker werfen Strack-Zimmermann vor, heimlich hinter Kubickis Rücken eine Kandidatur vorbereitet und positioniert zu haben. Auch nach der Abstimmungsniederlage arbeitet die Europaabgeordnete weiter gegen den neuen Parteichef.

So trat sie beispielsweise gemeinsam mit dem Grünen-Politiker Anton Hofreiter in der ntv-Sendung „Pinar Atalay“ auf und nutzte die Plattform für deutliche Kritik und Spitzen in Richtung Kubicki.

Strack-Zimmermanns Vorgehen wird in größeren Teilen der FDP als destabilisierend wahrgenommen. Während Seehofer und andere auf Geschlossenheit drängen, setzt die unterlegene Kandidatin ihre öffentliche Konfrontationslinie fort.

Kubicki selbst hatte nach der Wahl versöhnliche Töne angeschlagen, doch die anhaltenden Angriffe belasten den Neustart der Partei. Die FDP befindet sich nach schweren Wahlniederlagen in einer existenziellen Krise.

Ob der neue Vorsitzende Kubicki die Partei trotz interner Grabenkämpfe stabilisieren kann, hängt maßgeblich davon ab, ob es gelingt, weitere parteiinterne Querelen zu beenden. Susanne Seehofer machte klar: Die Kraft der Liberalen sollte jetzt nach außen gerichtet werden auf die Überzeugung von Wählern und die Auseinandersetzung mit politischen Gegnern. (dts Nachrichtenagentur/red)

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