
Die EZB. Foto: dts Nachrichtenagentur
Frankfurt am Main – Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins erhöht. Das teilte die Notenbank am Donnerstag nach ihrer Ratssitzung in Frankfurt mit.
Dementsprechend liegen der Zinssatz für die Einlagefazilität sowie die Zinssätze für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte und für die Spitzenrefinanzierungsfazilität bei 2,50 Prozent, 2,65 Prozent beziehungsweise 2,90 Prozent.
„Der Konflikt im Nahen Osten erzeugt weiterhin Inflationsdruck, und die Inflation dürfte für einen längeren Zeitraum deutlich über unserem Zielwert bleiben“, teilten die Notenbanker mit. Der heutige Beschluss unterstreiche „die Entschlossenheit des EZB-Rats, seine Geldpolitik so auszurichten, dass sich die Inflation auf mittlere Frist beim Zielwert von zwei Prozent stabilisiert“.
Die Fachleute der EZB gehen im Basisszenario der neuen Projektionen davon aus, dass die durchschnittliche Gesamtinflation 2026 bei 3,0 Prozent, 2027 bei 2,5 Prozent und 2028 bei 2,1 Prozent liegen wird. Bei der Inflation ohne Energie und Nahrungsmittel wird im Basisszenario von 2,5 Prozent für 2026, 2,6 Prozent für 2027 und 2,3 Prozent für 2028 ausgegangen. Gegenüber Juni ist die Basisprojektion für die Inflation für 2026 unverändert, während sie für 2027 und 2028 nach oben revidiert wurde.
Die Basisprojektion der EZB-Experten für das Wirtschaftswachstum beläuft sich auf 0,9 Prozent für 2026, 1,4 Prozent für 2027 und 1,5 Prozent für 2028. Dies stellt eine Aufwärtsrevision für die Jahre 2027 und 2028 dar. Darin spiegele sich hauptsächlich wider, dass die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft des Euroraums stärker sei als erwartet, erklärte die Zentralbank.
Der Ausblick sei nach wie vor mit hoher Unsicherheit behaftet, wobei die Risiken für die Inflation aufwärtsgerichtet und für das Wirtschaftswachstum abwärtsgerichtet sind, hieß es. Je nach Intensität und Dauer des Energieschock zeigen die von den Fachleuten aktualisierten Szenarien ein breites Spektrum von mögliche Folgen für Wachstum und Inflation.
Mit dem heutigen Beschluss sieht sich der EZB-Rat „weiterhin gut positioniert, um die durch den Konflikt verursachte Unsicherheit zu bewältigen“. Man werde den geldpolitischen Kurs abhängig von der Datenlage und von Sitzung zu Sitzung anpassen. „So werden die Zinsbeschlüsse des EZB-Rats auf seiner Beurteilung der Inflationsaussichten und der damit verbundenen Risiken, vor dem Hintergrund aktueller Wirtschafts- und Finanzdaten, sowie der Dynamik der zugrunde liegenden Inflation und der Stärke der geldpolitischen Transmission basieren“, teilte die Notenbank mit. Der EZB-Rat lege sich nicht im Voraus auf einen bestimmten Zinspfad fest. (dts Nachrichtenagentur)
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