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Ekel auf der Schultoilette: Wörther Grundschulen im Kampf gegen Verschmutzung

Foto: Dammschule Wörth.

Wörth – Urin neben dem Becken, Papier im Klo, manchmal sogar Kot auf dem Boden: Verschmutzte Schultoiletten sorgen an den Grundschulen in Wörth immer wieder für Ärger.

Trotz regelmäßiger Reinigung und umfangreicher Sanierungen bleibt die Situation vielerorts unbefriedigend. Die Stadt Wörth weist darauf hin, dass Sauberkeit nicht allein eine Frage der Ausstattung sei, sondern vor allem des Verhaltens der Nutzer.

Nach Angaben der Stadt fallen an den Grundschulen jährlich rund 65.000 Euro für Reinigung, Reparaturen und Verbrauchsmaterialien in den Sanitäranlagen an. Die Kosten tragen letztlich die Steuerzahler.

In den vergangenen Jahren wurden die Schultoiletten in Wörth zudem für rund 670.000 Euro saniert. Ein Beispiel ist die Anlage der Dammschule [1], die im September 2025 übergeben wurde. Die modern gestalteten Räume mit freundlichen Tiermotiven an den Kabinentüren kamen bei den Kindern zunächst gut an.

Doch die Hoffnung, dass neue Toiletten automatisch zu mehr Sauberkeit führen, hat sich nicht erfüllt. „Die neuen Toiletten riechen durch Verunreinigungen jetzt schon wieder, als wären sie 30 Jahre alt“, sagt Silke Seilstorfer, Leiterin der Grundschule Dorschberg.

Auch an der Dammschule sah sich die Schulleitung kürzlich gezwungen, über das zentrale Informationssystem eine deutliche Nachricht an alle Eltern zu verschicken. Darin ging es um Sauberkeit und das Verhalten der Kinder auf den Toiletten.

Kontrollmaßnahmen statt Unterricht?

Schulleitungen, Lehrkräfte und Stadtverwaltung beschäftigen sich regelmäßig mit dem Problem. Um die Situation zu verbessern, greifen Schulen teilweise zu ungewöhnlichen Maßnahmen: Mancherorts dürfen Kinder nur zu zweit zur Toilette gehen. Teilweise werden Listen geführt, wer wann die Toilette benutzt hat, um mögliche Verursacher eingrenzen zu können.

Eltern werden informiert und eingebunden, das Thema wird in Klassen- und Schulversammlungen besprochen. „Manchmal wird es sogar zum Unterrichtsthema“, berichtet Andreas Gensheimer, Leiter der Tullaschule in Maximiliansau.

Foto: Grundschule Dorschberg

Für die Beseitigung der Verschmutzungen sind neben dem Reinigungspersonal auch die städtischen Hausmeister zuständig. Doch auch Lehrkräfte investieren Zeit: Sie sprechen mit einzelnen Schülern oder Klassen über Vorfälle, informieren Eltern und begleiten Maßnahmen. Zeit, die dann im Unterricht für andere Themen fehlt.

Alle ekeln sich, aber keiner will´s gewesen sein

Nach Einschätzung der Schulen hat sich die Haltung mancher Kinder verändert. Häufig heiße es, andere hätten sich ebenso verhalten, dann könne man das auch tun. Gleichzeitig fehle teilweise das Bewusstsein dafür, welche Arbeit hinter der Reinigung steckt.

Um das Verantwortungsgefühl zu stärken, werden an manchen Schulen wieder sogenannte Müllsammeldienste eingeführt. Dabei achten Kinder mit Greifzangen auf Sauberkeit auf dem Schulhof und im Außenbereich.

Die Stadt Wörth appelliert deshalb an die Eltern, das Thema auch zu Hause anzusprechen und ihre Kinder zu entsprechendem Verhalten anzuhalten. Denn das Prinzip sei eigentlich einfach: Wer eine Toilette benutzt, sollte sie so hinterlassen, wie er sie selbst vorfinden möchte.

Foto: Dammschule

 

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