
Neustadter Rathaus
Bildquelle: AfD-Fraktion Neustadt
Neustadt. Die Zahl der Einbürgerungsanträge in Neustadt an der Weinstraße hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Das geht aus der Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage der AfD-Fraktion im Stadtrat hervor.
Im Jahr 2023 wurden 150 Einbürgerungsanträge gestellt, 2024 waren es 273 und 2025 bereits 326. Damit hat sich die Zahl der Anträge innerhalb von zwei Jahren mehr als verdoppelt. Bis zum 30. Juni 2026 gingen weitere 188 Anträge ein.
Bei den tatsächlich erfolgten Einbürgerungen zeigt sich ein ähnlicher Trend: 2023 wurden 137 Personen eingebürgert, 2024 waren es 125 und 2025 dann 200. Im ersten Halbjahr 2026 kamen 112 weitere Einbürgerungen hinzu.
Bei den Herkunftsländern steht Syrien seit Jahren an der Spitze. 2023 wurden 72 syrische Staatsangehörige eingebürgert, 2024 waren es 46 und 2025 insgesamt 76. Auch im ersten Halbjahr 2026 lag Syrien mit 17 Einbürgerungen erneut auf dem ersten Platz.
Deutlich wird zudem das Verhältnis zwischen EU-Bürgern und Drittstaatsangehörigen. Von den 200 Einbürgerungen im Jahr 2025 entfielen 170 auf Drittstaatsangehörige und 30 auf EU-Bürger (85 Prozent). Im ersten Halbjahr 2026 waren 103 von 112 Eingebürgerten Drittstaatsangehörige (rund 92 Prozent).
Zum Stichtag 31. Juli 2026 waren zudem 493 Einbürgerungsverfahren noch nicht abschließend bearbeitet. Eine rückwirkende Auswertung der Bestandsentwicklung zu den Stichtagen Ende 2023, 2024 und 2025 ist der Verwaltung nach eigenen Angaben aufgrund der eingesetzten Fachsoftware nicht möglich.
Die Entwicklung fällt in einen Zeitraum, in dem das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht reformiert wurde. Mit der Reform von 2024 wurde die reguläre Mindestaufenthaltszeit von acht auf fünf Jahre verkürzt und Mehrstaatigkeit grundsätzlich ermöglicht.
Die zeitweise mögliche Einbürgerung nach drei Jahren bei besonderen Integrationsleistungen wurde später wieder abgeschafft; seit dem 30. Oktober 2025 gilt grundsätzlich wieder eine Mindestaufenthaltszeit von fünf Jahren.
Die AfD-Fraktion Neustadt sieht in den Zahlen Anlass für eine kritische Debatte über den Stellenwert der deutschen Staatsangehörigkeit. Sie betont, dass der deutsche Pass nicht zu einer Formalität werden dürfe und Einbürgerung das Ergebnis erfolgreicher Integration bleiben müsse. Die Fraktion kündigte an, die weitere Entwicklung der Einbürgerungszahlen weiterhin kritisch zu begleiten und von der Stadtverwaltung Transparenz zu Antragszahlen, Herkunftsländern und offenen Verfahren zu verlangen.