
Kreisel Hochstadt am 5. Oktober 2026
Quelle: Pfalz-Express/Ahme
Hochstadt. Wer in diesen Tagen auf der viel befahrenen Pendlerstrecke der B272 unterwegs ist, dem stechen sie sofort ins Auge: Handwerker und Baumaschinen inmitten des großen Kreisels vor den Toren der Gemeinde Hochstadt.
Lange Zeit glich das im Jahr 2019 eingeweihte Bauwerk einer kargen Schotterwüste – doch das ändert sich jetzt grundlegend. Die finale Phase der Kreiselgestaltung hat begonnen und schenkt dem Ortseingang mit einer auffallenden Skulpturenlandschaft ein völlig neues Gesicht. Pünktlich zur Vorbereitung auf das große 1250-jährige Dorfjubiläum im Jahr 2027 erhält die Gemeinde damit ihr neues optisches Aushängeschild.
Drei gotische Fenster als symbolischer Blickfang
Wer die Baustelle beobachtet, erkennt bereits das Herzstück der neuen Anlage: Drei große, künstlerisch gestaltete Bögen, die im Zentrum des Kreisverkehrs thronen. Diese Bauelemente basieren auf einem damaligen Ideenwettbewerb der Bürger und haben tiefgehende historische Wurzeln:
• Historischer Bezug: Die Form der gotischen Fenster ist dem historischen Eingangsportal der Kirche des ehemaligen Klosters Haimbach nachempfunden. Sie schlagen damit eine Brücke zur jahrhundertealten Geschichte Hochstadts.
• Das Material: Die Konstruktion setzt auf Langlebigkeit und Charakter. Verwendet wurden markante, witterungsbeständige Baustoffe, die sich optisch perfekt in die südpfälzische Architektur einfügen und eine klare visuelle Barriere im Kreiselzentrum bilden.
• Die Rebzeile für die Weinbautradition: Flankiert werden die Fenster von einer symbolischen Rebzeile (analog zu der am bekannten Winzerturm), die für die tief verwurzelte Weinbau-Tradition Hochstadts steht, welche urkundlich bis ins Jahr 770 zurückreicht.

Quelle: Pfalz-Express
Pflegeleichte Wohlfühloase: Die Bepflanzung
Umrahmt wird das Kunstwerk von einem durchdachten, ökologischen Landschaftskonzept. Die Planer haben sich bewusst gegen eine reine Schotterfläche und für eine lebendige Naturinsel entschieden:
• Insektenfreundlich und bodenständig: Angesät wird eine bodenständige, extensive Gras- und Staudenvegetation, die speziell auf Trockenresistenz ausgelegt ist. Die ausgewählten Pflanzen kommen hervorragend mit den teils extremen, heißen Sommern auf der offenen Asphaltfläche zurecht.
• Nachhaltig & pflegeleicht: Die Kombination sorgt dafür, dass nach dem Anwachsen kaum zusätzliche Bewässerung oder aufwendige Pflege durch den kommunalen Bauhof nötig ist.
Investition in die Gemeinde: Was kostet die Umgestaltung?
Die optische Aufwertung im Innenbereich des Kreisels wird von der Ortsgemeinde getragen, die hierfür eine strukturierte Kalkulation aufgestellt hat. Nachdem der eigentliche Bau des Verkehrsknotenpunkts im Jahr 2019 rund 2,1 Millionen Euro gekostet hatte, fließen nun die separat veranschlagten Gelder in das Designprojekt, welches auch als Basis für das neue offizielle Logo der 1250-Jahrfeier dient.
Die Verantwortlichen im Gemeinderat betonten im Vorfeld, dass man eine wirtschaftlich vernünftige Lösung gewählt hat. Durch die robusten, wartungsfreien Materialien und die pflegeleichte Vegetation bleiben die langfristigen Ausgaben für die Gemeindekasse überschaubar.
Geduld im Berufsverkehr gefragt
Da die Arbeiten im laufenden Betrieb stattfinden, müssen Autofahrer und Berufspendler temporär mit leichten Einschränkungen und einer angepassten Verkehrsführung rechnen. Das Endergebnis dürfte die kurzen Verzögerungen jedoch schnell vergessen machen: Hochstadt erhält ein repräsentatives Entree, das Geschichte und Moderne verbindet und Vorbeifahrenden im Gedächtnis bleibt.

Quelle: Pfalz-Express
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