
Symbolfoto Pfalz-Express, KI-erstellt
RLP. Private Kleinvermieter bilden die größte Gruppe auf dem Mietwohnungsmarkt in Rheinland-Pfalz. Nach Daten des Zensus 2022 vermieten sie 846.144 Wohnungen.
Das entspricht nahezu 82 Prozent des Mietwohnungsbestands im Land. Haus & Grund-Landesverbandsdirektor Ralf Schönfeld stellt fest, dass diese Gruppe trotz ihrer Bedeutung vergleichsweise wenig Beachtung finde. Private Vermieter seien größer, vielfältiger und gesellschaftlich relevanter als oft angenommen. Sie ließen sich nicht pauschal als wohlhabende Anleger beschreiben.
Im laufenden Mietverhältnis erhöhten sie die Miete seltener als gewerbliche Vermieter. Der Verband sieht Risiken für das Angebot an Mietwohnungen durch geplante Mietrechtsverschärfungen auf Bundesebene sowie zusätzliche Mieterschutzregelungen der Landesregierung.
Eine Vermieterbefragung 2026 von Haus & Grund Rheinland-Pfalz zeigt: 62,3 Prozent der befragten privaten Vermieter halten es für wahrscheinlich, ihre Vermietungstätigkeit ganz oder teilweise aufzugeben und Wohnraum zu verkaufen, falls die diskutierten Regulierungen umgesetzt werden.
Bezogen auf die 846.144 privat vermieteten Wohnungen entspricht dies einer Größenordnung von bis zu 527.148 Wohnungen – rund 50,88 Prozent aller Mietwohnungen im Land. Schönfeld betont, dass selbst ein Teilrückzug eine erhebliche Entwicklung darstelle. Zusätzliche Mittel für die soziale Wohnraumförderung allein reichten nicht aus, da Sozialwohnungen nur einen Bruchteil des Bestands ausmachten.
Die Zahl von nahezu 530.000 Wohnungen sei keine Prognose tatsächlicher Verkäufe, zeige jedoch den Anteil des Bestands, der durch weitere Regulierungen potenziell nicht mehr angeboten werden könnte.
Wer Wohnraum zur Verfügung stelle, benötige Rechtssicherheit. Private Vermieter seien keine anonymen Großkonzerne, sondern Bürger. Mehr bezahlbarer Wohnraum erfordere Investitionsanreize statt zusätzlicher Regulierung.
Die Politik solle die Heterogenität der privaten Kleinvermieter stärker berücksichtigen.
Investitionsverhalten privater Vermieter
Die Regionalauswertung Rheinland-Pfalz der aktuellen Haus & Grund-Vermieterbefragung weist auf eine zurückhaltende Investitionsbereitschaft hin. Viele Kleinvermieter verfügen nach eigenen Angaben nicht über ausreichende Eigenmittel, vermeiden hohe Verschuldung und sehen administrative Anforderungen als Hürde. 19,2 Prozent planen die Nutzung von Förderprogrammen für energetische Sanierungen, 14,3 Prozent für erneuerbare Energietechnologien.
62,2 Prozent beabsichtigen keine Inanspruchnahme staatlicher Förderung. 64,4 Prozent setzen bei Investitionen vor allem auf Eigenkapital. Nur 16,9 Prozent finanzieren überwiegend über Kredite, 14,8 Prozent nutzen Eigenkapital und Kredite zu gleichen Teilen.
Als größtes Hemmnis für Modernisierungen nennen 67,1 Prozent die fehlende Rentabilität. Weitere häufig genannte Faktoren sind komplizierte mietrechtliche Anforderungen (35,9 Prozent), bürokratische Hürden (35,1 Prozent), hohes Alter (21,2 Prozent), Einsprüche in der Eigentümergemeinschaft (10,8 Prozent) und Widerstände von Mietern (10,2 Prozent). Lediglich 11,3 Prozent sehen keine Hindernisse.
Nach Einschätzung des Verbands scheitern Investitionen im privaten Mietwohnungsbestand häufig nicht an grundsätzlicher Ablehnung, sondern an wirtschaftlichen Unsicherheiten, regulatorischer Komplexität und bürokratischen Belastungen. Schönfeld fordert verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen, praktikable Förderinstrumente und rechtssichere Verfahren.

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