Mittwoch, 25. November 2020

Die Lounge im Weinkontor Edenkoben – Gemeinschaftsgefühl und kulturelle Events dürfen nicht verschwinden

Wirt Willy Koch: „Möchte lebendigen Betrieb führen“

30. August 2019 | 2 Kommentare | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße

Schönes Ambiente – doch es gibt Probleme mit der Verwaltung.
Foto: red

Edenkoben. Die Lounge im Weinkontor hat sich in dem Jahr ihres Bestehens nicht nur kulinarisch, sondern auch kulturell zu einem Kleinod in Edenkoben entwickelt. Die monatlichen „Weinstrassen Sessions“ und weitere musikalische Events begeisterten die Menschen aus dem Ort und weit darüber hinaus.

Nun gab es vor wenigen Monaten einen behördlichen Erlass, dass sämtliche musikalischen Veranstaltungen umgehend zu unterlassen seien, da sich einzelne Personen in der Nachbarschaft dadurch belästigt fühlen.

Die Möglichkeit, ein entsprechendes Gutachten über die Lautstärke der Live-Veranstaltungen erstellen zu lassen, wurde nicht gegeben. Zeitgleich wurde durch die zuständige Behörde angeordnet, dass nur noch 32 Sitzplätze im Außenbereich genutzt werden dürfen. Als Argument wird angeführt, dass dies im Bebauungsplan so ausgewiesen sei, einem Bebauungsplan, der dem Wirt der Lounge, Willy Koch, vor Unterzeichnung des Pachtvertrags nicht vorgelegt wurde.

Nachdem inzwischen das kulturelle Programm in der Lounge neu ausgerichtet wurde und ab dem Spätsommer hochkarätige und unterhaltsame Lesungen geplant sind, hat die Lounge, wie auch weitere Gastrobetriebe, mit der aktuellen Baustelle zu kämpfen, was weitere Umsatzeinbußen bedeutet.

Koch: „Ich verstehe, dass baulichen Maßnahmen durchzuführen sind, aber natürlich erschweren diese das Tagesgeschäft beträchtlich, besonders im Sommer“, erklärt Koch. „Die Lounge hat einen tollen Außenbereich, den wir nach der behördlichen Anordnung ohnehin nur noch eingeschränkt nutzen dürfen. Das Verbot der musikalischen Veranstaltungen hat uns außerdem sehr hart getroffen.

Eine Gastwirtschaft war bislang immer ein Ort des fröhlichen Verweilens, des Austauschs und der Gemeinsamkeit. Egal, ob zum Mittagessen in der Pause, einen kurzen Kaffee oder eben abends mit Familie, Freunden oder dem Verein. Früher ist man als Gastwirt mit den Familien im Ort richtig zusammengewachsen, von der Hochzeitsfeier bis hin zur goldenen Hochzeit und darüber hinaus.

Die aktuellen Entwicklungen öffnen die Orte immer mehr für Fast-Food-Ketten. Da ist es abends dann ruhig, aber es fehlt das Gemeinschaftsgefühl, die Verbundenheit im Ort. Wenn die kulturellen Veranstaltungen fehlen, werden die Menschen in die nächstgrößeren Orte weiterziehen, um etwas zu erleben; das schadet längerfristig dem Standort Edenkoben.“
Es gebe im Ort wohl auch Ausnahmen in der Gastronomie, bei denen den Gästen bis spät in die Nacht Programm geboten werden darf, auch im Außenbereich, erklärt Koch.

Die Lounge im Weinkontor unterliege hingegen strengsten Kontrollen: „Abends müssen wir die Türen schließen, auch wenn auf der Terrasse noch Gäste sind. Das erschwert beispielsweise das Abräumen ungemein. Insgesamt würde ich mir eine Gleichbehandlung aller Gastronomie-Betriebe wünschen und zwar dergleichen, dass jeder einen „lebendigen“ Betrieb führen darf, im Sinne einer kulturellen Vielfalt und eines freundschaftlichen Miteinanders im räumlichen Umfeld“, erklärt Koch weiter.

Das Team der Lounge ist trotzdem optimistisch gestimmt. „Wir genießen trotz der suboptimalen Voraussetzungen einen guten Zuspruch bei Einwohnern und Touristen und werden uns mit Herzlichkeit, gutem Service, Speisen und Getränken sowie originellen Veranstaltungskonzepten durchsetzen können“, sagt Willy Koch. (red)

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2 Kommentare auf "Die Lounge im Weinkontor Edenkoben – Gemeinschaftsgefühl und kulturelle Events dürfen nicht verschwinden"

  1. Demokrat sagt:

    Einfach mal den Landrat fragen, sollte helfen. Für den Wild- und Wanderpark macht sich die Verwaltung stark und möchte diesen übernehmen. So ein Weinkontor ist auch ein beliebtes Ausflugsziel und verdient jede Unterstützung durch den Landrat.
    Gleiches Recht für alle Ausflugsziele im Landkreis SÜW!

  2. Änner ausm Nirchendwo sagt:

    Da hat mal wieder so ein weltfremder Beördenheini den starken Arm spielen lassen, ohne Rücksicht auf kulturelles Wohlbefinden und/oder wirtschaftlichem Erfolg eines gut eingeführten und interessanten Unternehmens.

    Irgendwann haben wir nur noch irgendwelchen Ex-Lagerhallen-All U can eat-Mongolengrills und Amibullettenbuden am Ortsrand und dafür Totenstille im Stadtkern…..

    Schöne neue Welt….

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