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Deutschland als Wirtschaftsstandort im iGaming

Foto: pixabay.de © Pexels CCO Public Domain

Das iGaming ist ein Wachstumsmarkt mit großem Potenzial. Deutschland hat schon heute große Bedeutung für die Branche, muss allerdings noch in bestimmten Bereichen aufholen, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein und von dem boomenden Markt profitieren zu können.

Immer mehr Unternehmen werden sich des Potenzials bewusst, das im iGaming steckt. Mit GameUp! gibt es sogar eine regionale Initiative aus Rheinland-Pfalz. Dieser Artikel erklärt, welche Rolle das iGaming in Deutschland heute schon spielt, welche Weichen für die Zukunft noch gestellt werden müssen und welche Förderungen dabei helfen würden, die gewünschten Ziele zu erreichen.

Der Wirtschafsstandort Deutschland im Blick

Die Popularität von iGaming nimmt rasant zu. Das liegt daran, dass es ganz unterschiedliche Onlinespiele gibt, auf die Nutzer zurückgreifen können. Insbesondere Casino Spiele wie Poker, Roulette und Blackjack sind beliebt, es gibt aber auch andere Spielvarianten. Diese werden sowohl in den eigenen vier Wänden als auch über mobile Endgeräte genutzt, sodass eine große Zielgruppe zur Verfügung steht.

Der iGaming Markt in Deutschland ist noch vergleichsweise jung und hat daher großes Entwicklungspotenzial. Lange Zeit gab es keine Regulierungen zu dem Thema, weswegen aussagekräftige Zahlen begrenzt sind. Einer Studie zufolge hat der deutsche Online Glücksspielmarkt im Jahr 2020 jedoch einen Umsatz von etwa 3,3 Milliarden Euro erzeugt. Das würde bedeuten, dass der Online Glücksspielmarkt etwa 18% des gesamten Glücksspielmarkts in Deutschland ausmacht.

Im internationalen Vergleich ist der deutsche iGaming Markt etwa im Mittelfeld anzusiedeln. Würden die bestehenden Potentiale jedoch voll ausgeschöpft, könnte der Wirtschaftsstandort Deutschland [1] zu den großen Playern in diesem Segment gehören. Zurzeit sind es eher Großbritannien, Schweden und Malta, die sich in diesem Bereich besonders hervortun.

Auch die USA und Kanada haben das große Potenzial des iGamings für sich entdeckt und verschiedene Regelungen zur Legalisierung getroffen. Australien und Frankreich sind hingegen deutlich restriktiver als Deutschland. Eine wichtige Aufgabe besteht nun darin, eine optimale Gesetzgebung in Deutschland zu finden, um die Potenziale des iGamings nutzbar zu machen, ohne seinen Gefahren zu erliegen.

Eine Entwicklung in diese Richtung ist bereits festzustellen. So gibt es beispielsweise in Berlin, München und Köln zahlreiche Start-ups, die sich den modernen iGaming Technologien verschrieben haben und beispielsweise Gaming Software und Gaming Plattformen entwickeln. Hamburg ist ebenfalls ein Hotspot für das iGaming und bietet zahlreichen Unternehmen aus dieser Branche eine Heimat. Nicht zuletzt ist die Hochschule Trier im Bereich iGaming führend, da sie zu den größten Ausbildungsstandorten für Spieleentwickler in Deutschland gehört.

Förderung als zentraler Faktor

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Um den Wirtschaftsstandort Deutschland führend im Bereich iGaming zu machen, sind intensive Investitionen in die Branche notwendig. Einige Bundesländer gehen hier mit gutem Beispiel voran. Nordrhein-Westfalen investierte 2019 beispielsweise 2,7 Millionen Euro. Auf Platz 2 landete Bayern mit 2,5 Millionen Euro und Platz drei belegten Berlin Brandenburg mit 2,1 Millionen Euro.

Es gibt aber auch einige Bundesländer, die den Trend noch nicht erkannt haben und entsprechend keine Förderungen bereitstellen. Hierzu gehören Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen und Rheinland-Pfalz. Im Mittelfeld liegen hingegen Sachsen-Anhalt und Thüringen mit 950.000€, Baden-Württemberg mit 813.000€, Bremen und Niedersachsen mit 550.000€ und das Saarland mit 100.000€.

Mit den Förderungen der Bundesländer [2] werden sowohl kleine Start-ups als auch große Projekte und Blockbuster unterstützt. Hierfür werden Fördertöpfe bereitgestellt, um die interessierten Firmen bewerben können. Diese erhalten dann nach einer Prüfung ein zinsloses Darlehen, das sie nur dann zurückzahlen müssen, wenn ihr Projekt erfolgreich ist. Das Ziel dieser Förderprogramme besteht darin, neue Arbeitsstellen im iGaming Sektor zu schaffen, die mehr Geld einspielen, als ihre Schaffung gekostet hat.

Nachholbedarf bei Online Casinos

Online Casinos bestimmen den iGaming Markt mittlerweile maßgeblich mit. Hier werden einerseits ausgesprochen hohe Umsätze erwirtschaftet und andererseits große technologische und inhaltliche Innovationen geschaffen. Deutschland hat diesen Trend jahrelang verschlafen und stand Online Casinos eher skeptisch gegenüber. Lange Zeit wurden sie verboten und es gab keine deutschen Glücksspiellizenzen. Erst mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag ist dies anders geworden.

Aufgrund der jahrelangen Vernachlässigung hat Deutschland im Bereich Online Casinos einen hohen Nachholbedarf. Wirft man beispielsweise einen Blick auf ein unabhängiges Ranking der besten Online Casinos im März 2023 [3], wird deutlich, dass einige der beliebtesten Anbieter zwar über eine deutsche Glücksspiellizenz verfügen, aber nicht aus einer der einheimischen Ideenschmieden stammen. Will Deutschland wirklich zu einem Global Player im iGaming Sektor werden, muss sich da einiges tun.

ESports als starker Motor

ESports [4] sind ein wichtiger Teilbereich der iGaming-Branche. Sport als Massenphänomen wird hierbei auf die digitale Welt übertragen. Das findet nicht nur Anklang bei den Spielern selbst, sondern auch bei deren Fans. So schauten 2019 noch 197 Millionen Menschen mehr als einmal im Monat ein ESport Event und 200,8 Millionen einmal im Monat. 2022 schauten bereits 261,2 Millionen Menschen mehr als einmal im Monat zu und 270,9 Millionen einmal im Monat.

Bei den Einnahmen zeigt sich die Popularität von ESports ebenfalls. Wurden 2018 noch 746,4 Millionen Euro umgesetzt, so waren es 2022 bereits 1.384 Millionen. In Deutschland wurden 2020 127 Millionen Euro mit ESports umgesetzt, was unter anderem durch Werbung, Medienrechte, Ticketverkäufe und Merchandising erreicht wurde. Auch ESport-Wetten haben zu diesem Wert beigetragen. Auch hier landet Deutschland somit eher im Mittelfeld und könnte sein Potenzial noch viel besser nutzen.

GameUp! Rheinland-Pfalz soll die Branche bewegen

Rheinland-Pfalz muss bei der iGaming-Förderung zwar noch viel nachholen, trotzdem entwickeln sich hier bereits positive Tendenzen. So gibt es mit GameUp! beispielsweise eine erfolgreiche und interessante Initiative aus der Region. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, Netzwerke aufzubauen, die Sichtbarkeit des iGamings zu verbessern und Förderungen für interessante Projekte und Plattformen bereitzustellen. Dieses Ziel soll zusammen mit game erreicht werden, dem Verband der deutschen Games Branche.

Das langfristige Ziel ist es, den Wirtschaftsstandort Deutschland in Sachen iGaming zu stärken und dafür zu sorgen, dass viele erfolgreiche und lukrative Unternehmen der Branche von hier kommen.

Fazit

Die iGaming-Branche sieht einer positiven und prosperierenden Zukunft entgegen. Das ist allerdings nur durch gezielte Förderungen, gefördertes Wachstum und kreative Innovationen möglich. Deutschland muss jetzt aktiv werden, um von dieser Entwicklung zu profitieren und zu einem entscheidenden Player der Branche zu werden. Dann wird der Wirtschaftsstandort Deutschland von der iGaming Szene massiv profitieren.

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