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Corona möglicherweise aus Labor – AfD und FDP: Skandal, Untersuchungsaufschluss! SPD, Grüne, Linke wollen Informationen und Aufarbeitung

Corona-Test.
Foto: Pfalz-Express

Nach Medienberichten über eine Einschätzung des Bundesnachrichtendienstes (BND), dass die Corona-Pandemie vermutlich auf einen Laborunfall zurückzuführen sei, hat der frühere Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) jede frühere Kenntnis dieser Bewertung ausgeschlossen.

Ein Sprecher seines Abgeordnetenbüros erklärte auf Anfrage der „Welt“, dass Spahn „jene jetzt veröffentlichten Berichte über mögliche nachrichtendienstliche Erkenntnisse jenseits der aktuellen Berichterstattung weder damals kannte noch heute kennt“. Die sogenannte „Laborthese“ sei seit Februar 2020 immer wieder öffentlich diskutiert worden, und Spahn habe China wiederholt zur Transparenz aufgefordert.

Drosten: „These kann ich nicht bewerten“

Der Virologe Christian Drosten äußerte sich ebenfalls zu den BND-Vorwürfen. Im Podcast des Senders ntv betonte er, dass er die These eines Laborursprungs ohne wissenschaftliche Auswertung nicht bewerten könne.

„Egal ob ein Professor, ein Geheimdienst oder ein Politiker das behauptet, es sind nur Behauptungen“, sagte Drosten. Er verwies darauf, dass Untersuchungen zum natürlichen Ursprung des Virus wissenschaftlich fundiert und überprüft worden seien, während er für die BND-These kein „wissenschaftliches Gewicht“ sehe.

Drosten erklärte, dass er keinen Zugang zu den Rohdaten habe und ohne diese keine wissenschaftliche Analyse möglich sei. Er sei im Januar erstmals vom BND zu Besprechungen eingeladen worden, könne die Erkenntnisse aber nicht beurteilen, da ihm nur aufbereitete Ergebnisse ohne zugrundeliegende Daten vorgelegt worden seien. Eine wissenschaftliche Beurteilung erfordere Rohdaten, deren Analyse und Veröffentlichung, um einen offenen Diskurs zu ermöglichen – was hier nicht gegeben sei.

Politische Reaktionen

Die Berichte lösten politische Reaktionen aus. AfD-Chefin Alice Weidel sprach von einem „Skandal von enormer Tragweite“ und warf der Regierung vor, wider besseres Wissen ein falsches Narrativ verbreitet und Fakten unterdrückt zu haben, um „extreme politische Maßnahmen“ durchzusetzen. Sie forderte erneut einen Corona-Untersuchungsausschuss.

Ähnlich äußerte sich SPD-Fraktionsvize Ralf Stegner, der Aufklärung verlangte und betonte, die Öffentlichkeit habe ein Recht auf umfassende Informationen. Er wies darauf hin, dass es von Anfang an unterschiedliche Thesen zum Ursprung gegeben habe, diese aber während der Pandemie angesichts der Bewältigungsaufgaben weniger im Fokus standen.

Grünen-Politiker Konstantin von Notz, Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums, schloss sich der Forderung an und verlangte von Bundesregierung und Nachrichtendiensten umfassende Berichte über Zeitabläufe und Wissensstände. Sollte sich die Laborthese bestätigen, müsse die Wahrnehmung der Pandemie grundlegend überdacht werden, insbesondere mit Blick auf die teils drastischen Grundrechtseinschränkungen.

Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek unterstrich die Notwendigkeit einer ordentlichen Aufarbeitung und kritisierte, dass das Parlamentarische Kontrollgremium sich bereits 2020 mit den BND-Erkenntnissen hätte befassen müssen.

FDP-Politiker Wolfgang Kubicki bezeichnete die Vorgänge als Skandal und behauptete, Wissenschaftler, die die Labortheorie vertreten hätten, seien diffamiert worden. Er forderte eine Entschuldigung der Bundesregierung, den Rückzug verantwortlicher Politiker – explizit auch von Gesundheitsminister Karl Lauterbach – sowie einen Untersuchungsausschuss.

Kubicki argumentierte, dass Menschen, die als Verschwörungstheoretiker abgestempelt wurden, deren Thesen sich aber bewahrheiteten, zeigten, wo die „eigentlichen Schwurbler“ zu suchen seien. Beweise für die BND-Einschätzung liegen bislang jedoch nicht vor.

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