Freitag 9.Oktober 2026

CDU Edenkoben kritisiert AfD: „Kultur nicht nach Herkunft sortieren“

12. September 2026 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße

Edenkoben
Foto: Emanuel Döringer

Edenkoben. In Sachsen-Anhalt fordert die AfD, die öffentliche Kulturförderung künftig vorrangig auf Kunst und Kultur zu beschränken, die zur „deutschen Identitätsfindung“ beiträgt.

„Antideutsche“ Kunst soll nach dem Willen der Partei keine Steuermittel mehr erhalten. Ein entsprechender Antrag im Landtag scheiterte zwar, die Position ist jedoch klar: Kunstfreiheit bedeute kein Recht auf Förderung. Öffentliches Geld solle dem Zusammenhalt und dem Selbstbewusstsein der eigenen Bevölkerung dienen, nicht deren Infragestellung.

In den meisten Ländern sei es üblich, nationale Kultur gezielt zu stärken – die derzeitige deutsche Praxis, so die AfD-Logik, sei die eigentliche Anomalie.

CDU Edenkoben weist Argumentation zurück

Die CDU Edenkoben weist diese Forderung entschieden zurück. „Wer Kultur nach Herkunft sortieren will, hat nicht verstanden, wie Kultur entsteht“, heißt es in ihrer Stellungnahme. Kultur sei nie statisch gewesen. Sie lebe vom Austausch, von Einflüssen und davon, dass Menschen Neues miteinander verbinden. Als Beispiele nennt die CDU den Alltag: italienische Pizza, türkische Spezialitäten, chinesisches Essen oder griechische Küche seien längst Teil des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland.

Auch die eigene Küche habe sich über Jahrhunderte durch äußere Einflüsse verändert. Dasselbe gelte für Musik – englischsprachige Popmusik, internationale Strömungen –, für Architektur und Lebensart.

Gerade die Pfalz zeige, wie eng deutsche und regionale Kultur mit Frankreich und Europa verwoben seien: Weinbau, Küche, Sprache und Brauchtum seien Ergebnisse langer Austauschgeschichte.Die CDU bekennt sich ausdrücklich dazu, deutsche und regionale Kultur zu bewahren und zu fördern – Vereine, Chöre, Musikschulen, Theater, Museen, Bibliotheken, Heimatpflege und Brauchtum.

Dafür brauche es jedoch keinen „kulturellen Herkunftstest“. „Die deutsche Kultur gehört nicht der AfD. Sie gehört uns allen.“

Eine selbstbewusste deutsche Kultur müsse sich nicht abschotten. Sie könne Goethe und Schiller, Bach und Beethoven pflegen und gleichzeitig offen für neue Impulse bleiben. Die Position der CDU Edenkoben lautet daher: Ja zu deutscher Kultur, Ja zu Heimat und Traditionen, Ja zu kultureller Vielfalt – aber Nein zu Abschottung und Ausgrenzung.

Kultur werde nicht schwächer, wenn sie sich öffne. Sie werde vielfältiger, lebendiger und stärker. Damit stehen sich zwei grundlegend unterschiedliche Auffassungen gegenüber: Die eine betont den Vorrang der eigenen kulturellen Identität bei der Vergabe knapper öffentlicher Mittel und sieht darin eine normale staatliche Aufgabe.

Die andere hält eine solche Begrenzung für ein Missverständnis von Kultur selbst und warnt vor dem Versuch, sie nach Herkunftskriterien zu sortieren. Der Streit ist damit weniger eine Frage einzelner Förderprojekte als eine Debatte darüber, was Kultur in einer offenen Gesellschaft sein soll – und wofür der Staat Geld ausgeben darf.

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