
Mette Frederiksen und Friedrich Merz (Archiv),
Foto: via dts Nachrichtenagentur
Grönland. Die Bundeswehr hat ihr kleines Erkundungsteam (15 Soldaten unter Leitung von Flottillenadmiral Stefan Pauly) nach nur etwa 44 Stunden aus Grönland wieder abgezogen.
Die Soldaten waren erst am Freitag (16. Januar) auf der Arktisinsel eingetroffen, um im Rahmen einer von Dänemark koordinierten Nato-Partner-Mission („Arctic Endurance“) Möglichkeiten für künftige Übungen und Stationierungen zu prüfen.
Der plötzliche Abzugsbefehl aus Berlin kam am frühen Sonntagmorgen ohne nähere Begründung; die Truppe flog mit einem Zivilflugzeug (Icelandair) über Island/Kopenhagen zurück. Medien wie „Bild“ berichten von einem „heimlichen“ oder „Blitz-Abflug“, nachdem ursprünglich ein längerer Aufenthalt geplant war.
Trotz der kurzen Dauer zog die Bundeswehr ein positives Fazit. Sprecher Oberstleutnant Peter Mielewczyk betonte gegenüber der Funke-Mediengruppe am Flughafen Nuuk: Die Zusammenarbeit mit den dänischen Kameraden sei „äußerst positiv und konstruktiv“ gewesen, man habe volle Unterstützung erhalten. Es gab regen Austausch mit weiteren Nationen (Frankreich, Niederlande, Island u. a.), der Auftrag sei erfüllt.
Auch der indirekte Kontakt zur grönländischen Bevölkerung (Winken, Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit) wurde als positiv wahrgenommen. Nun sollen in Deutschland die nächsten Schritte besprochen werden; eine Rückkehr oder weitere Treffen mit Verbündeten sei möglich.
Der Hintergrund ist der eskalierende Streit mit den USA unter Präsident Donald Trump. Trump fordert vehement den „Kauf“ oder Anschluss Grönlands an die USA zur Sicherung der Arktis (gegen Russland und China) und drohte am Samstag mit Strafzöllen von zunächst 10 % (später evtl. 25 %) gegen genau jene acht europäischen Nato-Staaten, die sich an der Erkundungsmission beteiligen oder sie unterstützen: Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Niederlande, Norwegen, Schweden und Großbritannien.
Die Zölle sollen gelten, bis ein Kaufabkommen erzielt ist. Diese acht Länder veröffentlichten daraufhin eine gemeinsame Erklärung: Sie bekräftigen die Stärkung der Arktis-Sicherheit als „gemeinsames transatlantisches Interesse“ innerhalb der Nato.
Die Übung „Arctic Endurance“ stelle für niemanden eine Bedrohung dar. Man stehe in voller Solidarität zu Dänemark und der grönländischen Bevölkerung, halte an Souveränität und territorialer Integrität fest und sei zu einem Dialog bereit.
Zolldrohungen würden die transatlantischen Beziehungen untergraben und eine Eskalation riskieren; man werde geeint und koordiniert reagieren.
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