
Foto: (c): Daimler Truck
Wörth – Bundesumweltminister Carsten Schneider und Rheinland-Pfalz-Ministerpräsident Alexander Schweitzer (beide SPD) haben am Montag (1. September 2025) das Mercedes-Benz Lkw-Werk in Wörth besucht, einen Standort von Daimler Truck.
Im Mittelpunkt des Besuchs standen ein Produktionsrundgang, Gespräche über die Zukunft emissionsfreier Nutzfahrzeuge und die dafür notwendige Ladeinfrastruktur sowie ein Besuch im Entwicklungs- und Versuchszentrum des Werks.
Zusammen mit Achim Puchert, CEO von Mercedes-Benz Trucks, besichtigten Schneider und Schweitzer die A-Baureihen-Produktion, in der auch der batterieelektrische eActros 600 für den Fernverkehr gefertigt wird. Dabei erhielten sie Einblicke in die Fertigung, sprachen mit Experten der E-Lkw-Montage und konnten beim Einbau der Batterie des eActros 600 selbst Hand anlegen.
Eine anschließende Probefahrt führte sie zum Entwicklungszentrum, wo sich unter anderem die erste öffentliche Flüssigwasserstoff-Tankstelle für Brennstoffzellen-Lkw befindet.
Achim Puchert erklärte, der Besuch der beiden Minister unterstreiche die Bedeutung der Transformation der Nutzfahrzeugbranche. Das Werk Wörth zeige, wie diese Transformation in Deutschland umgesetzt werden könne. Durch die flexible Fertigungsstrategie sei es möglich, auf einer Linie sowohl batterieelektrische Fahrzeuge wie den eActros 600 als auch Lkw mit Verbrennungsmotor zu produzieren. Für den Erfolg der Elektromobilität seien neben innovativen Produktionsprozessen auch politische Unterstützung, etwa beim Ausbau der Ladeinfrastruktur, notwendig.
Bundesumweltminister Schneider wies darauf hin, dass es noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen sei, dass große Laster über weite Strecken elektrisch fahren könnten. Heute funktioniere das jedoch auch im Alltag, und Lade- sowie Pausenzeiten der Fahrer ließen sich gut einplanen. Entscheidend seien nun die politischen Rahmenbedingungen, damit sich Investitionen in Elektrolastwagen für Spediteure rechnen – zum Beispiel wenn Batterien im Depot mit Solarstrom geladen werden könnten oder Klima-Rabatte bei der Maut die Mehrkosten bei Anschaffung ausgleichen.
Ministerpräsident Schweitzer betonte die wirtschaftliche Bedeutung von Daimler Truck für Rheinland-Pfalz. Das Werk Wörth sei nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber, sondern auch ein zentraler Akteur bei der industriellen Transformation der Mobilität. Die Landesregierung wolle durch gezielte Förderung und Unterstützung beste Rahmenbedingungen für einen starken Industrie- und Wirtschaftsstandort schaffen.
Der eActros 600
Der eActros 600 ist das batterieelektrische Flaggschiff von Mercedes-Benz Trucks und wird seit Dezember 2024 an Kunden ausgeliefert. Er absolvierte bereits umfangreiche Testfahrten unter Realbedingungen, unter anderem auf einer 15.000 Kilometer langen „European Testing Tour 2024“ durch 22 Länder. Außerdem wurde er als „International Truck of the Year 2025“ ausgezeichnet.
Das Fahrzeug verfügt über drei Batteriepakete mit insgesamt 621 kWh Kapazität, basierend auf Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP), und erreicht eine Reichweite von rund 500 Kilometern bei 40 Tonnen Gesamtzuggewicht. Zwischenladen während gesetzlich vorgeschriebener Pausen ermögliche Tagesreichweiten von über 1.000 Kilometern.
Wasserstoff als ergänzende Technologie
Daimler Truck setzt neben Batterieantrieben auch auf Wasserstoff. Derzeit testen fünf Transportunternehmen Prototypen des Mercedes-Benz GenH2 Truck. Die nächste Generation von Brennstoffzellen-Lkw soll ab Ende 2026 in einer Kleinserie gebaut werden. Die Brennstoffzellen stammen von cellcentric, einem Joint Venture von Daimler Truck und Volvo, das eine der größten Brennstoffzellenproduktionen Europas aufbauen will. Der großflächige Einsatz von Wasserstoff-Lkw in Europa wird jedoch erst für die frühen 2030er Jahre erwartet, da der Ausbau der Tankstellen langsamer voranschreitet.
Das Werk Wörth
Das Mercedes-Benz Lkw-Werk Wörth wurde 1963 gegründet und ist das größte Montagewerk des Unternehmens. Bis heute wurden rund 4,4 Millionen Lkw gebaut, darunter die Baureihen Actros, Arocs und Atego sowie Special Trucks wie Econic, Unimog und Zetros. 2021 startete die Serienproduktion der batterieelektrischen eActros 300/400 für den Verteilerverkehr, 2022 folgte der eEconic für den Kommunaleinsatz, und Ende 2024 begann die Serienproduktion des eActros 600.
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