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Bei Familie Koch gehört die Krone zur Tradition: Isabell Koch ist die 66. Lachen-Speyerdorfer Weinprinzessin

Die neue Weinprinzessin Isabell Koch im Kreise der „Wochenendfamilie“.
Foto: Hofsäß

Lachen-Speyerdorf. Isabell Koch wurde am Samstagabend in der Alten Turnhalle zur 66. Lachen-Speyerdorfer Weinprinzessin gekrönt.

Die Pfälzische Weinhoheit Johannes Keller setzte der 22-Jährigen die Krone auf, nachdem er zuvor ihre Vorgängerin Lena Hofsäß entkrönt hatte. Schon Isabells Mutter Tanja und ihre Schwester Natascha trugen die Krone.

„Am Anfang war ich noch ganz ruhig, dann wurde ich richtig nervös. Aber als ich am Eingang zum Saal mit den anderen Hoheiten zusammenstand, dachte ich: Das wird schon. Bei meiner Rede wurde ich immer sicherer. Jetzt freue ich mich einfach sehr auf mein Jahr“, erzählte Isabell I. anschließend.

Eine besondere Verbindung zur Amtszeit ihrer Mutter entdeckte sie bei der Vorbereitung auf den Abend. Auf der Suche nach Kinderfotos blätterte sie mit ihren Eltern in einem Erinnerungsbuch der Weinprinzessinnen. Dort fand sie das Krönungsdatum ihrer Mutter Tanja Koch: den 24. Oktober 1992. Genau 34 Jahre später erhielt nun die Tochter die Krone. Die Mutter war die 33. Weinprinzessin, Isabell ist die 66.

Näher rückte das Amt für Isabell, als ihre Schwester Natascha 2018 zur 59. Weinprinzessin gekrönt wurde. Besonders beeindruckte sie deren Einsatz für eine neue Krone: Weil die bisherige beim Tragen Schmerzen verursacht hatte, ermöglichte Natascha mithilfe von Sponsoren eine Neuanschaffung. Als Nicole Noé nun Isabell für das Amt ansprach, war diese dennoch überrascht. Sie hatte angenommen, dass eher jüngere Kandidatinnen gefragt würden. Umso größer war ihre Freude.

Die pfälzische Weinhoheit Johannes Keller krönt Isabell Koch zur 67. Lachen-Speyerdorfer Weinprinzessin.
Foto: Hofsäß

Zwischen Familienbäckerei, Bauingenieurstudium und Pfadfindern

Aufgewachsen ist Isabell Jacqueline Koch in der Königsbäckerei ihrer Familie. Im Betrieb ihrer Mutter arbeitet sie jeden Mittwoch und gelegentlich am Wochenende mit. Dort lernte sie früh, wie viel Arbeit und Leidenschaft hinter handwerklichen Produkten stecken. Diese Wertschätzung verbindet sie auch mit dem Weinbau: „Wein ist für mich also viel mehr als nur ein gutes Glas auf dem Tisch“, sagte sie in ihrer Antrittsrede. Hinter jeder Flasche stehe die Arbeit eines ganzen Jahres.

Beruflich hat sie einen anderen Weg eingeschlagen. Sie studiert im siebten Semester dual Bauingenieurwesen an der IU Internationalen Hochschule in Mannheim. Bei ihrem Praxispartner arbeitet sie in der Infrastrukturplanung, derzeit vor allem im Bereich Schiene. Im April kommenden Jahres soll sie dort nach dem Abschluss als Bauingenieurin beginnen. Langfristig möchte sie ihren Schwerpunkt auf den Straßenbau legen. Zunächst stehen noch Prüfungen und die Abgabe ihrer Bachelorarbeit Ende Januar an.

Volker Freytag, Vorstandsmitglied der Weinfreunde, griff ihren beruflichen Weg auf: „Straßen- und Schienenbau sind Hoffnungsträger für dieses Land.“ Für eigene Erfahrungen mit dem Weinbau überreichten die Weinfreunde ihr eine Palatina-Rebe.

Verantwortung übernimmt Isabell bereits bei den Pfadfindern. Seit 2013 gehört sie dem örtlichen Stamm Franz von Assisi der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg an. Seit 2023 ist sie in der Gruppenleitung der Jungpfadfinder aktiv, seit 2025 außerdem Stammesvorständin. Kindern und Jugendlichen möchte sie Gemeinschaft, Verantwortung und gegenseitigen Respekt vermitteln. Ausgleich findet sie beim Lesen und Klavierspielen.

Bei ihrer Vorstellung verriet sie außerdem einen großen Wunsch: Einmal möchte sie die Nordlichter sehen.

Bei einem Weinfest kommt es ihr besonders auf die Menschen an. Dazu gehören für sie ausdrücklich auch die Helfer hinter den Kulissen, die das Fest erst möglich machen. Ihr Lieblingswein ist Spätburgunder Weißherbst halbtrocken. Beim Essen fällt ihre Wahl unkompliziert aus: „Pommes gehen immer.“

Weinhoheit Johannes Keller entkrönt Lena Hofsäß, die 65. Lachen-Speyerdorfer Weinprinzessin.
Foto: Hofsäß

Lena Hofsäß verabschiedet sich mit vielen Erinnerungen

Volker Freytag würdigte Lena Hofsäß für ihren Charme, ihr freundliches Wesen und ihre fachkundigen Vorträge. Sie habe das Dorf bestens repräsentiert. Einen einzelnen Höhepunkt wollte Lena nach 364 Tagen im Amt nicht herausheben: Jeder Termin sei auf seine Art besonders gewesen.

In ihrer „Wochenendfamilie“ der Weinhoheiten fand sie neue Freunde, die ihr eng ans Herz gewachsen sind. „Heute gebe ich meine Krone ab, aber die Erinnerungen, die Freundschaften und die Verbundenheit zu unserer Heimat bleiben“, sagte sie. Ihrer Nachfolgerin gab sie mit: „Genieße deine Zeit mit der Krone und mach dieses Jahr zu deinem ganz eigenen.“

Bürgermeister Stefan Ulrich dankte Lena Hofsäß für ihren Einsatz und lobte ihre Empathie und positive Ausstrahlung, mit der sie Lachen-Speyerdorf bestens vertreten habe. Isabell Koch dankte er dafür, neben ihrem Studium Zeit für das Ehrenamt aufzubringen und als Botschafterin für den Ort und seine Weinbaubetriebe einzutreten. Zur Gemeinschaft der Weinhoheiten betonte er: „Auf diese Wochenendfamilie kann man sich verlassen.“

Vertreter der Vereine dankten Lena Hofsäß für ihr Engagement und begrüßten Isabell Koch mit guten Wünschen, Präsenten und ersten Einladungen.

Musik und Begegnungen zur Krönung

Den Krönungsabend hatten die Weinfreunde Lachen-Speyerdorf ausgerichtet. Der Musikverein Lachen-Speyerdorf eröffnete das Programm; ChorKult gestaltete es mit gemeinsamen Liedern des Erwachsenenchores ChorColores und des Jugendchores Just4Music. Anastasia Kronauer, die 78. Pfälzische Weinkönigin, führte gewohnt charmant durch den Abend.

Bei seiner Begrüßung hob Volker Freytag hervor: „Wein bringt uns zusammen, Kultur gibt uns Gesprächsstoff, und die Begegnung macht daraus Gemeinschaft.“

Weinhoheit Johannes Keller wünschte Isabell ein wunderbares Amtsjahr. Schon nach ihrem ersten Gespräch traute er ihr das Amt zu: „Du wirst es bestimmt super machen.“

Auf viele Begegnungen und Freundschaften mit ihrer neuen „Wochenendfamilie“ freut sich Isabell besonders. Auch den Winzerinnen und Winzern möchte sie bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Von ihrer Mutter nimmt sie den Rat mit, das Jahr bewusst zu genießen und möglichst viele Erlebnisse mitzunehmen.