
Symbolfoto: VP68/Pixabay
Ludwigshafen – Diese Nachricht schlug ein wie eine Bombe auf dem ohnehin angespannten Wohnungsmarkt: Der Chemieriese BASF will sich von einem großen Teil seiner Werkswohnungen trennen.
Insgesamt geht es um rund 4.400 Wohnungen in Ludwigshafen und der Region.
Vielen Menschen in macht das Angst. Denn die Wohnungen gehören zur Tochtergesellschaft BASF Wohnen + Bauen GmbH und die steht seit Jahrzehnten für vergleichsweise bezahlbaren Wohnraum für Beschäftigte, Rentner und Familien.
Was genau plant BASF?
Nach aktuellen Unternehmensangaben sollen:
- Rund 1.100 Wohnungen einzeln verkauft werden, vorrangig an private Käufer.
- Etwa 3.300 Wohnungen als Gesamtpaket an einen institutionellen Investor gehen.
- Der Verkaufsprozess bis Anfang 2027 abgeschlossen sein.
Betroffen sind vor allem Wohnungen in Ludwigshafen, aber auch in Nachbarorten wie Frankenthal, Maxdorf oder Limburgerhof.
BASF betont, man wolle Käufer auswählen, die „langfristig und verantwortungsvoll“ agieren. Ein Teil der Wohnungen in direkter Werksnähe soll im Konzern verbleiben.
Warum dieser Schritt?
Der Konzern spricht von einer strategischen Neuausrichtung. Man wolle sich stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts sichern. Angesichts wirtschaftlicher Herausforderungen sei das eine „schwierige, aber notwendige Entscheidung“.
Müssen Mieter jetzt Angst haben?
Das ist die Frage, die derzeit viele bewegt. BASF verspricht eine Sozialcharta, die über gesetzliche Vorgaben hinausgehen soll. Im Gespräch sind unter anderem ein besonderer Kündigungsschutz für ältere Mieter, Sperrfristen bei Eigenbedarf und Übergangsregelungen beim Eigentümerwechsel.
Dennoch bleibt Unsicherheit. Denn wenn ein großer Bestand an Investoren geht, könnte das mittel- bis langfristig Auswirkungen auf Mieten und Modernisierungen haben.
Kritik aus Politik und Gewerkschaft
Auch politisch sorgt die Ankündigung für Diskussionen. In Ludwigshafen wird darüber gesprochen, ob die städtische Wohnungsbaugesellschaft Teile des Bestands übernehmen könnte. Gewerkschaften warnen davor, das „Tafelsilber“ der Region zu verkaufen.
Hinzu kommt, dass für viele Beschäftigte eine BASF-Wohnung mehr als nur ein Dach über dem Kopf war, sie war Teil der Verbundenheit mit dem Unternehmen.
Was bedeutet das für die Stadt Ludwigshafen?
4.400 Wohnungen sind ein bedeutender Anteil am regionalen Wohnungsmarkt. Sollte der Bestand komplett an renditeorientierte Investoren gehen, könnte das spürbare Folgen haben.
Die kommenden Monate werden zeigen, welche Auswirkungen die Entescheidung zum Verkauf der Wohnungen hat; für Mieter, für die Stadt und für das Image eines Konzerns, der Ludwigshafen seit Generationen prägt. (red)
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen [6]