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Ausbau der B10 bei Hauenstein beginnt: Unfallschwerpunkt „Felsnase“ wird entschärft

Markus Wolf, Verkehrsstaatssekretär im Ministerium des Innern, für Integration und Verkehr Rheinland-Pfalz (links) und Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr.
Foto: W. G. Stähle

Hauenstein/Mainz/Berlin. Die stark frequentierte West-Ost-Trasse Saarbrücken-Karlsruhe soll durchgehend vierstreifig ausgebaut werden.

Bis Hinterweidenthal [1] (Südwestpfalz, Verbandsgemeinde Hauenstein) und ab Landau [2] (Pfalz) ist dies erreicht.

Nun werden im dazwischen liegenden Abschnitt der Bundesstraße 10 [3] (B 10) als vorausgreifende Maßnahme die „Felsnase“ bei Hauenstein [4] teilweise abgetragen und die Straße auf drei Spuren erweitert, auch um einen Unfallschwerpunkt zu entschärfen.

Am 17. September 2026 war „erster Spatenstich“. Das Vorhaben sei „technisch nicht so ganz banal“, sprach Christian Hirte an, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr. Dennoch wolle man zügig fertig werden: „Ich freu‘ mich schon, in zwei Jahren bei der Eröffnung wieder hier zu sein.“

Grünbrücke eingeplant

Neben der Verbreiterung der bestehenden Fahrbahn werde im Bereich der Felsnase eine zweite, bis zu sechs Meter höherliegende Fahrbahn in den Felshang hineingebaut, ist aus dem Landesministerium zu erfahren. Um dem Umwelt- und Artenschutz Rechnung zu tragen, werde eine Grünbrücke eingeplant, „zum Erhalt und zur Wiedervernetzung des faunistischen Austauschs“.

Ein vergleichsweise kleines Stück

Es gehe um „eine schnellere Verbindung, eine einfachere, eine sichere Verbindung, hier in der Pfalz“, ein „vergleichsweise kleines Stück an der B 10. Aber bei diesem kleinen Stück von etwa 1,4 Kilometer geben wir knapp 25 Millionen Euro aus, um hier eine deutlich bessere verkehrliche Situation auf den Weg zu bringen“, informierte Staatssekretär Hirte in seiner Ansprache.

Leistungsfähige Infrastruktur sei „Grundvoraussetzung für ein modernes Industrieland“, damit „Mobilität möglich ist, für Personen und Güter, und nur mit dieser Mobilität ist es möglich, dass wir wachsen und dass wir Wohlstand in unserem Land sichern, erhalten und weiter ausbauen“, betonte er.

„Ja, wir wissen, dass wir im letzten Jahr nach der Bundestagswahl das sogenannte Sondervermögen auf den Weg gebracht haben. Ja, es sind Schulden wenn man ehrlich ist, aber mit diesen Schulden, 300 Milliarden sind für die Infrastruktur des Bundes, 100 Milliarden für die Länder und für die Kommunen und 100 Milliarden für den Klima- und Transformationsfonds, sind wir in der Lage, überall dort, wo wir Baurecht haben, auch tatsächlich die Bauarbeiten beginnen zu können.“

Land will weiteren Ausbau der B 10 voranbringen

Markus Wolf, Verkehrsstaatssekretär im Ministerium des Innern, für Integration und Verkehr Rheinland-Pfalz hob an vorderer Stelle die „Bürgerinitiative B10 – 4Spuren jetzt e. V.“ [5] hervor, „die mit 12.000 Mitgliedern für den Ausbau der Straße unterwegs ist.“

Dieser Ausbau diene der Sicherheit, fuhr er fort. „Wir denken an die vielen Unfälle, die hier an der Felsnase passiert sind, seit 2016 über 60, mit einem Todesopfer, vier Schwer- und sieben Leichtverletzten, 50 weitere Unfälle mit Sachschäden.

Das ist kein Zustand mit dem wir uns abfinden könnten.“ Die Ertüchtigung der Straße bringe zudem „viel für die Wirtschaft in der Region, aber auch insbesondere Lebensqualität für die Menschen in der Region und deswegen werden wir dort mit Nachdruck auch weiter am Ausbau arbeiten.

Das kann ich Ihnen heute von Seiten des Landes zusagen“, versicherte er. „Wir wollen gemeinsam (Land und Bund) das, was an Mitteln im Bundeshaushalt durch das Sondervermögen und dem allgemeinen Haushalt zur Verfügung steht, auch in Straßen hier in der Region investieren und deswegen auch heute das klare Signal: Wir werden am weiteren Ausbau der B 10 mit Nachdruck weiter arbeiten und schauen, dass wir möglichst schnell vorankommen.“

Das Projekt ist super wichtig für die Region

„Die B10 ist die Lebensader unserer Region“, als Anbindung zum Arbeitsplatz für Bürgerinnen und Bürger die pendeln müssen sowie für die ansässige Industrie und das Gewerbe und somit auch für weitere Ansiedlung, postulierte Steffen Mellein, Bürgermeister der Ortsgemeinde Hauenstein im Gespräch mit dem Verfasser.

Es gehe auch um die Beseitigung eines Unfallschwerpunktes, „wie alle wissen die hier wohnen“. Für die umliegenden Kommunen sei wichtig, dass eventuell erforderlich werdende Umleitungen erträglich bleiben.

„Was lange währt wird hoffentlich endlich gut. Für die Region eine tolle Sache. Nicht nur für die Menschen und die Wirtschaft, sondern auch für die Verkehrssicherheit, äußerte Michael Zimmermann, der sich unter anderem als früherer Ortsbürgermeister Hauensteins seit Jahren für den Ausbau der B10 einsetzt. Die Trassenführung was das Problem.

Die Ausführung sollte auf der bestehenden Trasse stattfinden“, erinnert er. Die „letztendlich“ gefundene Projektierung werde von ihm begrüßt. Im weiteren Gespräch erinnerte er sich, wie diese Straße „ganz persönlich“ seine Lebensgestaltung betroffen habe: „Bis 1992 habe ich in Pirmasens gearbeitet und bin dann nach Landau gewechselt, weil es besser anzufahren war.“ (Damals war bei Hinterweidenthal die Einmündung der Bundesstraße 427 noch mit Ampel geregelt, was zu langen Staus führte, Anmerkung des Verfassers.)

„Das Projekt ist super wichtig für die Region. Es kann so weitergehen“, erklärte auf Nachfrage gut gelaunt Markus Zwick, Oberbürgermeister des Stadt Pirmasens [6].

Die zwischen Pirmasens und Landau meist vier oder wechselnd dreispurige Bundesstraße 10 ist bei Hauenstein (Südwestpfalz) bislang eingezwängt zwischen Bahnlinie und „Felsnase“.
Foto: W. G. Stähle

 

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