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Auch in Hauenstein: Landesamtliche „irre“ Anforderungen schränken Aktivitäten im Wald ein

Manfred Seibel.
Foto: W. G. Stähle

Donnersbergkreis/Südwestpfalz. „So, jetzt ist es also soweit“, kommentiert Manfred Seibel, unter anderem Kreisbeigeordneter in der Südwestpfalz, die überregional bekannt gewordene Entscheidung aus dem Donnersbergkreis, den für den 5. Mai terminierten Wandermarathon „trotz langer Tradition und wachsender Beliebtheit“ abzusagen, wegen „Anforderungen seitens (der Behörde) Landesforsten Rheinland-Pfalz als Waldbesitzer, die vom Veranstalter nicht erfüllt werden können.

Eine Kontrolle hat ergeben, dass aufgrund der strengeren Auflagen entlang der geplanten Strecken eine erhebliche Anzahl an Bäumen gefällt sowie umfangreiche Astungsmaßnahmen durchgeführt werden müssten“, begründet der Donnersberg-Touristik-Verband e.V [1](Kirchheimbolanden) seine Entscheidung.

Irre Forderungen

Die Landes-Forstbehörde [2] erhebe „völlig irre Forderungen“ die „nicht erfüllbar und nicht tragbar sind“, urteilt Manfred Seibel. Dennoch müssten diese von den örtlichen Forstämtern umgesetzt werden. „Die Begründung die dort von Forstverantwortlichen vorgetragen werden, beruhen auf rein fiktiven, abstrakten Annahmen. Die Situation in unseren Wäldern ist seit Jahren gleich, die Gefährdungslage hat sich nicht verändert; die Argumentation ist auch unehrlich.

Der eigentliche Hintergrund ist eine Handlungsanleitung des Umwelt- und Forstministeriums Rheinland-Pfalz [3] das diese Haltung der örtlichen Forstämter quasi erzwingt, weil die Verantwortung für eventuelle Unfälle von Waldbesuchern direkt auf die Forstamtsleiter sowie die Revierförster verlagert wurde.

Diese stellen jetzt quasi solche unerfüllbaren Forderungen, um sich selbst vor einer vermeintlichen Haftung, die es so gar nicht gibt, zu schützen. Und, auch das ist die Wahrheit, sind froh, wenn die Veranstaltungen einfach abgesagt werden.“

Am besten Bäume fällen

Auch in der Südwestpfalz seien Konsequenzen spürbar, schildert Manfred Seibel: „Neulich hat das beispielsweise im Gemeinderat Hauenstein [4] zur Forderung des Revierförsters geführt, dass die Gemeinde sogenannte Bankwarte bestellen soll, um im Umfeld von Sitzgruppen die Bäume zu prüfen.

Am besten fällen wir einfach rund um solche Einrichtungen und zertifizierte Premiumwanderwege alle Bäume – was für ein totaler Unsinn“. Viele Veranstaltungen seien gefährdet, „in der Verbandsgemeinde Hauenstein unser Wandermarathon, viele Trailläufe im Rahmen des Wasgau-Cup oder der Pfälzerwaldmarathon, der WASI und anderes.“

Er erwarte von den Forstämtern im südlichen Pfälzerwald, „auf solche Forderungen wie im Donnersbergkreis zu verzichten. Außerdem sollten die örtlichen Kommunen als Mitveranstalter auftreten, dann endet der Quatsch ganz schnell. Und für alle Fälle erwarte ich von unserem Bürgermeister Weißler, dass wir uns einfach darüber hinwegsetzen, falls solche Anforderungen kommen sollten.

Es gibt keinerlei Rechtsgrundlage für solche Anforderungen und es gibt keinen Grund für diese Panikmache seitens Landesforsten“, ist Manfred Seibel (B90/Grüne) überzeugt, der sich seit Jahrzehnten engagiert für Umwelt und Natur einsetz. Er habe selbst versucht „in Gesprächen mit dem Ministerium den Handlungsleitfaden vom Tisch zu bekommen“, lässt er wissen.

Schnellstens Waldgesetz ändern

„Die neue Landesregierung sollte schnellstens das Landes-Waldgesetz [5] ändern, wie in Baden-Württemberg, damit der Spuk zu Ende ist bevor weitere Veranstaltungen gecancelt werden und am Ende niemand mehr in Wald gehen darf, oder hunderte von Bäumen unnötig rein vorsorglich gefällt werden“, verlangt Manfred Seibel.  (Werner G. Stähle)

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