
Symbolbild: (Archiv): Pfalz-Express
RLP. Ein halbes Jahr nach der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz bleibt die AfD laut dem aktuellen „Rheinland-Pfalz Report“ die mit Abstand stärkste Kraft im Land – und das in einem westdeutschen Bundesland.
Die repräsentative Online-Umfrage im Auftrag der Rhein-Zeitung und des Radiosenders RPR.1 sieht die Partei bei 23 Prozent. Damit liegt sie klar vor den Regierungsparteien CDU (16 Prozent) und SPD (15 Prozent).
Die Erhebung, die Ende September 2026 veröffentlicht wurde, bestätigt und zementiert einen Trend, der sich bereits in früheren Umfragen nach der Wahl vom 22. März 2026 abgezeichnet hatte.
Bei jener Wahl hatte die CDU unter Gordon Schnieder mit 31,0 Prozent die SPD (25,9 Prozent) erstmals seit Jahrzehnten überholt und anschließend eine schwarz-rote Koalition gebildet. Die AfD kam auf ein Rekordergebnis von 19,5 Prozent – das bis dahin stärkste Ergebnis der Partei in einem westdeutschen Flächenland. In der neuen Sonntagsfrage des „Rheinland-Pfalz Reports“ baut sie ihren Vorsprung weiter aus, auch wenn sie im Vergleich zur vorherigen Erhebung (24 Prozent) einen Prozentpunkt verliert.
Die Zahlen im Überblick
AfD: 23 % (–1)
CDU: 16 % (–1)
SPD: 15 % (unverändert)
Grüne: 13 % (+3)
Linke: 8 % (unverändert)
Freie Wähler: 8 % (+3)
FDP: 4 %
BSW: 3 %
Die Grünen, die nach der Wahl aus der Regierung ausschieden, legen spürbar zu. Auch die Freien Wähler gewinnen deutlich hinzu. FDP und BSW bleiben unter der Fünf-Prozent-Hürde. Die Online-Befragung umfasste mehr als 1.000 Personen ab 16 Jahren.
Kritik an Landes- und Bundespolitik
Die Umfrage zeichnet ein eher düsteres Stimmungsbild. Nur 13 Prozent der Befragten bewerten die Arbeit von Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) mit „sehr gut“ oder „gut“. 45 Prozent gaben keine Bewertung ab oder wussten keine. 38 Prozent erwarten eine negative Entwicklung des Landes unter der schwarz-roten Regierung, lediglich 18 Prozent eine positive.
Noch kritischer fällt der Blick nach Berlin aus: 62 Prozent der Befragten machen die schwarz-rote Bundesregierung für ihre persönliche wirtschaftliche Lage verantwortlich. 43 Prozent gaben an, dass sich ihre eigene finanzielle Situation in den vergangenen Monaten verschlechtert habe.
Der „Rheinland-Pfalz Report“ unterstreicht damit eine anhaltende Wählerunzufriedenheit mit den etablierten Parteien und der aktuellen Regierungspolitik – sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene.
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen [6]