
Patrick Stewart (1940–2026). Als Captain Jean-Luc Picard in „Star Trek“ und Professor Charles Xavier in „X-Men“ begeisterte der britische Schauspieler weltweit Millionen Fans.
Foto: über dts Nachrichtenagentur
Los Angeles – Er steuerte die Enterprise durch ferne Galaxien und führte als Professor Charles Xavier die „X-Men“: Der britische Schauspieler Patrick Stewart ist tot. Er starb am Mittwoch (28. Oktober 2026) im Alter von 86 Jahren in seinem Haus in der kalifornischen US-Metropole Los Angeles, wie sein Management am Donnerstag bekanntgab.
Mit seiner markanten Stimme und seiner Präsenz brachte Stewart etwas auf die Leinwand, das auch zwischen Raumschiffen und Superhelden seinen Platz behauptete: die Autorität eines großen Bühnenschauspielers. Seine Karriere begann im Theater. Als Mitglied der Royal Shakespeare Company widmete er sich zunächst den klassischen Stoffen, bevor Hollywood und schließlich ein weltweites Publikum auf ihn aufmerksam wurden.
Von Shakespeare auf die Brücke der Enterprise
Den internationalen Durchbruch brachte ihm die Rolle des Captain Jean-Luc Picard in „Star Trek: The Next Generation“. Die Fernsehserie lief von 1987 bis 1994 und machte Stewart weltweit bekannt. Als besonnener, gebildeter Kommandant gab er der Enterprise ein unverwechselbares Gesicht. Sein Captain setzte auf Verstand, Diplomatie und Haltung, auch wenn im Weltraum längst die Waffen glühten.
Die Rolle begleitete ihn weit über die Fernsehserie hinaus. Stewart übernahm das Kommando auch in mehreren „Star-Trek“-Kinofilmen und machte Picard damit zu einer Figur, die Fernseh- und Kinogeschichte miteinander verband.
Ein zweites großes Kapitel mit den „X-Men“
Mit Professor Charles Xavier folgte eine weitere Rolle in einer der großen Hollywood-Filmreihen. In den „X-Men“-Filmen verkörperte Stewart den geistigen Anführer der Mutanten, dessen Kräfte im Kopf lagen.
Zunächst hatte er gezögert, sich nach „Star Trek“ auf eine weitere Filmreihe einzulassen. Die Zusammenarbeit mit Regisseur Bryan Singer überzeugte ihn schließlich. Stewart spielte Professor Xavier in mehreren Filmen und wurde damit auch für eine neue Generation von Kinobesuchern zu einem vertrauten Gesicht.
Seine lange Verbindung mit der Comicwelt brachte ihm sogar einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde ein: Von 2017 bis 2021 hielt er gemeinsam mit Hugh Jackman den Weltrekord für die längste Karriere als Marvel-Comics-Superheld im Live-Action-Format.
Ritterschlag für einen Mann zwischen Bühne und Blockbuster
Auch abseits der Filmstudios erhielt Stewart zahlreiche Auszeichnungen. 2001 wurde er für seine Verdienste um die Schauspielkunst und das Kino zum Officer of the Order of the British Empire (OBE) ernannt. Im selben Jahr erhielt er eine Ehrenmitgliedschaft der University of Wales, Cardiff.
2004 übernahm Stewart das Amt des Kanzlers der University of Huddersfield, 2008 wurde er Professor für darstellende Kunst. Als er 2015 als Kanzler zurücktrat, ernannte ihn die Universität zum Kanzler emeritus.
2010 folgte der Ritterschlag zum Knight Bachelor. Aus Patrick Stewart wurde Sir Patrick Stewart. Ein Jahr später verlieh ihm die University of East Anglia einen Ehrendoktor der Literatur. 2012 trug er beim offiziellen Staffellauf für die Olympischen Sommerspiele in London die olympische Fackel. Zu den weiteren Ehrungen gehörte 2015 ein Ehrendoktorat der Vrije Universiteit Brussel.
Seine Laufbahn führte von Shakespeare zu den Sternen und mitten hinein ins Superheldenkino. Für viele Zuschauer bleibt Sir Patrick Stewart vor allem der Mann auf der Brücke der Enterprise: Captain Jean-Luc Picard. (dts)