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25 Jahre Kinder- und Jugendtelefon in Germersheim – Immer offenes Ohr für junge Menschen

V.li.: Erster Kreisbeigeordneter Christoph Buttweiler, Projektkoordinatorin Katja Pilling, Germersheims Bürgermeister Marcus Schaile und Michael Brilla, Vorstandsmitglied im Kinderschutzbund Kreis Germersheim.
Foto: Pfalz-Express /Linares-Ramon

Germersheim –  Seit 25 Jahren gibt es das Kinder- und Jugendtelefon (KJT) vom Kinderschutzbund Kreis Germersheim.

Das Angebot ist Teil der bundesweiten Initiative „Nummer gegen Kummer“, die 1980 gegründet wurde. Unter der einheitlichen, kostenfreien Nummer 116 111 können Kinder und Jugendliche seit 2008 anonym und vertraulich Hilfe suchen. Finanziert wird die Arbeit ausschließlich durch Spenden.

Das Jubiläum wurde in Germersheim mit einer Feier begangen. Zum Auftakt sprach Michael Brilla, der die Entwicklung des KJT in der Region und dessen Bedeutung für junge Menschen hervorhob.

Bürgermeister Marcus Schaile ging in seiner Rede auf die zunehmenden Herausforderungen für Kinder und Jugendliche ein. „Die Welt hat sich verändert – sie ist strukturierter, aber auch herausfordernder geworden. Kinder und Jugendliche geraten zunehmend unter Druck. Umso wichtiger ist es, dass sie die Nummer gegen Kummer wählen können“, sagte Schaile.

Foto: Pfalz-Express /Linares-Ramon

Er lobte die ehrenamtlichen Beraterinnen und Berater für ihr Einfühlungsvermögen: „Mit einem offenen Ohr und der nötigen Ruhe gelingt es ihnen, Probleme leichter zu machen und Krisen abzuwenden.“ Gleichzeitig betonte er, dass das Kinder- und Jugendtelefon längst über die Stadt hinausstrahle und ein wichtiger Bestandteil der sozialen Infrastruktur sei.

13.465 Stunden am Telefon

Foto: Pfalz-Express /Linares-Ramon

Projektkoordinatorin Katja Pilling nutzte die Feier, um den aktuell 16 aktiven Ehrenamtlichen zu danken. Sie haben bis 2024 rund 13.465 Stunden am Telefon verbracht. Das Durchschnittsalter der Anrufer liegt zwischen 10 und 20 Jahren, ein sensibler Lebensabschnitt, in dem ein Gespräch oft entscheidend sein kann.

„Jeder Anruf zählt, keiner darf auf der Strecke bleiben. Unsere Helferinnen und Helfer nehmen Ängste, spenden Trost und zeigen Wege auf, mit Einfühlungsvermögen und echter Zuwendung“, sagte Pilling.

Vertrauen schaffen 

Foto: Pfalz-Express /Linares-Ramon

Einen weiteren Akzent setzte Uwe Schneider, der sein Modell der wertschätzenden Kommunikation vorstellte. Es basiert auf vier Schritten, die Vertrauen schaffen und Beziehung fördern sollen:

  • Beobachtung: die Situation wahrnehmen, ohne zu bewerten oder zu interpretieren

  • Gefühl: die eigene unmittelbare Reaktion erkennen

  • Bedürfnis: die grundlegende menschliche Qualität dahinter benennen

  • Bitte: eine konkrete Handlungsaufforderung im Hier und Jetzt formulieren

Schneider betonte, dass gerade in der telefonischen Beratung diese Art der Kommunikation entscheidend sei, um Verständnis und Nähe aufzubauen.

Auch Ehrungen für besonders engagierte Ehrenamtliche standen auf dem Programm: Herr Herberger wurde für 139 geleistete Dienste in nur vier Jahren ausgezeichnet, Frau Uschana für ihre beeindruckenden 30 Jahre aktiven Einsatz im Kinderschutzbund und Stephanie Fuhr für 113 absolvierte Telefondienste.

Insgesamt wurden bis heute 71.100 ehrenamtliche Dienste absolviert und 1.042 Telefonate geführt, ein eindrucksvoller Beleg für den Einsatz der Freiwilligen.

Zum Abschluss sprach der Kreisbeigeordnete Christoph Buttweiler. Für ihn sei das Kinder- und Jugendtelefon weit mehr als ein Beratungsangebot: „Das Kinder- und Jugendtelefon ist ehrenamtlich – aber vor allem eine Herzenssache. Auch künftig bleibt es notwendig. Man kann mit Fug und Recht sagen: Die Mitarbeitenden retten täglich Leben. Sie beeinflussen Entwicklungen, einfach nur durchs Zuhören.“

Spenden von Lions Club,  Katholischer Deutscher Frauenverbund und Stadt

Für die weitere Arbeit des Kinder- und Jugendtelefons gab es auch finanzielle Unterstützung. Der Lions Club Wörth-Kandel spendete 1.200 Euro, Irmtraud Purr vom Katholischer Deutscher Frauenverbund (KDFB) Bellheim e.V. steuerte 400 Euro, die Stadt 200 Euro bei. Geld, das das KJT-Team für die Beratung junger Menschen dringend gebrauchen kann. 

V.li.: Dr. Anne Hämmerlin-Schulz und Anett Peters vom Lions Club mit Katja Pilling. Foto: Pfalz-Express / Linares-Ramon

Die Jubiläumsfeier endete mit viel Applaus und dem Gefühl großer Dankbarkeit gegenüber denen, die seit einem Vierteljahrhundert ein offenes Ohr für Kinder und Jugendliche in der Region haben.

Foto: Pfalz-Express / Linares-Ramon

 

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Foto: Kinderschutzbund

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