
Symbolbild: Pfalz-Express
Gießen – Bei den Demos gegen die Gründung der neuen AfD-Jugendorganisation haben am Samstag in Gießen nach Polizeiangaben etwa 25.000 Personen teilgenommen. Die angemeldeten Versammlungen seien „zum allergrößten Teil friedlich“ verlaufen, so die Polizei in ihrem Fazit. Tatsächlich gab es aber immer wieder auch teils heftige Krawalle.
Zu ersten Blockadeaktionen kam es schon gegen 6:30 Uhr auf Landes- und Bundesstraßen sowie Autobahnen rund um Gießen. Gegen 8 Uhr verließen rund 500 Teilnehmer in der Gießener Innenstadt zwei angezeigte Demonstrationen und blockierten die Konrad-Adenauer-Brücke. An mehreren Einsatzorten wurden Einsatzkräfte der Polizei mit Steinen, Flaschen und pyrotechnischen Gegenständen beworfen. Die Beamten setzten sich zur Wehr, wobei sie auch Pfefferspray und Polizeistöcke einsetzen mussten.
Ab etwa 8:30 Uhr blockierten rund 2.000 Personen die B 49 nahe Bergwerkswald. Die Polizei setzte unter anderem Wasserwerfer ein, um den Bereich zu räumen.
Im Gebiet von Lahnau-Atzbach wurden von bisher unbekannte Personen mehrere Fahrzeuge beschädigt. Hierzu wurden Ermittlungen aufgenommen und Strafverfahren eingeleitet.
Ein weiteres Ermittlungsverfahren wurde wegen eines Angriffs auf den AfD-Bundestagsabgeordneten Julian Schmidt eingeleitet. Er soll gegen 8:30 Uhr tätlich angegriffen und verletzt worden sein. Der Tatverdächtige wurde unmittelbar festgenommen, die Ermittlungen zu den Hintergründen dauern an.
Außerhalb der angezeigten Proteste versuchten zum Nachmittag hin einzelne Personen und Personengruppen, teilweise unter Anwendung erheblicher Gewalt, Polizeiabsperrungen zu durchbrechen; so im Bereich des Westufers, unterhalb der Konrad-Adenauer-Brücke sowie im Bereich der Schlachthofstraße, wo mehrere Personen versuchten, die Absperrungen in Richtung Messehalle zu überwinden. Diese Personen wurden teilweise unter Anwendung unmittelbaren Zwangs zurückgedrängt. Auch hier kamen wieder Wasserwerfer zum Einsatz.
Im Verlauf des Einsatztags wurden insgesamt zehn Einsatzkräfte leicht verletzt. Über mögliche verletzte Teilnehmer der Protestaktionen liegen der Polizei nach eigenen Angaben „keine gesicherten Informationen vor“.
Innen in der Hessenhalle hat sich währenddessen neue AfD-Jugend gegründet und nennt sich nun „Generation Deutschland [1]„. Zum Vorsitzenden wurde Jean-Pascal Hohm (28) gewählt.
FDP-Urgestein und Jurist Wolfgang Kubicki ließ auf Social Media verlauten: „Den selbsternannten Demokratieverteidigern auf Gießens Straßen seien folgende Worte des Bundesverfassungsgerichts zum Nachdenken über die eigene Rolle in dieser Demokratie nahegelegt:
(dts Nachrichtenagentur/red)
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