
Das Ehepaar Gratzfeld informiert sich bei Kurt und Karin Hechler (links) über die Aktion PfalzStorch.
Foto: Pfalz-Express/Ahme
Landau. Am Samstag, dem 26. September, fand auf dem Landauer Stiftsplatz der 24. Landauer Welttierschutztag statt.
Wie bei jeder Outdoor-Veranstaltung war gutes Wetter entscheidend – und dieses Jahr hat es gepasst. Viele Menschen, die ohnehin in der Innenstadt unterwegs waren, schauten an den Ständen vorbei und informierten sich über Tierschutzthemen.
Bereits 2003, also vor 23 Jahren, wurde der Landauer Welttierschutztag erstmals durchgeführt. Die beteiligten Organisationen wechseln zwar im Laufe der Zeit, der zentrale Gedanke bleibt jedoch unverändert: etwas gegen Tierleid zu tun und Bewusstsein dafür zu schaffen.
Manche Akteure wie das Landauer Tierheim sind von Anfang an dabei, andere stoßen neu hinzu.

SOS Wildtierfindelkinder (links Sabine Ottinger-Kremer).
Foto: Pfalz-Express/Ahme
Spezialisierte Hilfe für Wildtiere
„SOS Wildtierfindelkinder“ informierte über einheimische Wildtiere, darunter die putzigen Eichhörnchen. Sabine Ottinger-Kremer aus Neustadt hat sich auf diese Fellnasen spezialisiert und gilt als ausgewiesene Fachfrau.
2011 bekam sie ihr erstes Eichhörnchenfindelkind „Stuart Little“ – damals etwa vier Wochen alt. Seitdem widmet sie sich der Aufzucht, Betreuung und Auswilderung von Wildtieren wie Füchsen, Waschbären, Eichhörnchen, Mardern und Siebenschläfern. Auf ihrem großen Gartengrundstück mit Volieren dreht sich das gesamte Leben um die Tiere; dafür nimmt sie auch Einschränkungen im Alltag in Kauf. Wie das Landauer Tierheim ist Ottinger-Kremer von Beginn an dabei. Mehr Informationen unter: http://www.sos-wildtierfindelkinder.de/ [1]

Bürgermeister Lukas Hartmann schaute beim Welttierschutztag vorbei. Hier im Gespräch mit Igelexpertin Marion Fuchs.
Foto: Pfalz-Express/Ahme
Igelexpertin Marion Fuchs konnte nur kurz vorbeischauen: Zu Hause wartete ein Jungtier von gerade einmal 68 Gramm, das alle zwei Stunden gefüttert werden muss. Fuchs, wie viele im Tierschutz Tätige eine Privatperson, investiert eigenes Geld und viel Zeit in die Versorgung von Notfällen.
Beim kurzen Besuch von Bürgermeister Hartmann sprach sie die Frage nach möglicher städtischer Unterstützung an. Hartmann versprach, sich des Themas anzunehmen.
Kunst, Störche und Bewusstseinsbildung
Die Malerin und Tierfreundin Jacklyn Gratzfeld [2], geboren in New York State und seit 1990 in Albersweiler in der Pfalz lebend, bummelte ebenfalls über den Stiftsplatz. Seit 2005 verbindet sie als freischaffende Künstlerin Kunst mit Naturschutz: „Ich möchte dem stimmlosen Teil der Natur eine Stimme geben.“
Sie informierte sich unter anderem am Stand der Aktion Pfalzstorch bei Karin und Kurt Hechler. Diese berichteten von traurigen Vorfällen in diesem Jahr: Viele Jungstörche verendeten, weil die Eltern Plastikringe von den Feldern sammelten – in dem Glauben, es handele sich um Würmer – und sie den Jungen verfütterten.
Die Aktion PfalzStorch e. V. wurde 1998 gegründet, um den in Rheinland-Pfalz ausgestorbenen Weißstorch wieder anzusiedeln. In Kooperation mit anderen Naturschutzvereinen ist dies gelungen. Heute dokumentiert der Verein den Storchenbestand, leistet Öffentlichkeitsarbeit (wie beim Landauer Tierschutztag), hält Seminare und Vorträge, veröffentlicht Beiträge und hilft aktiv bei Storchennotfällen.

Keine Regenwürmer sondern absolut tödlich für Alt-und Jungstörche, wenn sie verschluckt werden.
Foto: Pfalz-Express

Das Landauer Tierheim ist schon von Anfang an dabei.
Fotos: Pfalz-Express/Ahme

Diese Tiere…

…warten..
Fotos: Pfalz-Express

…auf Vermittlung…
Tierheim Landau: Flohmarkt, Vermittlung und Herausforderungen
Das Tierheim „Maria Höffner“ (getragen vom Tierschutz Südpfalz e. V.) war wieder mit einem gut bestückten Flohmarkt vertreten – darunter vieles für Hunde. Mitarbeiter informierten an Tafeln über die zu vermittelnden Hunde, die alle ihre eigene, oft nicht einfache Geschichte haben und ein neues Zuhause suchen.
Das Tierheim [3] teilt die typischen Probleme der Region und steht vor konkreten Herausforderungen: steigende Fundtierzahlen und Kosten für Futter, Medikamente und Energie, ein Sanierungsstau an den Gebäuden im Rodenweg sowie weiterhin hohe Abhängigkeit von privater Unterstützung – trotz einer erhöhten städtischen Pauschale von rund 1,90 Euro pro Einwohner.
Wichtige Hinweise für Interessierte: Es gibt keine regulären Öffnungszeiten, um den Tieren Stress zu ersparen. Vermittlung, Gassigehen oder Katzenstreicheln nur nach Terminvereinbarung. Sachspenden können kontaktlos in der Box vor dem Eingang (täglich 8–17 Uhr) abgegeben werden.

„Schüler für Tiere“ schockten und provozierten mit ihrer Aktion
Foto: Pfalz-Express
Schüler für Tiere: Provokante Aktion
Ein großer Stand der „Schüler für Tiere“ [4] zog besondere Aufmerksamkeit auf sich. Der Verein setzte auf Provokation: „Saftiger Braten vom Boxer“ und „zartes Katzenragout“ boten Sabine Luppert und ihr Team den Passanten an – so überzeugend, dass mancher wirklich dachte, es sei echt.
In Wahrheit handelte es sich um vegane Häppchen aus Hafer, Soja und Reis. Die Botschaft: Zwischen Katze, Hund und Schwein wird kein Unterschied gemacht. „Warum also überhaupt Tiere essen?“ Die Verbraucher hätten es in der Hand – durch bewussten Einkauf für artgerechte Haltung, weniger Transporte und weniger Tierversuche.
Fleisch sei für eine gesunde Ernährung nicht notwendig; der Anteil könne reduziert und öfter auf vegetarische oder vegane Gerichte umgestellt werden.

UP-Hundetraining: In diesem Jahr gab es Infos zu gesunder Ernährung.
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UP-Hundetraining: Gewaltfreies Training und gesunde Ernährung
UP Hundetraining [5], betrieben von der zertifizierten Hundetrainerin Ute Pasciak aus Göcklingen, verbindet gewaltfreies Training in der Region Landau/Südliche Weinstraße mit ganzheitlicher Ernährungsberatung.
Von November 2021 bis Ende 2024 arbeitete sie Teilzeit im Tierheim Landau intensiv mit Tierschutzhunden an Verhaltensproblemen, um ihre Vermittlungschancen zu verbessern. Sie gilt als Expertin für „Hunde mit Vergangenheit“.
Training findet mobil beim Halter oder auf dem Hundeplatz in Heuchelheim statt (Welpen- und Junghundekurse, Begegnungstraining, Social Walks, Hoopers u. a.). Über REICO & Partner informierte sie zudem über naturbelassene Tiernahrung und bietet Ernährungsberatungen sowie ein kostenloses Testessen an.

Bettina Volpe und Willi Schuppert kämpfen gegen Vogelmord im In-und Ausland
Foto: Pfalz-Express
Großer Einsatz für den Vogelschutz
Bettina Volpe und Willi Schuppert vom Komitee gegen den Vogelmord setzen sich für ein Ende von Vogelfang und -jagd ein. Schon etliche Jahre kämpfen sie gegen diese Praktiken, die besonders in Spanien, Südfrankreich, Norditalien, Malta, der Ägäis, Zypern, dem Nahen Osten und Nordafrika verbreitet sind – aber auch in Norddeutschland, Polen, Großbritannien, Deutschland und Österreich Probleme bereiten. Die Tierschützer sind ständig unterwegs, oft unter großer Gefahr. Mehr unter: https://www.komitee.de/de/ [6]

Große Tierfreundin: Tierschutztag-Organisatorin Desirée Ahme
Foto: Privat
Nächster Landauer Tierschutztag 2027
Der nächste Landauer Welttierschutztag findet am 2. Oktober 2027 wieder an gleicher Stelle statt.
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