Sonntag, 21. Januar 2018

Windkraft: Euphorie in Offenbach, AfD-Kritik auf dem Gollenberg

21. September 2014 | noch keine Kommentare | Kategorie: Allgemein, Kreis Germersheim, Politik regional

Die AfD und Windkraft: Der Bürger soll entscheiden.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Knittelsheim. Vom Gollenberg hat man wahrhaft einen schönen Ausblick auf die Haardt und auf etliche Windräder. Während in Offenbach an der Queich die Einweihung des neuen Windparks II gefeiert wurde, veranstaltete zeitgleich die Alternative für Deutschland, Landesverband Rheinland-Pfalz, ihr Herbstfest auf dem Gollenberg bei Knittelsheim.

Und während sich in Offenbach die Windkraftbefürworter im Aufwind der erneuerbaren Energien befanden, wurden auf dem Gollenberg durchaus kritische Töne laut.

Cirka 150 Personen waren am Samstag vor Ort, darunter wurden auch einige bekannte Persönlichkeiten der Pro-Windkraft gesichtet, die auch zum Teil mit den AfD-Energiefachleuten, die an diesem Tag referierten, das Gespräch suchten oder sich die Vorträge anhörten.

Ausrichter der Veranstaltung war der Kreisverband Germersheim, der von den Kreisverbänden Landau sowie Südliche Weinstraße unterstützt wurde.

Über das gesamte Wochenende wurden Themen wie die Energiewende thematisiert und auch über den geplanten Windkraftausbau der Landesregierung, insbesondere im Bereich Gollenberg und Silberberg, wurde informiert.

Am Samstag gab es ein interessantes Vortragsprogramm zum Thema Energiewende und Windkraft. Prof. Dr. Uwe Zimmermann, Vorsitzender des Landesverbandes Rheinland-Pfalz, referierte über die Energiewende und deren Auswirkungen. Dr. Hans Hönl betrachtete in seinem Vortrag, inwieweit die Stromerzeugung durch die Windkraft in Rheinland-Pfalz sinnvoll ist.

Bei neuem Wein und Zwiebelkuchen gab es Zeit, sich über AfD  und Windkraft selbst ein Bild zu machen.

Die Energiewende sei konzeptlos, so Zimmermann. Er sieht für das EEG und eine effiziente Energiepolitik keine Zukunft. „Es wird noch schlimmer kommen was die Strompreise angeht“, sagte er in seinem mit Daten und Bildern ausgestatteten Vortrag.

Das Ziel, die Kernkraft nur mit regenerativen Energien zu ersetzen, habe extreme Strompreise zur Folge. Probleme sieht Zimmermann bei der Netzstabilisierung, bei fehlenden Grundlastkraftwerken, fehlender Speichermöglichkeit und einer Verschandelung der Landschaft.

„Die Nutzlast ist ein Problem wegen des schwankenden Stromverbrauchs“, so Zimmermann. Grundlastkraftwerke seien am billigsten, wenn sie rund um die Uhr liefen, erklärte der Energieexperte. Doch diese würden nur zugeschaltet, wenn der Ökostrom nicht verfügbar sei. Doch kurzfristig, nach Bedarf können diese Grundlastkraftwerke nicht ans Netz gehen.

Fehlende Speichermöglichkeit: Pumpspeicherkraftwerke müssten gebaut werden. Sie benötigen eine große Fläche, eine gewisse Höhendifferenz und sind sehr teuer.
„Um auf Dauer eine 12.000 Megawattkraftwerksleitung zu erhalten, bräuchte man 1600 Anlagen wie jene, die bei Trier geplant ist.

Zusammenfassend ließe sich sagen: „Es gibt einen erheblichen Bedarf an Forschungs- und Entwicklungsvorhaben“, so Zimmermann.

Die Forderungen der AfD lauten: Bau von Windkraftanlagen durch Bürgerentscheid, EEG und LEP IV sind zu streichen, neue Grundlastkraftwerke sowie Regelkraftwerke müssen gebaut werden.

Dr. Hönl beschrieb die Windkraft aus einer anderen Perspektive. Er sprach zum Beispiel gesundheitliche Risiken wie das Windkraftsyndrom durch Intraschall oder den Werteverlust von Immobilien in seinem Referat an. In anderen Ländern liege der erlaubte Bauradius bei 3 Kilometern, in Rheinland-Pfalz bei 700 Metern.

Auch die Vermeidung von Co2-Emissionen, eines der Hauptziele der Energiewende, sei nicht zu erreichen.
„Die Energiewende funktioniert nicht, die rot-grüne Landesregierung kann es nicht“, sagte Thomas Lutz, Kreisvorsitzender der AfD Germersheim am Ende der Vorträge. „Bleibt nur eines: Wir müssen sie abwählen!“ siehe auch http://www.pfalz-express.de/groses-windparkfest-und-einweihung-windpark-ii-vorzeigekommune-offenbach/(desa)

Professor Zimmermann erklärte den Zuhörern, dass trotz der großen Ausgaben für die Energiewende der Co2-Ausstoß der Stromversorgung angewachsen sei.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

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