Montag, 25. September 2017

Verkehrschaos in Wörth wegen entgleistem Waggon – Brechtel: „Zweite Rheinbrücke hätte geholfen“

8. Mai 2017 | 6 Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Politik regional, Regional
Landrat Dr. Fritz Brechtel mit "Gestrandeten" am Wörther Bahnhof.

Landrat Dr. Fritz Brechtel mit „Gestrandeten“ am Wörther Bahnhof.

Wörth – Kein Möglichkeit nach Karlsruhe zu kommen gab am Montag, nachdem in der Nacht ein Güterwaggon am Wörther Bahnhof  beim Rangieren entgleist ist. Gleichzeitig war wegen eines Verkehrsunfalls die Strecke über Rheinbrücke in Richtung Karlsruhe gesperrt, weshalb auch die ersatzweise eingesetzten Busse kein Durchkommen hatten.

Die Rheinbrücke war also komplett dicht für den Straßen- und Schienenverkehr. „Es ging nichts mehr“, berichtet Landrat Dr. Fritz Brechtel, der sich vor Ort über die Situation informiert hatte.

Der Bahnhof war voll gestrandeter Menschen: Reisende mit großen Koffern, Berufspendler, Auszubildende, Studenten. „Eine zweite Rheinbrücke hätte geholfen, der Verkehr wäre umgeleitet worden, die Ersatzbusse hätte eine Ausweichmöglichkeit gehabt“, sagt Brechtel. „Wer es jetzt noch nicht verstanden hatte, warum eine zweite Rheinbrücke bei uns unumgänglich und mehr als dingend ist, weiß es seit heute.“

Nichts geht mehr: Pendler kommen nicht zur Arbeit, Studenten nicht an die Uni.

Nichts geht mehr: Pendler kommen nicht zur Arbeit, Studenten nicht an die Uni.

Der Kreischef appelliert eindringlich an die Verantwortlichen in Karlsruhe und an die beiden Landesregierungen: „Bauen Sie endlich die zweite Rheinbrücke! Das fordern auch die betroffenen Menschen, mit denen ich vor Ort gesprochen habe.“

Seit Anfang Dezember ist der Bau der 2. Rheinbrücke zwischen Wörth und Karlsruhe im „vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplan 2030 eingestuft.

Das bedeutet, dass das Projekt von Bundesseite höchste Priorität bei der Finanzierung hat und „dass die Länder Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg am Zug sind“, so Brechtel: „Die Brücke ist wirtschaftliche Hauptschlagader und Nadelöhr unserer ganzen Region. Was eine Sperrung bedeutet, haben tausende von Menschen und unzählige Betriebe heute deutlichst zu spüren bekommen. Solche Notsituationen darf man den Menschen in unserer Region nicht länger zumuten.“

Zu dem Vorfall äußerten sich auch der Wörther Bürgermeister Dr. Dennis Nitsche, die SPD-Politikerinnen Barbara Schleicher-Rothmund und Nicole Zor sowie das „Aktionsbündnis Zweite Rheinbrücke„.

Webcam: Der Verkehr bricht zusammen. Fotos: KV GER

Webcam: Der Verkehr bricht zusammen.
Fotos: KV GER

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6 Kommentare auf "Verkehrschaos in Wörth wegen entgleistem Waggon – Brechtel: „Zweite Rheinbrücke hätte geholfen“"

  1. Danny G. sagt:

    Würde mich abschließend interessieren, wie die beschriebene „Umleitung“ funktioniert hätte, wenn der Unfall am Ölkreuz oder am Knielinger Pförtner oder im weiteren Verlauf der B10/Südtangente passiert wäre ? Also alles was nicht zwischen aktueller Rheinbrücke und Ölkreuz ist.
    Und bitte nicht mit B36 Anbindung argumentieren.. die B36 endet hinter Neureut im Karlsruher Ampeldickicht.
    Ich habe es nämlich noch immer nicht verstanden, wie eine zweite Rheinbrücke diese Konstellationen abfangen soll, wenn ein Unfall an den beschriebenen Stellen passiert.
    Außerdem ist die aktuell entstandene Konstellation mehr als unwahrscheinlich zustande gekommen. Einen entgleisten Wagon und einen Verkehrsunfall gleichzeitig zur Rushhour halte ich für einen enormen Zufall der sich wohl kein zweites Mal ereignen wird.

    Ich persönlich sehe hier die Politik mal wieder als Menschenfänger, die den Leuten was verspricht, was danach nicht funktionieren wird.
    Aber gerne lasse ich mich von Argumenten überzeugen.
    Also liebe Rheinbrückenfreunde: Bitte beschreibt mir den Weg den der Ersatzbus über die neue Rheinbrücke nehmen wird, wenn in ein Unfall das Ölkreuz oder den Knielinger Pförtner blockiert.

    • Steffen Weiß sagt:

      Lieber Danny G.,

      – wieder einmal – 😉

      grundsätzlich würde eine zweite Rheinbrücke die Verkehrsströme entzerren.
      Beide Brücken mit 2 Fahrspuren pro Richtung, verbunden am Ölkreuz und die Nordbrücke natürlich weitergeführt zur B36.
      Verkehrsteilnehmer, die von der Pfalz kommend mit dem Fahrtziel Eggenstein-Leopoldshafen, KIT Campus-Nord, Neureut oder auch zum westlichen Zirkel/Moltkestraße wollen, fahren heute wie alle Siemensianer in Knielingen ab. Dazu mussten sie zuvor über die einzige Straßenbrücke im 50km-Umkreis.
      In Knielingen selbst teilen sich diese Verkehre dann wieder auf auf die Rheinbrückenstraße, Sudetenstraße, Siemensallee (und alle Nebenstraßen, die mutmaßlich schneller zum selben Ziel führen)

      Die Anbindung der Nordunfahrung für Knielingen, die die Menschen dort von der Stadt nie bekommen würden, bindet südlich der Kläranlage an die B36 an. (Natürlich würden sich die Verkehre ab hier noch besser aufteilen, wenn man die sinnvolle Weiterführung auf der freigehaltenen Nordtangententrasse machen würde – Stadtbahngleis wird schon unterführt – bis zur Welschneureuter Straße oder gleich zur Linkenheimer Landstraße. Neureut hätte unmittelbar den Verkehr aus seinen Ortsteile raus – ja, in Gänze wird Neureut dadurch in seine „Bestandteile“ aufgeteilt, wie das auch die Linkenheimer Landstraße heute schon tut.)

      Ein konkreter Pendelbusverkehr zwischen Wörth und Knielingen könnte vom Anknüpfungspunkt B36 über die Sudetenstraße zurück nach Knielingen fahren, oder über die – dann von der 2. Brücke verkehrlich entlastete – Südbrücke fahren.

      Es waren gestern morgen mehrere Unfälle.

      Heute übrigens auch.

      Natürlich gibt es diese Häufung von Vorfällen nicht.
      Ganz schlecht ist die schwache bzw. nicht vorhandene Information der Fahrgäste, von denen viele (so ab Bellheim und nördlich) auch mit der Stadtbahn nach Germersheim hätten fahren können und von dort mit der S-Bahn nach Karlsruhe. Sie hätten es nur wissen müssen…..

      • Danny G. sagt:

        Meine Frage war ja , was man macht, wenn ein Unfall am Ölkreuz oder am Knielinger Pförtner stattfindet…

        Die Sudetenstraße ist nichts anderes als eine einspurig befahrbare Straße, die nicht breiter ist, als die einseitig gesperrte alte Rheinbrücke, welche durch ein Wohngebiet führt und mehrere Ampelanlagen aufweist.
        Die auch mögliche Weiterfahrt nach Süden auf der B36 , welche ab dann „Neureuter Straße“ heisst, befahre ich so gut wie nie, weil man dort mehr Zeit an Ampeln verbringt als im Stau auf der (alten südlichen) Rheinbrücke. Diese Straße ist auch heute schon ohne eine mögliche nördliche Rheinbrücke überlastet.
        Die genannte Verkehrsführung ist für mich absolut kein Argument der mir erklärt, warum ein Verkehrschaos mit Vorhandensein der aktuell geplanten neuen (nördlichen) Brücke ausgeblieben wäre. Das Chaos wäre dann auf der Sudetenstraße, der Neureuter Straße und der Rheinstraße entstanden und hätte sich auch bis auf die pfälzische Seite zurückgestaut.
        Und dazu bräuchte es auch tatsächlich die B36 Anbindung !
        Und in Ihrer Argumentation dürfen Sie nicht vergessen, dass es noch einen Großteil der Pendler und Nutzer der Rheinbrücke gibt, welcher den Verlauf der Südtangente bzw. bis zur A5 weiterfahren will. Die können sich dann aussuchen, ob sie lieber am Lameyplatz Im Chaos stehen oder in den benachbarten Mc Donalds gehen, bis sie die Möglichkeit haben wieder auf die Südtangente zu kommen.

        Ich bin immer noch der Meinung: Ohne vernünftiges Verkehrskonzept auf Karlsruher Seite und ohne Lückenschluß zur A5, entlastet eine zweite Rheinbrücke den Verkehr nicht.

  2. Bahnfahrer sagt:

    Die Darstellung, dass der Unfall die SEV-Busse blockiert hätte, ist so nicht nachvollziehbar. Auf dem oberen Bild vom LBM ist zu sehen, dass die Pannenfahrzeuge auf dem Standstreifen VOR der Einfädelspur der Überleitung von der B9 stehen. Die SEV-Busse vom Bahnhof Wörth haben diese Unfallstelle nicht passiert, sie sind erst danach auf die A65/B10 aufgefahren.

    Unabhängig davon war mal wieder etwas mehr los als sonst.
    Das höhere Verkehrsaufkommen heute morgen könnte aber auch schlicht dem geschuldet sein, dass doch einige außer der Reihe mit dem Auto unterwegs waren, weil sie die Nachricht über die Gleissperre morgens noch rechtzeitig erhalten haben bzw. durch Kollegen und Bekannte alarmiert wurden und/oder diese dann auch im Wörth aufsammelten.

    Es war schon ein sehr bizarrer Moment, als der Landrat die Bahnfahrer vom Vorteil einer zweiten Auto-Brücke überzeugen wollte. So ein bisschen fühlte ich mich da schon als Trottel, dass ich da noch mit der Bahn fahr und täglich garantiert 1h länger unterwegs bin als mit dem Auto. Dabei standen kurz nach 8:00 ein paar hundert Fahrgäste in Wörth (4 überfüllte Busse in einer Stunde haben nicht gereicht), quasi als stille Demo für schnellen und zuverlässigen ÖPNV.
    Einige sind im Nieselregen zu Fuß Richtung Knielingen weiter. Vermutlich waren manche früher dort, als Kollegen, die auf den SEV gewartet haben und mehrfach nicht mehr in die vollen Busse gekommen sind.

  3. Redaktion sagt:

    @ „Edina“: Gesperrt wegen gefakter E-Mail-Adresse. Ihre Kommentare wurden gelöscht.

  4. Philipp sagt:

    „Die Nordtangente in Karlsruhe nützt nichts ohne zweite Rheinbrücke“
    „Die zweite Rheinbrücke nützt nichts ohne Nordtangente“
    „Die Rheinbrücke kann ohne Vollsperrung saniert werden“
    Diese Ausreden werden von den Karlsruher Generalblockierern permanent abwechselnd vorgebracht.
    Natürlich gibt es Abhängigkeiten und Nebenbedingungen, aber wenn man nichts tut ändert sich an diesem Flaschenhals ganz sicher gar nichts.
    Mit dem Bau der zweiten Brücke ist ja noch nicht Schluss mit dem Flaschenhals: Dann kommt die berühmte „Sanierung ohne Vollsperrung“, die wahrscheinlich nach der ersten Wochenendsperre in eine dauerhafte Vollsperrung übergeht und sich mit höchster Wahrscheinlichkeit als untaugliche Sanierungsmethode herausstellt: Es muss zusätzlich auch die alte Brücke ersetzt werden.
    Wenn die zweite (für Dippelschisser: die dritte) Rheinbrücke aber erst mal gebaut ist, gibts für die Karlsruher Blockadespezialisten nicht mehr die Möglichkeit, den schwarzen Peter nach Westen zu schieben: der liegt dann ganz allein bei der geballten Unfähigkeit auf der Karlsruher Seite.
    Dann müssen die was tun – oder eben für das Verkehrschaos alleine die Prügel einstecken.

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