Freitag, 24. November 2017

Verbandsgemeinde Jockgrim: Uwe Schwind – Karl Dieter Wünstel

14. April 2017 | noch keine Kommentare | Kategorie: Wahlspecial: Landrats- und Bürgermeisterwahlen 2017 im Landkreis Germersheim

Für die Verbandsgemeinde Jockgrim treten zur Wahl des Bürgermeisters an: Uwe Schwind (SPD) und Karl Dieter Wünstel (CDU).

Uwe Schwind, amtierender Bürgermeister der Verbandsgemeinde Jockgrim, Verwaltungsjurist, ledig, zwei Kinder:

Uwe Schwind, VG jockgrim , Bgm.Warum möchten Sie Bürgermeister bleiben, was bewegt Sie zur erneuten Kandidatur?

Die Arbeit hier in der Verbandsgemeinde, zusammen mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung sowie den Bürgerinnen und Bürgern, macht schlichtweg viel Spaß und ich fühle mich in allen vier Ortsgemeinden sehr wohl. Weiterhin sehe ich noch einige Aufgaben, die ich in den letzten Jahren begonnen, aber noch nicht beenden konnte, da sich die Verwirklichung von großen Projekten auf kommunaler Ebene als äußerst langwierig darstellt.

Und zuletzt halte ich mich für gesundheitlich fit genug und mit 57 Lebensjahren auch noch nicht zum „alten Eisen“ gehörend, so dass ich mir eine weitere Amtszeit von 8 Jahren noch zutraue.

Beschreiben Sie einem Fremden die Verbandsgemeinde mit maximal drei Sätzen…

Die Verbandsgemeinde Jockgrim mit ihren vier Ortsgemeinden Jockgrim, Rheinzabern, Hatzenbühl und Neupotz ist landschaftlich sehr schön gelegen und eine der wenigen Gebietskörperschaften in der gesamten Umgebung, die noch mit Bevölkerungswachstum zu rechnen hat, was der unmittelbaren Nähe zur Technologieregion Karlsruhe und deren gut bezahlten Arbeitsplätzen zu verdanken ist.

Wir haben fast Vollbeschäftigung, sehr gut ausgebildete Arbeitnehmer und damit korrespondierend die geringste Sozialhilfedichte im gesamten Landkreis. Nicht zuletzt haben wir eine aufgeschlossene sowie freundliche Bevölkerung, die sich für das Allgemeinwohl wirklich interessiert, was man schon an dem regen ehrenamtlichen Engagement im sozialen und kulturellen Bereich, einschließlich dem Vereinswesen, sehen kann.

Wenn ich wieder gewählt werde, werde ich als erstes…?

… am 14.05.2017 nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses gemeinsam mit meinen Freunden und den Mitstreitern, die mir im Wahlkampf unendlich viel geholfen haben, mit guten Getränken und Essen sowie viel Dankbarkeit gegenüber den Wählern den Tag ausklingen lassen.

Die nächsten drei Projekte sind…?

  • Die Integrierte Gesamtschule (IGS) in Rheinzabern mit ihrer Oberstufe, die für uns als ortsnahe weiterführende Schule von herausragender Bedeutung ist, muss in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit dem Schulträger Landkreis Germersheim baulich fertiggestellt werden, damit in der Folge auch die Unterbringung von Schulklassen in Containern entfallen kann.
  • Die Planung für eine Generalsanierung der Sporthalle der IGS, die nach mehreren Jahrzehnten Gebrauch nunmehr in die Jahre gekommen ist, sollte als nächstes Millionenprojekt in diesem Jahr noch begonnen werden.
  • Weiterhin liegt mir die endgültige Umsetzung unseres Klimaschutz- und Energiesparprogrammes sehr am Herzen, damit wir insbesondere durch die Umrüstung aller vier Grundschulen mitsamt den Turnhallen auf LED-Leuchttechnik bis zu 20% unserer Energiekosten sparen können.

Worin sehen Sie derzeit die größte Herausforderung?

Neben den zu verwirklichenden, einzelnen Sachprojekten sehe ich als tägliche Herausforderung und niemals endende Hauptaufgabe die Optimierung der hauptamtlichen Verwaltung in Jockgrim an, die mit Erfahrung und Fachwissen durchzuführen ist, damit sie als bürgerfreundlicher sowie moderner Dienstleister dem Bürger nützt.

Langfristig möchte ich für die VG Jockgrim erreichen…

…dass unsere guten Lebens- und Wohnverhältnisse in den vier Ortsgemeinden Jockgrim, Rheinzabern, Hatzenbühl und Neupotz weiter ausgebaut werden, so dass man auch in der Zukunft sagen kann: „Hier lässt es sich gut leben!“

Was sind Ihre drei liebsten Beschäftigungen?

Arbeiten, lesen und mit wohlmeinenden Menschen reden.

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Karl Dieter Wünstel (49), selbstständiger Berater für Unternehmen und Führungskräfte, geschieden, zwei Kinder.

Warum möchten Sie Bürgermeister werden, was bewegt Sie zur Kandidatur?

Karl-Dieter-Wünstel.gifAls Erster Beigeordneter sehe ich einiges an Themen, die man anders und besser machen kann. Außerdem gibt es Themen, die bisher gar nicht angepackt wurden oder lange liegen blieben. Ich möchte das gerne ändern.

Ende 2015 musste ich aus dem Stand für mehrere Wochen die Amtsgeschäfte des Bürgermeisters der VG Jockgrim übernehmen. Eine Herausforderung, der ich mich gerne gestellt habe. Die Einwohnerversammlungen zum Thema ‚Flüchtlinge‘, die Zusammenarbeit mit den Gremien der Ortsgemeinden und deren Bürgermeistern, der Kreisverwaltung und den anderen Verbandsgemeinden – durchweg positive Erfahrungen. Aus der Bevölkerung, den Fraktionen und der Verwaltung kam ebenfalls viel positive Resonanz und Unterstützung.

Ich war kommunalpolitisch schon immer umtriebig. In meiner Heimatgemeinde zum Beispiel bei den Themen Breitbandausbau, Verkehrsberuhigung oder Ortsbegrünung, immer in enger Abstimmung mit dem Bürgermeister und nah an den Gemeinderatsmitgliedern der verschiedenen Fraktionen. Unter spiegelt auch das mein Verständnis von der Aufgabe des Verbandsbürgermeisters wider: „Entwicklung vorantreiben, Fortschritt ermöglichen“.

Beschreiben Sie einem Fremden die Verbandsgemeinde mit maximal drei Sätzen…

Die Verbandsgemeinde Jockgrim ist eine Gemeinschaft von vier agilen, individuellen Gemeinden, in denen fleißige und liebenswerte Menschen leben, die Nachbarn und Gästen gegenüber aufgeschlossen sind. Unsere Ortschaften haben Charme und jeweils ihre Geschichte und Geschichten, ihre Stärken und Potentiale, die den Einwohnern auch ein Stück Identität geben. Es ist schön, hier zu leben und zu arbeiten.

Wenn ich zum Bürgermeister gewählt werde, werde ich als erstes…?

Zunächst werde ich mich einfach freuen – ein Wahlerfolg ist erst einmal ein Vertrauensbeweis. Gleichzeitig ist er auch ein Vertrauensvorschuss, dem es gilt gerecht zu werden. Die Amtsübergabe erfolgt erst zum Jahreswechsel, so dass ich einerseits meine Aufträge als selbstständiger Berater im Sinne meiner Kunden zu Ende führen und mich andererseits noch stärker als bisher als Erster Beigeordneter in die laufenden Verwaltungsprojekte und -geschäfte einarbeiten kann, um ab Januar 2018 durchzustarten.

Die nächsten drei Projekte sind…?

Neben den langfristigen und Projekten, die Kontinuität benötigen und die unabhängig vom Amtsinhaber fortgeführt werden, liegen mir einige Punkte sehr am Herzen:

  • Bürgerbeteiligung – die müssen wir verstärken. Denken Sie beispielsweise an die Einwohnerversammlungen zum Thema „Flüchtlinge“: Da haben die Ortsbürgermeister und wir Beigeordnete ganz schön Überzeugungsarbeit leisten müssen, ehe die Bereitschaft da war, vor die Bürger zu treten und zu informieren. Und ich meine immer noch, das war richtig. Wir hatten großartige Unterstützung durch die Mitarbeiter der Verwaltung. So muss es weitergehen: Frühzeitige transparente Information, Anregungen der Bürger in die Planungen und den Entscheidungsprozess einfließen lassen. Dazu soll von Anfang an auch eine regelmäßige Bürgersprechstunde in den Ortsgemeinden beitragen.
  • Ein eher kleines Projekt ist mir besonders ans Herz gewachsen: Die Mitfahrerbänke – das Prinzip folgt dem früheren „Fahren per Anhalter“, nur etwas geordneter. Durch das Aufstellen der Bänke und Information und Motivation der Menschen für das Prinzip (auch hier: Stichwort „Transparenz“) erreichen wir mehrere Effekte gleichzeitig: Menschen, die kein eigenes Auto haben oder nur eingeschränkt mobil sind – nicht zwingend nur Ältere – werden durch diese Bänke wieder mobiler. Sie können so zum Einkaufen, zur Verwaltung, zu Freunden oder an den Bahnhof kommen. Kontakte werden intensiviert, vielleicht sogar neue geknüpft – ein enormer Gewinn an Lebensqualität, dazu für die Gemeinschaft sehr kostengünstig. Und das käme jeder unserer Gemeinden zu Gute. Übrigens gibt es bereits deutliche Zustimmung aus den Gemeinden zu diesem Vorhaben.
  • Ein vielleicht unerheblich anmutendes Projekt, das ich dennoch schnell umsetzen möchte: Die Menschen sollen die „Gelben Säcke“ wieder vor Ort in ihren Gemeinden abholen können. Dass man wegen einer Rolle Plastiktüten in die Verbandsgemeindeverwaltung fahren muss, ist weder ökologisch sinnvoll noch nachvollziehbar.

Worin sehen Sie derzeit die größte Herausforderung?

Das sind mehrere, und alle sind wichtig…

Wir brauchen zügig ein gemeinsames Verkehrskonzept – getragen von allen vier Gemeinden: Der Flächennutzungsplan ist verabschiedet, es kommen neue Bau- und Gewerbegebiete, die zweite Rheinbrücke wird immer wahrscheinlicher. Wir müssen aufpassen, dass wir darüber nicht die Menschen vergessen, die durch das zu erwartende „Mehr an Verkehr“ belastet werden.

Sowohl die Stadt Wörth als auch die VG Rülzheim haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht, die aktuelle Verwaltungsarbeit durch ein externes Büro analysieren und sich zu Optimierungen beraten zu lassen. Dadurch konnten strukturelle Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt und erhebliche Einsparungen erzielt werden. Eine effizientere Verwaltung kommt allen Bürgern, eine Kostenreduzierung den Ortsgemeinden sehr entgegen. Wenn dabei auch noch die Kundenorientierung erhöht wird, dann wäre ich mehr als zufrieden.

Nicht dass hier ein falscher Eindruck entsteht: Zur Entlastung der Kommunen sind vor allem auch Land und Bund in der Verantwortung. Wir können in den Kommunen nicht immer mehr Aufgaben übernehmen und bei den Kosten im Regen stehen gelassen werden.

So wertvoll die Integrierte Gesamtschule am Schulstandort Rheinzabern für unsere Verbandsgemeinde auch ist: Wir müssen die finanzielle Belastung auch stemmen können. Nachdem bei der Finanzierung der IGS einiges nicht gut gelaufen ist, muss die Verbandsgemeinde bei der erforderlichen Sanierung der Schulsporthalle unbedingt aktiv den Überblick behalten.

Langfristig möchte ich für die die VG Jockgrim erreichen…

…dass wir mit unseren Projekten auf dem Laufenden sind und wir mit innovativen Ideen in die Zukunft starten – „Sanierungsstau“ soll ein Fremdwort werden. Unsere Bevölkerung wird älter: Hier möchte ich erreichen, dass wir uns gemeinsam den Anforderungen aus dem demographischen Wandel erfolgreich stellen. Niemand soll einsam sein. Der von der CDU beantragte und nun neu installierte Seniorenbeirat wird dabei wertvolle Impulse geben können – mit ihm will ich eng zusammenarbeiten. Unsere Verbandsgemeinde soll sich wirtschaftlich und auch was die Lebensqualität angeht mit anderen Gemeinden und Städten in der Region messen können – erfolgreich.

Was sind Ihre drei liebsten Beschäftigungen?

Ich vermute, Sie meinen Beschäftigungen in der Freizeit – dass ich in meiner Arbeit als selbstständiger Berater für Unternehmen Erfüllung finde, ist für mich eine schöne Selbstverständlichkeit.

Nun, meine liebste Freizeitbeschäftigung wird niemanden überraschen: Ich verbringe gerne Zeit mit meinen beiden Söhnen. Außerdem bin ich seit meiner Jugend stark kommunalpolitisch engagiert, Mitglied in mehreren Vereinen und seit über 30 Jahren aktiv in der Freiwilligen Feuerwehr.

Wenn ich was aus bzw. mit Holz bauen kann, geht mir das Herz auf. Manchmal bleibt auch noch Zeit für ein gutes Buch und ein Glas Wein. Langweilig war es mir noch nie.

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