Montag, 11. Dezember 2017

Verbandsbürgermeister Volker Poß: Über die Zukunft der VG Kandel – Kandidatur zur Wiederwahl angekündigt

22. August 2015 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Politik regional, Regional

Verbandsbürgermeister Volker Poß (li.) referierte über die Zukunft der Verbandsgemeinde. Rechts Klaus Böhm, stellvertretender Vorsitzender der AG 60plus Südpfalz.
Fotos: pfalz-express.de/Licht

Kandel – Auf Einladung der AG 60plus referierte Verbandsbürgermeister Volker Poß im Naturfreundehaus Kandel über die Zukunft der Verbandsgemeinde.

Poß´Amtszeit endet im nächsten Jahr – eine Zäsur stehe an, merkte Klaus Böhm, stellvertretender Vorsitzender der AG 60 plus Südpfalz, an und dankte Poß gleichzeitig für seinen bisherigen Einsatz für die Verbandsgemeinde.

„Keine Bange“

Im Hinblick auf die Gebiets-und Kommunalreform der Landesregierung müsse man in der Verbandsgemeinde keine Maßnahmen befürchten, sagte Poß. Man sei gut aufgestellt, stehe nicht auf der „roten Liste“ des Landes, um mit den Nachbarkommunen zu fusionieren: „keine Bange“.

Trotzdem sei es wichtig, interkommunal zusammenarbeiten.

Deswegen habe man an den Modellprojekten „Starke Kommunen – Starkes Land“ teilgenommen – jedoch immer unter der Voraussetzung der Freiwilligkeit. Nichts werde von oben aufoktroyiert. Auch vom Leader-Projekt verspricht sich Poß neue Impulse – und natürlich Fördergelder für die damit verknüpften Vorhaben.

Man habe eine gute Basis mit allen Leader-Beteiligten erreicht, betonte Poß. Zwar falle dadurch mehr Verwaltungsarbeit an, aber: „Es ist wichtig, über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen, offen zu sein für neue Themen, den Fuß in der Tür zu haben.“

Auch die Verwaltung komme ihren Aufgaben gut nach: „Wir werden als VG weiter existieren.“

In Kandel selbst gibt es laut Poß keine Möglichkeit für größere Industrieflächen, da die Stadt über kein Bauland mehr verfügt. Einzelhandel und Dienstleistungsunternehmen sollen aber weitere Flächen angeboten werden. Man müsse mit der Stadt und dem Verein für Handel und Gewerbe daran arbeiten, „dass Kandel weiter funktioniert“, so Poß.

Dabei nehme Bevölkerung keineswegs drastisch ab, wie von manchen Regionalplanern prognostiziert, sondern stagniere eher. Deshalb will die VG weitere Wohnbaumaßnahmen anstoßen, „damit sich die Bürger wohlfühlen. Handel und Dienstleistungen, Wohnen und Leben – das sind die Schwerpunkte für Kandel.“

Schulstandort Kandel – wie geht es weiter?

Ein großer Aufreger: Die Sanierung der Schulen, in der Hauptsache die IGS und die Realschule plus in Kandel.

Zwar sind die Grundschulen in der VG in den letzten Jahren umfassend saniert worden. In Kandel wurde sogar eine Lüftungsanlage eingebaut. Lehrkräfte bestätigten bereits einen verbesserten Lernerfolg durch die regelmäßige Sauerstoffzufuhr.

Minfeld und Freckenfeld seien in einem vernünftigen baulichen Zustand, sagte Poß, in Freckenfeld müssten lediglich irgendwann die Fenster erneuert werden.

Die Schulturnhallen in den beiden Ortsgemeinden seien jedoch in einem desolaten Zustand und müssten dringend saniert werden.

Für Poß stellt sich die Frage: „Sollen wir uns zwei Grundschulturnhallen leisten? Falls nein – welche wird aufgegeben?“

Nach Meinung des Verbandsbürgermeisters solle in Freckenfeld nichts mehr getan werden. Bei auch in den nächsten Jahren gleichbleibenden Schülerzahlen (60 Schüler in drei Klassen) sei es nicht vertretbar, einen dermaßen hohen finanziellen Aufwand zu betreiben.

Poß favorisiert statt dessen ein „schöneres und komfortableres Bürgerhaus, in dem man auch turnen kann“, ein sogenanntes multifunktionales Bürgerhaus.

In Minfeld seien die Schülerzahlen stabil, deshalb lohne sich dort in der Halle eine energetische Sanierung mehr. Zuschüsse aus einem kommenden Investitionsfond könne man für die Sanierung einer Halle einsetzen, und „das ist – aus meiner Sicht – Minfeld“, sagte Poß.

IGS und Realschule plus – es geht nicht voran

Seit Jahren stehen die Container auf dem Gelände der IGS in Kandel – und nichts passiert. Im Sommer heiß, im Winter eher kühl: Der Unterricht in den Boxen ist für die Schüler nicht gerade angenehm. Auch die Realschule plus hat Sanierungsbedarf. Träger der beiden Schulen ist der Landkreis.

Zwar habe ein Schulplaner die Existenz aller vier IGSsen bestätigt: „Keine der IGSsen im Kreis wird Probleme bekommen“, sagte Poß. Auch die Realschule plus sei nicht bestandsgefährdet. Es sei trotzdem immens wichtig, dass beide Schulen in einem guten Zustand erhalten würden.

Der Landkreis soll nun mehr in die Pflicht genommen werden, damit zumindest die Planung in die Gänge kommt.

Darauf wolle er im Kreistag weiter drängen, so Poß. Von einem eigentlichen Baubeginn sei man noch Jahre entfernt, aber wenigstens die Weichen müssten schnellstmöglich gestellt werden. Er habe auch schon zahlreiche Briefe an den Landrat und Bildungsministerin Vera Reiß geschrieben.

Wasser, Wasser…

Auch das Waldschwimmbad kommt allmählich in die Jahre – über 20 Jahre alt ist es nun. „Hier müssen wie ebenfalls allmählich mal über eine Sanierung nachdenken“, sagte Poß, der in diesem Zusammenhang das dortige Personal lobte: „Sie sind sehr engagiert, schauen in alle Ecken, kümmern sich um alles.“

Da auch diese Sanierung nicht „preisgünstig“ zu haben sei, müsse man fraktionsübergreifend Ideen sammeln.

Bei der Wasserversorgung werde es in den kommenden Jahren einen großen Sanierungsaufwand geben. Die Betonflächen des Wasserturms seien angegriffen, erläuterte Poß, das Ergebnis einer Untersuchung sei „ernüchternd“ gewesen.

Poß warf die Frage auf, ob man den Turm überhaupt noch brauche oder ob nicht etwa ein neuer Wasserbehälter mit Druckpumpen im Bereich des Wasserwerks sinnvoller sei. Untersuchungen dazu liefen bereits.

Unterbringung der Flüchtlinge bleibt Herausforderung

Der Flüchtlingsstrom nimmt keine Ende – auch Rheinland-Pfalz erwartet etwa 38.000 neue Asylbewerber.

Die Verbandsgemeinde Kandel rechnet noch im August mit weiteren fünf Personen aus Pakistan. Bislang konnten alle Ankömmlinge in von der VG angemieteten Wohnungen unterkommen. Eigenen Wohnraum hat sie nicht mehr. Deshalb sei man weiter darauf angewiesen, dass privater Wohnraum zur Vermietung bereit gestellt werde.

Was noch ansteht…

Poß äußerte sich ebenfalls zum Windpark in Freckenfeld, der Einrichtung einer Ganztagsschule in der Grundschule Kandel und zum Ausbau eines schnellen Internets.

Diese Themen werden in Kürze in gesonderten Berichten im Pfalz-Express behandelt.

Poß will wieder kandidieren

Volker Poß kündigte an, in einer zweite Amtszeit gehen zu wollen. Im September soll eine Nominierungskonferenz stattfinden.

Die Wahlen können frühestens im September 2016 stattfinden – noch genug Zeit also, sich auf einen Wahlkampf vorzubereiten.

Klaus Böhm betonte, die AG 60plus werde Poß auf allen Ebenen unterstützen. Seine hohe Sachkenntnis und Liebe zum Amt rechtfertige unbedingt eine Wiederwahl.

Landkreis und Landrat bekommen ihr Fett weg

In der Schulfrage bekam der Landkreis nebst Landrat Dr. Fritz Brechtel eine ordentliche Breitseite von Böhm: „Der Landkreis muss endlich aus den Hufen kommen. Seit drei Jahren stehen die Container in der IGS und in Germersheim wird keine Entscheidung gefällt. Das ist nicht mehr mit anzusehen.“

Früher sei Kandel unbestrittener Standort aller Schulen im Kreis gewesen, heute würde er „schleichend abgeschwächt“.

Nicht einmal die Frage „Neubau oder Sanierung“ sei seitens des Landkreises bisher beantwortet worden. Brechtel sei “aufgefordert, diese Frage endlich zu lösen“. (cli)

„Pfälzer Währung“ für den Referenten.

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