Sonntag, 17. Dezember 2017

Unser Dorf hat Zukunft: Wattenheim Kreissieger im Dorfwettbewerb 2015

3. September 2015 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Bad Dürkheim

Ortsbürgermeister Andreas Werle (links) erhält von Landrat Ihlenfeld die Siegerurkunde.
Foto: kv-düw

Wattenheim. Die Siegergemeinde im Kreisentscheid 2015  des Kreises Bad Dürkheim im Landeswettbewerb 2014/2015 „Unser Dorf hat Zukunft“ heißt Wattenheim.

Beim diesjährigen Kreisentscheid beteiligten sich nur zwei Gemeinden – Herxheim am Berg und Wattenheim. Die geringe Teilnehmerzahl hatte zur Folge, dass sich nur eine Gemeinde für den weiterführenden Gebietsentscheid qualifizieren konnte.

Bewertet wurden die Teilnehmer von der Kreisjury unter Vorsitz von Kreisplaner Holger Eichner. Die Jury hatte die Teilnehmergemeinden unter den Gesichtspunkten „Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen“, „Bürgerschaftliches Engagement, soziale und kulturelle Aktivitäten“, „Baugestaltung und Bauentwicklung“, „Grüngestaltung das Dorf in der Landschaft“ zu beurteilen.

Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld zeigte sich bei der Urkundenübergabe an den Kreissieger am 31. August in Wattenheim ein wenig enttäuscht, dass nur so wenige Gemeinden dem Aufruf zur Teilnahme am Wettbewerb gefolgt waren und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass der Wettbewerb zukünftig wieder „an Fahrt gewinnen“ möge.

Wattenheim konnte die Jury mit ihrem klaren Bekenntnis zu einer zukunftsorientierten Dorfentwicklung überzeugen.
Wattenheim ist 1989 mit der Aufstellung eines Entwicklungskonzeptes in die Dorferneuerung eingestiegen. Mit ihrer diesjährigen Teilnahme am Wettbewerb zog die Gemeinde eine Bilanz der zurückliegenden Dorfentwicklung, legte diese einer neutralen Jury offen und präsentierte sich konsequent zukunftsorientiert.

Im Bereich „Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen“ konnte die Jury feststellen, dass die Gemeinde zweigleisig fährt: Zum einen soll der kurzfristige Baulandbedarf im Neubaugebiet „Am Bild“ gedeckt werden, zum andern sieht Wattenheim längerfristig die Mobilisierung von Baulandreserven im innerörtlichen Bereich als zukunftsweisend an.

Zu „Bürgerschaftliches Engagement, soziale und kulturelle Aktivitäten“ ist zu sagen, dass in der Gemeinde ein vielfältiges Vereinsleben existiert.

Infolge dessen sind das bürgerschaftliche Engagement und die ehrenamtliche Hilfsbereitschaft ausgeprägt. „Das trägt dazu bei, dass man sich kennt, und sich das Leben im Dorf bunt und vielfältig gestaltet“, so die Jury. Seit Herbst 2014 öffnet einmal im Monat in der Gemeindefesthalle das Dorfcafé, in dem neben Kaffee und Kuchen den Bürgern Gelegenheit zum sozialen und kulturellen Austausch geboten wird.

Im Punkt „Baugestaltung und Entwicklung“ vermerkte die Jury, dass es im innerörtlichen Bereich entlang der Hauptstraße vermehrt Leerstände gibt. Deren Reaktivierung und die Mobilisierung von Baulandreserven im Innenbereich werden die Gemeinde in den kommenden Jahren beschäftigen, ebenso wie die weitere Sanierung und Wiedernutzung des Anwesens Fernekeß, in dem der Musikverein einen beachtenswerten Grundstein gelegt habe, so die Jury.

Auch die bauliche Gestaltung und Entwicklung des Ortszentrums wird eine wichtige Zukunftsaufgabe darstellen. In Bezug auf „Grüngestaltung, das Dorf in der Landschaft“ urteilte die Jury, dass sich Wattenheim harmonisch in die umgebende Landschaft einfügt. Im innerörtlichen Bereich gibt es viele Gärten und Grünbereiche. Nur die Hauptstraße stelle sich nach Außen durch wenig Grün etwas abweisend dar.

Insgesamt kam die Jury zu dem Ergebnis, dass sich Wattenheim auf einem guten Weg befindet und der feste Wille vorhanden ist, die anstehenden Aufgaben der Dorfentwicklung konsequent anzupacken.

Neben der Würdigung der Entwicklungserfolge machte die Jury der Gemeinde auch Vorschläge für die zukünftige Dorfentwicklung:in Anbetracht der Leerstände im Ortskern ein Baulückenkataster zu erarbeiten und in ein fortzuschreibendes Dorfentwicklungskonzept zu integrieren,das vorhandene Engagement der  Bürger für eine Dorfmoderation zu nutzen,
die Entwicklungsmöglichkeiten im Ortskern konzeptionell weiterzuentwickeln und unter Berücksichtigung der vielen Zwangspunkte (Verkehrsflächen, Einfahrten, Versorgungsleitungen) ein Begrünungskonzept für den innerörtlichen Bereich zu erarbeiten.

Herxheim am Berg war ebenfalls zum Wettbewerb 2015 angetreten. Die Gemeinde konnte im Jahr 2014 den dritten Platz in der Hauptklasse des Wettbewerbs belegen.

In den vergangenen Jahren standen in Herxheim vor allem Straßenausbaumaßnahmen im Vordergrund der Erneuerung. Nach wie vor stellt die Gemeinde einen dringenden Bedarf an Parkplätzen mit Mehrfachfunktion für den Tourismusverkehr und diverse Veranstaltungen fest. Die Organisation des ruhenden Verkehrs ist für die Gemeinde, die einen beachtlichen Besucherverkehr hat, von besonderer Bedeutung.

Die bauliche Entwicklung der Gemeinde ist durch Flächenreserven in Anbindung an vorhandene Baugebiete längerfristig gesichert. Die Infrastrukturausstattung ist eher bescheiden (ohne Schule, Kindergarten, Arzt, Post, Einkaufsmöglichkeiten). Dafür verfügt die Gemeinde über einen Bahnanschluss, einen Bürgerbus und ein Ruftaxi.

Auch wenn die zurückliegende Dorfmoderation die Diskussion im Ort über die zukünftige Entwicklung der Gemeinde belebt hat, konnte sich Herxheim am Berg nicht gegenüber der Mitbewerberin durchsetzen.
Ihr Engagement in der Dorferneuerung und im Wettbewerb wird aber von Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld besonders gewürdigt. (kv-düw)

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