Sonntag, 19. November 2017

Turbulenter DAX zum Jahresende – US-Wahl zeigt Auswirkungen

6. November 2016 | noch keine Kommentare | Kategorie: Finanzen, Wirtschaft
Frankfurter Börse. Foto:dts Nachrichtenagentur

Frankfurter Börse.
Foto:dts Nachrichtenagentur

Der erste November-Handelstag ist gleichzeitig auch der Beginn für die beste Börsenphase.

Dieser November könnte aber in die Geschichte eingehen: Der Dax hat nach den ersten Handelstagen bereits 300 Punkte verloren; bis Dienstag müssen Anleger und Händler die Nerven bewahren, denn dann wird die Welt wissen, wer der neue amerikanische Präsident sein wird.

Die Börsen zittern vor allem vor dem US-Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Was im Frühsommer noch der „Brexit“ war, scheint nun Donald Trump zu sein.

Das große Zittern hat begonnen

Die Börsianer zittern bereits vor dem 8. November. Darunter leidet auch der deutsche Leitindex, der in den letzten Tagen 300 Punkte verloren hat. Ein Ende ist noch nicht in Sicht. Von einer Erholung ist man ebenfalls weit entfernt.

„Derzeit ist man ziemlich unruhig. Die Angst, dass Donald Trump tatsächlich Präsident werden könnte, ist so groß wie nie“, sagte Chris Hare von Investec. Experten sehen bereits einen roten Faden, der bis Dienstag bestehen bleiben werde.

Umfragen, die bis zuletzt Hillary Clinton, die demokratische Präsidentschaftskandidatin, in Führung gesehen haben, sprechen nun für Trump. Sollte Donald Trump tatsächlich die Wahl gewinnen, sind weitere Verluste an den Märkten zu befürchten. Wohl auch, weil die Marktteilnehmer der Meinung sind, der Republikaner wäre unberechenbar.

Anleger investieren in den Euro und in den Yen

Während im Frühsommer der Brexit für Unruhe sorgte, sei es nun der republikanische Präsidentschaftskandidat. Daniel Saurenz hat mit seiner Aussage, „Donald ‚zertrumpelt‘ den Dax“, den Nagel auf den Kopf getroffen.

Zudem befinden sich die Anleger in einem – für November untypischen – Käuferstreik. Viele kehren den Aktien den Rücken und investieren lieber in den Yen und in den Euro. Zudem wird wieder mehr Gold und Silber gekauft.

Doch was passiert, wenn Trump die Wahl doch nicht gewinnt und Hillary Clinton zur ersten weiblichen Präsidentin der Vereinigten Staaten gewählt wird? „Gewinnt Clinton, können wir uns auf eine Erleichterungsrally einstellen. Gewinnt Trump, wird dieser Sieg auch den Fed schocken. Denn dann kommt es zu einer neuerlichen Diskussion der Zinspolitik, wo wieder neu gewürfelt werden muss“, ist Saurenz sicher.

Die Welt blickt nach Amerika

Derzeit sind alle Augen auf den amerikanischen Wahlkampf gerichtet. Selbst der US-Arbeitsmarktbericht, der bislang als marktbewegend galt, ist in den Hintergrund gerückt, obwohl die Prognosen durchaus gut sind. So geht man von einem Beschäftigungsanstieg im Oktober von 173.000 aus.

Die Jobdaten stehen schon länger unter einer ständigen Beobachtung – sie sind schlussendlich ausschlaggebend, wie sie sich die Zinspolitik der Fed entwickeln wird. Eine positive Entwicklung könnte dafür sorgen, dass im Dezember eine Zinserhöhung erfolgt.

Gold ist der Gewinner

Wirft man einen Blick auf die Einzeltitel, befand sich der Dax-Neuling ProSiebenSat.1 – mit einem Minus von 6,3 Prozent – im Fokus.

Der Konzern, der sich 515 Millionen Euro frisches Kapital beschaffen konnte, damit weitere Zukäufe im Digitalgeschäft möglich seien, musste einen erheblichen Kurssturz verkraften. Viele Händler kritisierten aber auch den nicht klar definierten Verwendungszweck. „Wenn man vom Digitalgeschäft spricht, wäre es vernünftig gewesen, zumindest bekannte Übernahmeziele zu definieren“, so ein Anleger.

Das zeigt, wie nervös die Händler sind. Hohe Angebote belasten die Preise. Der Gewinner? Gold. Gold profitiert von der Angst, Trump könnte tatsächlich der neue Präsident der Vereinigten Staaten werden. Derzeit liegt Gold bei der 1.300-Dollar-Marke.

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