Freitag, 09. Dezember 2016

Tabakausstellung in Rheinzabern: Oh du Schikanekraut, warum hab‘ ich dich bloß a’gebaut?

19. Oktober 2015 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional

Tabakkönigin Eva I. im Kreis der Vorstandsmitglieder des Museumsvereins.
Fotos: Beil

Rheinzabern – Er hat weit über ein Jahrhundert lang das Gesicht und die Landwirtschaft vieler südpfälzischer Dörfer geprägt.

Und Zehntausende von Menschen aller Alter hatten ihn in Händen, haben ihn als Brotgeber geliebt oder als Knochenschinder gehasst: Der Tabak.

Nun läuft im Terra-Sigillata-Museum Rheinzabern die Sonderausstellung Tabak, Zigarren, Zigaretten, Blauer Dunst, die mit Hilfe von verschiedenen Leihgebern, Anbauern und Hobbyfotographen liebevoll zusammengetragen wurde.

Im Beisein von Tabakkönigin Eva I. aus der einst größten deutschen Tabakanbaugemeinde Hatzenbühl eröffnete Vorsitzender Philipp Schmitt die Ausstellung, die Maschinen, Modelle, Urkunden, Infotafeln und viele Fotos rund um den Tabakanbau zeigt: Wissenswertes, das bald verloren gehen dürfte.

Philipp Schmitt dankte allen Leihgebern und Unterstützern. Für Eva I. gab es Blumen. Die Tabak-Majestät lobte die Ausstellung, weil sie dazu beiträgt, dass ein Stück Lebens- und Arbeitskultur in Erinnerung bleibt.

Ortsbürgermeister Gerhard Beil erwähnte in seiner Begrüßung den Aspekt der einstigen Armut vieler kinderreicher Familien und die Globalisierung des Tabakanbaus von früher bis heute.

Beil rezitierte auch das Hatzenbühler Tabaklied, das sich in seinem Inhalt eins zu eins auf jedes Tabaksdorf übertragen lässt. „Oh, du Schikanekraut, warum hab ich dich bloß a’gebaut?“, heißt ein Seufzer aus dem harten Arbeitsalltag auf den Tabakfeldern, wo klebriger Teer, brennende Sonne und stechende Schnaken wenig Romantik aufkommen ließen.

Das Lied von Regine Kantowsky und Edith Wünstel wird zu einer Melodie von Harry Belafonte gesungen, der selber ein Nachfahre von Sklaven war, die einst auf den Plantagen der Karibik den Tabak pflanzten.

Die sehr sehenswerte Ausstellung läuft noch bis April 2016 und ist zu den üblichen Öffnungszeiten des Museum zu besichtigen. (gb)

 

Fachsimpeln rund um eine Tabak-Einlesemaschine

Tabakkönigin Eva I. beim Eintrag ins Gästebuch.

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