Freitag, 17. November 2017

Strom sparen schwer gemacht : Nur jeder Dritte versteht das Energielabel

4. Dezember 2012 | 1 Kommentare | Kategorie: Verbraucher-Tipps

Moderne Flachbildfernseher können einen hohen Stromverbrauch haben. Foto: thommy-weiss-pixelio.de

Wer einen neuen Fernseher oder eine neue Waschmaschine kauft, sollte sich das Energielabel der Geräte gut anschauen. Dort finden sich neben der Energieeffizienzklasse auch Informationen zum jährlichen Stromverbrauch der Geräte. Doch gerade die Angaben zum Stromverbrauch auf dem EU-weit einheitlichen Energielabel sind für viele Menschen schwer verständlich. Dies ergab eine repräsentative Umfrage der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz bei 1.000 Personen.

Der Stromverbrauch pro Jahr wird auf dem Energielabel in Kilowattstunden „per annum“ angegeben. Nur knapp ein Drittel aller befragten Rheinland-Pfälzer kennt diese Bezeichnung. „Problematisch ist dies insbesondere wegen des Trends zu immer größeren Geräten“, stellt Elke Dünnhoff von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz fest. „Große Geräte verbrauchen trotz guter Effizienzklasse oft mehr Strom als kleine, ineffiziente Geräte.“ Bei Fernsehern sind Bildschirmdiagonalen von mehr als einem Meter keine Seltenheit mehr.

„Der Stromverbrauch eines effizienten Fernsehers kann je nach Gerätegröße erheblich variieren“, erläutert Dünnhoff. So verbraucht zum Beispiel ein effizientes A+-Gerät mit 80 cm Bildschirmdiagonale rund 50 Kilowattstunden Strom im Jahr. Bei einem großen A+-Fernseher mit 140 cm Durchmesser ist der Stromverbrauch mit 120 Kilowattstunden pro Jahr mehr als doppelt so hoch. Die Werte beziehen sich auf eine durchschnittliche Fernsehdauer von 4 Stunden pro Tag. Aufgrund der EU-Regelungen erreichen zudem bisher nur TV-Geräte in Heimkinogröße die Effizienzklasse A++. Kleine Fernseher mit geringem Stromverbrauch haben es dagegen deutlich schwerer, besser als mit Klasse A gelabelt zu werden. „Ähnliche Trends beobachten wir auch bei Waschmaschinen und Wäschetrocknern“, so Dünnhoff.
Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz fordert deshalb Nachbesserungen beim EU-Energielabel. Das Label muss für alle Verbraucher verständlich sein. Die Folgekosten durch den Stromverbrauch müssen für Privathaushalte kalkulierbar sein. Gerade in Zeiten steigender Strompreise muss die Energieverbrauchskennzeichnung klar und transparent sein und darf nicht in die Irre führen.
Tipps zum Neukauf von energieeffizienten Fernsehgeräten finden Interessierte in einem Informationsblatt der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Es kann im Internet unter www.vz-rlp.de/energiekennzeichnung herunterladen werden oder in den örtlichen Beratungsstellen und Stützpunkten der Verbraucherzentrale abgeholt werden. Postversand erfolgt gegen Einsendung von 0,55 Euro in Briefmarken durch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Versand,
Postfach 41 07 in 55031 Mainz. (VZ-RLP)

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Ein Kommentar auf "Strom sparen schwer gemacht : Nur jeder Dritte versteht das Energielabel"

  1. Grünspar sagt:

    Schon schade, dass die eigentlich sinnvollen Energielabels so wenig verstanden werden. Aber man muss zugeben, dass sie teilweise wirklich etwas zu unübersichtlich sind!

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