Donnerstag, 21. September 2017

Stattliche Bäume am Friedhof angebohrt – Frevel an Rheinzaberner Rotbuchen

7. Juli 2015 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim

Roland Milz, zuständiger Beigeordneter für Bäume, und Sicherheitsfachkraft Raymund Broßart vor Ort.
Fotos: Beil

Rheinzabern – Paul Fagius (1504-1549), dem bekannten Rheinzaberner Reformator, der ursprünglich den Namen Buchen trug, schösse die Zornesröte ins Gesicht, erführe er, was mit zwei schönen Rotbuchen auf dem Rheinzaberner Gottesacker passiert ist.

Unverständnis, Trauer, aber auch heiliger Zorn erfasst dieser Tage jeden, der von dem langsamen Tod zweier Bäume erfährt. Der immense Schaden lässt sich kaum ermessen.

Nachdem im späten Frühjahr die Natur wieder ausgetrieben hatte, fiel auf, dass zwei Rotbuchen ein ungewöhnliches Aussehen an den Tag legten. Totholz, stellenweise nottriebartige Blätter und kahl gebliebene Äste ließen Schlimmes erahnen.

Beim näheren Hinsehen entpuppte sich das außergewöhnliche Verhalten der einst schönen Bäume als Reaktion auf schlimme Verletzungen, auf brutalen Frevel: Beide Rotbuchen wurden mehrfach angebohrt. 10 Millimeter starke und zentimetertiefe Bohrlöcher zeugen von kalkuliertem Vorsatz. Vermutlich wurde noch ein schädliches Mittel injiziert.

Eine Buche muss aus Verkehrssicherheitsgründen umgehend gefällt werden und wird ein schreiendes Loch im Erscheinungsbild des Friedhofes hinterlassen. Nach Möglichkeit soll der zweite Baum gerettet werden, doch ist die Hoffnung nicht allzu groß.

Landespflege, Baumsachverständige und natürlich die Verantwortlichen stehen vor einem Rätsel. Die Polizei tappt bislang im Dunkeln.

Rätselhaft und irrational bleiben indes die Motive, wunderbare Bäume zu zerstören, die mit ihrer Farbe nicht nur einen besonderen Akzent setzen, sondern auch Wachsen, Werden und Vergehen allen Lebens symbolisieren.

Lange überlegte man deshalb, ob man wegen Nachahmungsgefahr die Öffentlichkeit informieren sollte.

Sachdienliche Hinweise auf mögliche Täter werden dankbar entgegengenommen und werden selbstverständlich vertraulich behandelt. (Gerhard Beil)

Sterbende Rotbuche

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