Montag, 05. Dezember 2016

Fußball-Weltmeisterschaft 2006 mutmaßlich gekauft

16. Oktober 2015 | noch keine Kommentare | Kategorie: Nachrichten, Sport

Foto: dts Nachrichtenagentur

Frankfurt/Main  – Die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 nach Deutschland war laut eines Berichts des Nachrichten-Magazins „Der Spiegel“ mutmaßlich gekauft.

Das Bewerbungskomitee habe eine schwarze Kasse eingerichtet, die mit mehreren Millionen Euro gefüllt gewesen sei. Laut des Berichts soll auch die oberste Funktionärs-Ebene des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sowie das Bewerbungskomitee von der schwarzen Kasse gewusst haben.

Das Geld sei offenbar eingesetzt worden, um vier Stimmen von asiatischen Vertretern des 24-köpfigen Fifa-Exekutivkomitees zu sichern, heißt es in dem Bericht des Nachrichten-Magazins weiter.

Bei der Vergabe der Fußball-WM im Juli 2000 hatte sich Deutschland denkbar knapp mit 12:11 Stimmen gegen Südafrika durchgesetzt.

Der DFB bestreitet indes sämtliche Vorwürfe.

Maas fordert rückhaltlose Aufklärung der Vorwürfe

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat an die Verantwortlichen des deutschen Fußballs appelliert, den Verdacht von Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe der Fußball-WM 2006 an Deutschland auszuräumen. „Die Vorwürfe müssen rückhaltlos aufgeklärt werden. Die Fußball-Fans haben ein Recht darauf“, sagte Maas.

Zwanziger fordert Rücktritt der kompletten Fifa-Exekutive

Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger, bis Mai 2015 Mitglied des Exekutivkomitees der Fifa, empfiehlt den kompletten Austausch der Führungsspitze im Fußball-Weltverband.

Zwanziger sieht die Fifa „in der Hand der Staatsanwaltschaften und in der Hand des FBI“. Als Konsequenz aus diesem „Vakuum“ fordert er: „Die verbliebenen, nicht suspendierten Mitglieder des Exekutivkomitees müssen geschlossen zurücktreten.“

Erst nachdem ein Übergangskomitee für den Weltverband eine neue Verfassung ausgearbeitet habe, die moderne Compliance-Elemente wie Amtszeitbegrenzungen oder Leumundsprüfungen enthalte, könne eine neue Fifa-Führung gewählt werden.

Auch der Baseler Strafrechtsprofessor Mark Pieth kommt zu Wort, der von 2011 bis 2013 das Independent Governance Committee der Fifa anführte. Der Antikorruptionsexperte schlägt eine Teilung der Fifa-Exekutive „in zwei Funktionshälften“ vor, in eine Geschäftsführung und einen Aufsichtsrat: „Die einen führen das Unternehmen, die anderen sind für die Firmenpolitik zuständig.“

Pieth bezeichnet die derzeitige Fifa als „ein Patronage-Netzwerk mit Ämterschacherei, Stimmenkauf, Geld und anderen Gefälligkeiten“.

Er rät, die für den 26. Februar geplante Wahl eines neuen Fifa-Präsidenten zu verschieben. „Jetzt auf Teufel komm raus jemanden finden, um in ein paar Wochen festzustellen, dass der auch Leichen im Keller hat, ist der falsche Ansatz.“

(red/dts Nachrichtenagentur)

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