Dienstag, 23. Mai 2017

Schnellere Versorgung von Verletzten: Landkreis Germersheim testet „Weltneuheit RescueWave“-System

12. Mai 2017 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional
Alle Vorgänge digital und somit deutlich schneller: Das RescueWave-System. Foto: VOMATEC

Alle Vorgänge digital und somit deutlich schneller: Das RescueWave-System.
Foto: VOMATEC

Bad Kreuznach / Germersheim / Rülzheim ‒ Die Rülzheimer ITK Engineering GmbH und die in Bad Kreuznach ansässige VOMATEC Innovations GmbH haben ein neuartiges System zur effizienteren Einsatzführung und schnelleren Bewältigung kritischer Situationen mit vielen Verletzten entwickelt – in der Fachsprache „Massenanfall“ genannt.

Als erstes Pilot-Projekt testen Katastrophenschutzeinheiten aus dem Landkreis Germersheim nun das neue System mit Namen „RescueWave“. Damit will man den Katastrophenschutz und den Rettungsdienst optimieren.

In Anbetracht der allgemeinen Sicherheitslage und der infrastrukturellen Gegebenheiten (z. B. Rhein, A65, B9, wichtige Industrieunternehmen) müsse man neue Wege gehen, so Landrat Dr. Fritz Brechtel, oberster Katastrophenschützer im Kreis.

RescueWave biete von Einsatzbeginn an in punkto Geschwindigkeit und Prioritätensetzung viel mehr Möglichkeiten als bisherige Vorgehensweisen, teilten die Unternehmen mit. Das geschehe durch zuverlässige Lageinformationen.

Möglich macht dies „RescueNode“, ein neuartiges elektronisches Gerät zur Sichtung. Die Patientenanhängekarte aus Papier entfällt dadurch. Durch die vollautomatische Übertragung der Daten an die Einsatzführungs-Software wird der Sichtungsprozess erheblich beschleunigt, damit schwerverletzte Patienten zuerst versorgt werden können.

„Bei einer Gemeinschaftsübung konnten Rettungskräfte die verletzten Personen zügig mit RescueWave registrieren und sichten. Wir hatten deutlich schneller einen Überblick über die Situation als bisher, wenn mit Handzetteln gearbeitet werden muss. Aus meiner Sicht bietet das System RescueWave eine deutliche Erleichterung im Einsatzablauf“, so Mike Schönlaub, Kreisfeuerwehrinspekteur im Landkreis Germersheim.

Die Software unterstützt durch aufbereitete Statistiken die Zuteilung der Verletzten auf die Rettungsmittel und Kliniken. Einsatzleitung und Führungskräfte haben zu jeder Zeit Zugriff auf aktuelle Daten, insbesondere auf mobilen Geräten. Bei größeren Einsatzlagen synchronisieren sich beliebig viele RescueWave-Systeme automatisch – auch über Organisationsgrenzen hinweg. Missverständnisse werden so vermieden und der Abstimmungsbedarf über Funk erheblich reduziert.

Die Experten des Landkreises waren sich einig, dass ein solches System endlich den lang erhofften Fortschritt bei solchen Situationen bringt. „RescueWave ist ein innovatives System, das mit einem Schlag die schwierigsten Probleme der Chaosphase, die am Anfang eines jeden Massenanfalls von Verletzten steht, löst: Einen qualifizierten Überblick zu gewinnen“, berichtet auch der leitende Notarzt Dr. Matthias Wölfel.

Landrat Brechtel stimmte, nachdem er sich persönlich von den Möglichkeiten des Systems überzeugt hatte, einer Pilotierung umgehend zu.

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