Donnerstag, 14. Dezember 2017

Schnakenbekämpfung: „Bei Hochwasser Milliarden Tiere“ – Germersheim setzt weiterhin auf Zusammenarbeit mit der KABS

29. November 2017 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional
Symbolbild: dts Nachrichtenagentur

Symbolbild: dts Nachrichtenagentur

Germersheim – Die Schnakenplage in Germersheim und Sondernheim ist im Jahr 2017 gering ausgefallen.

Das teilte die Stadt mit und sieht in der „hervorragenden Arbeit der KABS“ den Grund dafür, dass sich die Plagegeister in Grenzen gehalten haben. Auch in den Jahren zuvor habe es nicht allzu viele Schnaken gegeben, sagte Bürgermeister Marcus Schaile.

Die Arbeit der „Kommunalen Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage“ (KABS) und die wissenschaftlich fundierten Bekämpfungsmethoden mit dem speziell entwickelten Wirkstoff BTI haben maßgeblich dazu beigetragen, dass man die in früheren Zeiten schlimme Schnakenplage so weit in den Griff bekommen hat, dass heute selbst in der Dämmerung ein Aufenthalt im Freien möglich ist.

In früheren Jahren dagegen wurde man im Sommer regelrecht „aufgefressen“ und von Stichen geplagt, wenn man zur falschen Zeit draußen war oder sich in der Rheinniederung aufhielt.

Trotz zahlreicher Hochwässer konnte die KABS in den vergangenen Jahrzehnten die Schnakenbrut in den Überschwemmungsflächen der Rheinniederung soweit dezimieren, dass es gar nicht erst nicht zur explosionsartigen Vermehrung der Stechmücken und zur früher bekannten Schnakenplage kommen konnte.

Eine Beendigung der Bekämpfungsmaßnahmen würde unweigerlich wieder zu einer drastischen Vermehrung der Stechmücken führen, die nicht nur die Rheinauen, sondern das gesamte Stadtgebiet betreffen würde.

„Schnakenfalle reicht nicht“

Wie der wissenschaftliche Direktor der KABS, Dr. Norbert Becker, in mehreren Pressemitteilungen mitgeteilt hat, stimmt die KABS ihre Bekämpfungsstrategien eng mit der Struktur- und Genehmigungsbehörde ab und berücksichtigt dabei streng die Lebensräume und Brutstätten anderer empfindlicher Insekten.

Carsten Brühl vom Landauer Institut für Umweltwissenschaften hatte „herausgefunden“, „dass sich Menschen im Oberrheingebiet von Stechmücken im Wesentlichen auf Balkon und Terrasse belästigt fühlen.

Da die meisten Menschen in der Dämmerung nicht in den Rheinauen spazieren gingen, müsse nach Brühls Meinung hinterfragt werden, ob deswegen gleich „die ganze Umwelt“ mit dem Bekämpfungsmittel BTI behandelt werden müsse. Er schlägt Schnakenfallen für den Balkon als Alternative vor.

Becker kann darüber nur den Kopf schütteln: „Das was Brühl propagiert, entbehrt jeder wissenschaftlichen Basis.“ Nach einem Hochwasser käme es zu einer Massenvermehrung der Schnaken mit mehreren Milliarden Tieren in kürzester Zeit. Da sie mehr als 10 Kilometer pro Woche zurücklegten, würden sie massenhaft in Siedlungsbereiche kommen und dort zur Plage werden: „Eine Schnakenfalle würde bestenfalls tausend Tiere pro Tag fangen.“

Die KABS achte bei ihrer Arbeit streng darauf, dass der biologische Wirkstoff BTI insbesondere in Gewässern eingebracht wird, die nur vorübergehend bei Hochwässern entstehen. Altrheinarme und Bereiche, die als Massenbrutplätze wertvoller Insektenarten, wie etwa der Zuckmücke, gelten, sind laut Becker ohnehin von der Schnakenbekämpfung ausgenommen.

Germersheims Bürgermeister Marcus Schaile sagte, die Stadt vertraue nach wie vor „der wissenschaftlich fundierten und für unsere Bürger wertvollen Arbeit der KABS in vollem Umfang und unterstützen daher auch weiterhin deren großartige Arbeit.“ (red)

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