Donnerstag, 14. Dezember 2017

Rheinbrückensanierung: Brücke wird an sechs Wochenenden komplett gesperrt – möglicher Beginn im Juli 2018

30. November 2017 | 7 Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Kreis Südliche Weinstraße, Landau, Politik regional, Regional
Der Belag auf der Wörther Rheinbrücke ist alt und schon oft "geflickt" worden. Foto: Pfalz-Express

Der Belag auf der Wörther Rheinbrücke ist alt und schon oft „geflickt“ worden.
Foto: Pfalz-Express

Kreis Germersheim/Karlsruhe – Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat die Unterlagen für das EU-weite Vergabeverfahren Ende Oktober 2017 veröffentlicht.

Die Vergabe der Baumaßnahme ist demnach für Ende Februar 2018 geplant. Ein Baubeginn mit Eingriffen in den Verkehr könne frühestens im Juli 2018 erfolgen. An sechs Wochenenden wird die Brücke komplett gesperrt.

Das teilte die Landtagsabgeordnete Barbara Schleicher-Rothmund (SPD) mit. Sie hatte in einem Schreiben an die Karlsruher Regierungspräsidentin Nicolette Kressl (SPD) die in der Region kritisch gesehene Dauer der Sanierungsarbeiten thematisiert. Außerdem forderte Schleicher-Rothmund eine „umfassende Öffentlichkeitsarbeit“ des federführenden Regierungspräsidiums Karlsruhe.

Zuvor war bekannt geworden, dass die Sanierungsarbeiten 14 Monate anstatt der ursprünglich angesetzten neun Monate dauern sollen.

In ihrem Antwortschreiben hebt Regierungspräsidentin Kressl die „immense verkehrliche Bedeutung“ der bestehenden Rheinbrücke als einzige Straßenverbindung zwischen Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg in einem Abschnitt von 50 Kilometern hervor.

Zum Sanierungsverfahren macht Kressl folgende Angaben:

  • Voraussetzung für den geplanten Baubeginn sei, dass keine Verzögerung des Vergabeverfahrens durch Einlegung von Rechtsmitteln durch Bieter auftritt und das beauftragte Unternehmen bis Ende Juni 2018 „alle erforderlichen technischen Nachweise“ erbringen kann.
  • Je nach Bauphase wird die Verkehrsführung variieren. Abgesehen von den Betonierphasen werden grundsätzlich zwei Fahrstreifen zur Verfügung stehen. „Während des Betonierens muss die Brücke aber voraussichtlich an sechs Wochenenden voll gesperrt werden“, so Kressl.
  • Erst nach Abschluss des Vergabeverfahrens könne bekannt gegeben werden, welche Wochenenden von der Vollsperrung betroffen sein werden.
  • Kressl kündigt an, die Öffentlichkeit „frühzeitig und rechtzeitig“ zu informieren, so dass sich betroffene Pendler auf die durch die Sanierung bedingten Beeinträchtigungen einstellen können.
  • Anfang des kommenden Jahres soll es eine erste Informationsveranstaltung zur Rheinbrückensanierung geben.

Dazu Barbara Schleicher-Rothmund:

„Eine rechtzeitige und umfassende Information der Öffentlichkeit zu den genauen Auswirkungen der Sanierungsarbeiten ist von oberster Priorität. So schnell wie möglich muss es Auskunft darüber geben, an welchen Wochenenden die Rheinbrücke voll gesperrt wird. Im Interesse der Leistungsfähigkeit der Region muss unbedingt vermieden werden, dass sich die Anzahl der angesetzten Vollsperrungen an Wochenenden ausweitet.

Im Interesse der betroffenen Pendlerinnen und Pendler aus der Pfalz gehe ich davon aus, dass die Informationsveranstaltung im Frühjahr 2018 in der Pfalz stattfinden wird.

Darüber hinaus muss bis zu Beginn der Sanierung ein Gesamtkonzept vorliegen, das die Auswirkungen der Sanierung für den Kreis Germersheim und die gesamte Region abfedert. Dazu zählt unter anderem eine Ausweitung des Angebots des öffentlichen Schienennahverkehrs, insbesondere während der von der Vollsperrung betroffenen Wochenenden.

Daher begrüße ich die Forderungen des Verkehrsforums Südpfalz hinsichtlich der Ausweitung des Zugangebots und appelliere an den Zweckverband und die AVG, alle verfügbaren Möglichkeiten einer Ausweitung des Fahrtangebots intensiv zu prüfen.

Dazu zählen die Verdichtung der Taktung an Samstagen auf das Niveau von Werktagen, die Aufstockung von Einzeltraktionen auf Doppeltraktionen sowie eine Fortführung von bislang an der Rheinbergstraße endenden Straßenbahnlinien bis an den Bahnhof Wörth. Darüber hinaus ist ein enger und regelmäßiger Austausch mit den Planern der Rheinbrückensanierung besonders wichtig.“

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7 Kommentare auf "Rheinbrückensanierung: Brücke wird an sechs Wochenenden komplett gesperrt – möglicher Beginn im Juli 2018"

  1. Logiker sagt:

    Ich erinnere mich an die letzte Sanierung vor einigen Jahren. Häufig war es schneller von Kandel aus über Iffezheim in den Karlsruher Osten zu fahren. Ich glaube nicht, dass der ÖPNV auch bei maximaler Auslastung der Strecke einen spürbaren Unterschied macht.

    Ich würde es begrüßen, wenn man zwischen 6 und 10 Uhr in Richtung Karlsruhe und zwischen 15 und 19 Uhr in Richtung Pfalz ein Fahrverbot für LKW über 7,5t für die Zeit der Baustelle erlassen und engmaschig kontrollieren würde. Nicht nur die Verkehrsdichte während der Rush Hour würde dadurch spürbar sinken, auch der Fluss durch die enge Baustelle würde sich deutlich verbessern.

    • Änner ausm Nirchendwo sagt:

      Sperrung für LKW. Wir haben jetzt schon ein ganz dickes Problem auf der A65 mit LKW-Fahrer, die ihre Ruhezeit machen MÜSSEN und keine andere Möglichkeit haben als die Notfallbuchten zu benutzen: mangels Alternativen, sprich Parkplätze.

      Wo sollen dann Hunderte LKW warten, während diesen Sperrzeiten? Wo? Welche Umfahrungen gibt es? Werden die Franzosen an der A35 Schilder aufstellen, damit die Kollegen über Beinheim / Rastatt ausweichen? Werden die Deutschen Umleitungen an der A6 / A61 /A65 bei FT oder Mutterstadt ausschildern? Wer wird sich daran halten?

      Es ist einfach zu sagen: sperrt die Brücke.
      Noch besser wäre es, sie komplett abzureißen und durch eine Furt zu ersetzen. Da wirft man dann alle naselang einige Tonnen Kies dazu und spart sich teure Sanierungen.

      • Logiker sagt:

        Das Problem mit LKW die in Nothaltebuchten stehen existiert aufgrund der langen Staus. Von einem professionellen Fahrer kann man erwarten, dass er sich vorab informiert über die Route und deren Gefahren informiert. Ein Pilot fliegt auch nicht einfach los nach Hawaii um über dem Pazifik zu merken, dass er dort nicht landen darf… Ein Zugführer genauso wenig… Warum stellen wir keinerlei Anforderungen an LKW Fahrer. Der meiste LKW Verkehr über die Brücke ist Transit, der kann problemlos weiträumig umfahren. Die Just-In-Time Produktion in den Werken links und rechts des Rheins lässt sich bei einer Sperrung von 1/6 der Tageszeit sehr wohl geplant anpassen.

        Das natürlich langfristig eine Lösung (2. Brücke) her muss steht außer Frage, aber bis das soweit ist muss man das beste aus der Brücke machen die man hat. In Leverkusen ist die Brücke nebenbei ganztägig für LKW gesperrt. Kompetente LKW Fahrer und deren Speditionen haben sich an die Situation angepasst.

        Ich bin der Meinung lieber einigen wenigen deren Job es ist von A nach B zu fahren umzuleiten (deren Arbeitszeit wird ja auch bezahlt), als tausende Pendler zu bestrafen, die täglich pro Strecke eine Stunde unbezahlte extra Fahrtzeit in Kauf nehmen müssen.

        • Änner ausm Nirchendwo sagt:

          Lieber Logiker,

          allein der erste Absatz zeugt davon, dass Sie absolut KEINE Ahnung von Job eines Fernfahrers haben. Der heutige Verkehr ist schlicht nicht vorhersagbar. Wenn ich 3h entfernt von der Rheinbrücke losfahre und 10 min bevor ich sie passiere bildet sich warum auch immer ein Stau dann ist mit ausweichen nix mehr drin. Kein Chef dieser Welt läßt seine Fahrzeuge FREIWILLIG Umwege fahren, nur damit Leute, die durchaus den ÖPNV nutzen könnten, nicht im Stau stehen.

          Der Vergleich mit Zug und Flieger hinkt ganz gewaltig, und das wissen Sie selbst. Man kann Äppelwoi und Südpfälzer Qualitätswein nicht miteinander vergleichen!

          Im übrigen bedeutet die Umleitung der LEV-Rheinbrücke einen Umweg von etwa 7 km, von der KA-Rheinbrücke ein Umweg deren 50, egal ob über Beinheim (F) oder GER (D). In beiden Fällen haben Sie anschließend genauso Engstellen wie die B10/Südtangente, in GER die B35 zweispurig und in F die gesamte Verbindungsstrecke zwischen A35 (F) und A5 (D) ebenfalls.

          Es wird dringend benötigt: ein zweite Rheinbrücke mit Anbindung an die noch fertig zu stellende Nordtangente bei KA und ein zügiger Ausbau der B9 bis zur Grenze, hinter Hagenbach und Berg mit Schallschutz und unter Umgehung der Todesstrecke Langenberg – Neulauterburg.

  2. Landauermensch sagt:

    Weit gebracht!

    Wir haben es ja weit gebracht in unserem Land. Die Infrastruktur „blüht“ ja regelrecht auf!
    Wenn ich mir anschaue, wie sich China und andere innovative Staaten entwickelt haben mit ihrem Land und ihrer Infrastruktur, so kann man über Deutschland nur noch sagen: Es wirtschaftet sich runter bis zu Unkenntlichkeit!!
    Deutschland verkommt in vieler Hinsicht, marode und kaputte Straßen, die nur noch geflickt werde. Was ist nur aus unserem Land geworden?
    Anscheinend stört es die Deutschen nicht, sonst würden sie solche Entwicklung als eines der reichsten Ländern nicht akzeptieren. Aber von einem Volk, dass sich selbst weder achtet noch respektiert, kann man wohl auch nicht erwarten, dass es auf sein Land aufpasst.

    • Danny G. sagt:

      Es gab schon in den 70ern Verkehrswegepläne bezüglich Rheinquerung und Autobahnen.
      Daher heisst es lustigerweise Wörther Kreuz, obwohl es kein Kreuz ist.
      Hagenbach hat sich gegen die Hagenbachvariante entschieden und es geschafft, dass keine lärmende Autobahn bei ihnen vorbei gebaut wird. Heute protestieren auch Hagenbacher für eine zweite Rheinbrücke .. aber nicht in Hagenbach sondern an unsäglicher Stelle in Wörth.
      Unsere französischen Freunde haben sich übrigens an den Verkehrswegeplan gehalten und ihre Autobahn bis an die Grenze gebaut.
      Weiterhin gab es Pläne eine Rheinquerung (Staustufe) bei Neuburg zu bauen und diese mit dem Wörther Kreuz zu verbinden. Auch das ist abgeschmettert worden.
      Beides zusammen hätte eine perfekte Umfahrungsmöglichkeit dargestellt und das aktuelle Szenario deutlich entzerrt.

      Die Deutschen aktzeptieren halt alles was die Kanzlerin vorgibt, außer Verkehrslärm vor der eigenen Haustür….

  3. HeinBloedt sagt:

    Naja.

    Dann hoffen wir wenigstens, dass es kein so ein Desaster wie Flughafen Berlin oder Stuttgart21 gibt…

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