Mittwoch, 13. Dezember 2017

Rettung des Hauses zum Maulbeerbaum in Sicht: Übertragung an die Genossenschaft voraussichtlich noch in diesem Jahr

13. Juni 2017 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kultur, Landau, Regional
Historisches Kleinod im Herzen der Stadt Landau: Nach langen Jahren der Unsicherheit zeichnet sich jetzt die Rettung des Hauses zum Maulbeerbaum in der Oberen Marktstraße ab. Foto: ld

Historisches Kleinod im Herzen der Stadt Landau: Nach langen Jahren der Unsicherheit zeichnet sich jetzt die Rettung des Hauses zum Maulbeerbaum in der Oberen Marktstraße ab.
Foto: ld

Landau. Hier gingen schon Ritter ein und aus, das historische Gebäude war Herberge, Kolonialwaren-Großhandlung und Café; seit langem steht es jedoch leer und harrt einer neuen Nutzung.

Nun sieht es so aus, als könnten der Jahrhunderte alten, bewegten Geschichte des Hauses zum Maulbeerbaum in der Landauer Marktstraße noch weitere Kapitel hinzugefügt werden. Nach intensiven Gesprächen zwischen Vertretern der Stadt, der Generaldirektion Kulturelle Erbe (GDKE) Rheinland-Pfalz – darunter Generaldirektor Thomas Metz – und der Genossenschaft Haus zum Maulbeerbaum zeichnen sich die Rettung, der langfristige Erhalt und die Sanierung des Gebäudes ab.

Die GDKE hat signalisiert, dass die Genossenschaft nach ihrer Gründung einen eigenen Antrag auf die von der Stadt als Noch-Eigentümerin des Hauses zum Maulbeerbaum bei Bund und Land beantragten Fördermittel zur Sanierung des historischen Gebäudes stellen kann.

Voraussetzung hierfür ist, dass die Genossenschaft Eigentümer des Hauses wird. Dies soll nach Mitteilung von Oberbürgermeister Thomas Hirsch und Bürgermeister Dr. Maximilian Ingenthron noch in diesem Jahr realisiert werden.

Beide begrüßen die jüngste Entwicklung: „Mit der sich abzeichnenden Rettung des Hauses nach jahrelanger Ungewissheit ist es nun wahrlich gelungen, den Knoten zu durchschlagen“, so Hirsch und Ingenthron.

„Die Aussicht auf Fördermittel gibt der Genossenschaft Planungssicherheit. Sie kann auf dieser Grundlage nun gezielt und mit klarer Perspektive Sponsoren ansprechen und weitere Spendengelder einwerben. Die Stadt wird den Eigentumsübergang so vorbereiten, dass dieser zügig vonstatten gehen kann.“ Der Dank der Stadtspitze gelte der GDKE, der Genossenschaft, ebenso aber auch den beteiligten Bundestags- und Landtagsabgeordneten.

Auf Anregung von Oberbürgermeister Hirsch hatte Bundestagsabgeordneter Dr. Tobias Lindner einen Förder-Antrag beim Bund initiiert, der von seinen südpfälzischen Abgeordneten-Kollegen Dr. Thomas Gebhart und Thomas Hitschler unterstützt wurde und einen Zuschussbetrag für die geplante Sanierung von 300.000 Euro ergab.

Das Land Rheinland-Pfalz plant, diese Förderung nochmals um 200.000 Euro aufzustocken. Die Landtagsabgeordneten Alexander Schweitzer und Wolfgang Schwarz hatten den Anstoß für das entscheidende Gespräch mit der GDKE gegeben und sich ebenso wie ihre Landtagskollegin Christine Schneider für das Landauer Projekt eingesetzt.

Die Genossenschaft geht von rund 900.000 Euro Investititionskosten für den ersten Sanierungsabschnitt aus, der wie folgt finanziert werden soll: 500.000 Euro Fördermittel durch Bund und Land, 300.000 Euro durch die Stadt (ersparte Abrisskosten) und 100.000 Euro Eigenanteil der Genossenschaft.

Grundvoraussetzung für die Übertragung des Gebäudes ist der Eintrag der Genossenschaft in das Genossenschaftsregister. Dieser kann jedoch erst erstellt werden, wenn verbindliche Förderzusagen vorliegen.

Daher muss die Genossenschaft nun zunächst – im eigenen Namen und mit Vollmachtserteilung der Stadt als Noch-Eigentümerin – die Zuwendungsanträge bei Bund und Land für den ersten Sanierungsabschnitt des Hauses stellen.

Die bereits von der Stadt eingereichten Anträge würden dann obsolet. Die Stadt wird die Genossenschaft auf Wunsch aller Beteiligten jedoch auch weiterhin begleiten und unterstützen.

In seiner Sitzung am 27. Juni wird der Stadtrat über das geplante Vorgehen beraten und entscheiden.

Aufsichtsrat und Vorstand der Genossenschaft zum Maulbeerbaum zeigen sich erleichtert über diesen „entscheidenden Schritt hin zur Realisierung des lange angestrebten Vorhabens“. Das Engagement zahlreicher Bürger wie auch die enge Abstimmung mit Stadtspitze und Stadtpolitik hätten die erhoffte Wirkung erzielt. (ld)

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