Sonntag, 19. November 2017

Offener Brief Claudia Junges an Landtagspräsident Hering: „Ich habe es satt, mich als AfD-Mitglied beschimpfen zu lassen“

1. Juni 2017 | 2 Kommentare | Kategorie: Politik Rheinland-Pfalz
Das Auto Claudia Junges war Ziel eines Brandanschlags. Quelle: red

Das Auto Claudia Junges war vor einiger Zeit Ziel eines Brandanschlags.
Quelle: red

Mainz. Ein Artikel der Mainzer Allgemeinen vom 27. Mai beschäftigt die AfD und vor allem Claudia Junge, Ehefrau des AfD-Fraktionsvorsitzenden im Landtag RLP, Uwe Junge.

Ausgangspunkt war die Forderung Uwe Junges in einer Sitzung. Dort hatte er eine Verhaftungswelle für islamistische Gefährder gefordert. Innenminister Roger Lewentz hatte laut Mainzer Allgemeine, den AfD-Chef als „politischen Brandstifter im Format eines Björn Höcke“ bezeichnet.

Beide Beteiligte wurden daraufhin vom Landtagspräsidenten Hendrik Hering gerügt. „Die (die AfD) werden von uns absolut korrekt behandelt“, so Hering im Interview mit der Mainzer Allgemeinen.
Das ändere nichts an seiner persönlichen Haltung, dass er die AfD für „richtig gefährlich“ halte, so Hering. Soweit die Ausgangslage.

Nun äußert sich Claudia Junge in einem offenen Brief, den sie an den Landtagspräsidenten Hering schickte, zur Sache. Noch vor nicht allzu langer Zeit war Uwe Junge körperlich angegriffen worden, es gab einen Brandanschlag auf das Familienauto. Keine Einzelfälle, denn AfD-Mitglieder und AfD-Politiker sind öfters Ziel von Angriffen.

Hier nun der Offene Brief im Wortlaut:

Herr Präsident,

mit klopfendem Herzen und unsagbar wütend habe ich in der Allgemeinen Zeitung vom Wochenende gelesen, dass Sie die Alternative für Deutschland (AfD) als „richtig gefährlich“ brandmarken. Als Mitglied einer demokratischen Partei und Ehefrau von AfD-Landeschef Uwe Junge kann ich nun nicht mehr schweigen.

Ich habe es satt, mich als AfD-Mitglied von Ihnen und Ihresgleichen beschimpfen zu lassen. Bürger, die Veranstaltungen der AfD besuchen wollen, werden abgedrängt und verprügelt, AfD Politiker werden zusammengeschlagen, ihre Autos und Häuser mit Farbe besprüht, Fenster eingeschlagen, ja sogar an Häusern Feuer gelegt.

Die Privatadressen von AfD-Mitgliedern werden veröffentlicht und ihre Kinder werden in der Schule isoliert, eingeschüchtert und genötigt. Wirte, die der AfD Räume für Veranstaltungen zur Verfügung stellen, werden bedroht und ihre Immobilien beschädigt. Nicht die AfD ist gefährlich, sondern Menschen wie Sie, Herr Hering. Menschen, die ein solches Verhalten billigen oder unterstützen. Dazu zählen auch hohe Kirchenvertreter und Funktionäre der SPD, Grünen, Linken sowie der Gewerkschaften.

AfD-Mitglieder und Wähler zünden keine Autos an, brechen keine Kiefer und beschädigen kein Eigentum. Wir sagen, was uns stört und was wir besser machen wollen. Von uns geht aber niemals Gewalt aus.

Der Brandanschlag auf mein Auto und unser Haus sowie der Überfall auf meinen Mann veranlasste Sie und Ihre Genossen nur zu einem müden Telefonanruf. Eine öffentliche Stellungnahme oder gar ein Thema im Parlament – Fehlanzeige. Der obligatorische Blumenstrauß ins Krankenhaus verbunden mit Genesungswünschen an meinen Mann – Fehlanzeige.

Stattdessen feuern Sie mit Ihren Aussagen – Ihr Parteigenosse Herr Schweitzer steht Ihnen da in nichts nach – die Aktivitäten der Linksextremisten an.

Sie gießen Öl ins Feuer, statt Alarm zu schlagen, weil Sie nicht sehen wollen, dass es in unserem Land bereits an allen Ecken brennt. Wie lange wollen Sie das noch tun? Was muss noch passieren, ehe Sie und das Parlament sich von diesen politisch motivierten Straftaten distanzieren? Wann haben Sie vor, Ihrer Bestürzung öffentlich Ausdruck zu verleihen? Muss es erst Tote oder Schwerstverletzte geben? Wenn dies eintrifft, dann haben auch Sie sich mitschuldig gemacht. Das kann dann auch Ihre Ministerpräsidentin Dreyer nicht mehr weglächeln.

Wissen Sie, wie das ist, wenn man sich in seinem Haus nicht mehr sicher fühlt? Wenn man sich mit Freunden und Familie nicht mehr öffentlich treffen kann, weil man sie nicht der Gefahr aussetzen will, mit AfD-Mitgliedern gesehen zu werden? Was tun wir AfD-ler, dass wir Ihren Anfeindungen ausgesetzt werden? Wir haben nur eine andere politische Überzeugung! Und das in Deutschland, nicht in einer Diktatur!

Es mag sich nicht ziemen, wenn sich die Frau eines AfD-Politikers so direkt äußert. Aber ich bin betroffen. Ich bade all das Tag für Tag aus. Sie tragen dazu bei, dass uns unser Leben weggenommen wird. Ich will Ihr ächtendes Verhalten nicht länger schweigend hinnehmen. Sollten wir uns einmal begegnen, reichen Sie mir bitte nicht die Hand.

Claudia Junge, Mertloch
(Die Adresse ist dem Landtag und dem Präsidenten bekannt)

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2 Kommentare auf "Offener Brief Claudia Junges an Landtagspräsident Hering: „Ich habe es satt, mich als AfD-Mitglied beschimpfen zu lassen“"

  1. Johannes Zwerrfel sagt:

    Bisher ohrenbetäubendes Schweigen der angesprochenen SPD-selbsternannten-Demokraten!

    Hallo!
    Jemand da?
    Feiglinge!

  2. Demokrat sagt:

    Die aktuellen Machthaber haben Angst vor der AfD aus diesem Grund versuchen Sie mit allen Mitteln die Partei und deren Mitglieder zu schädigen wo immer sie können.

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