Montag, 25. September 2017

OB und Landtagsabgeordnete besuchen Landauer Tierheim: Rundumerneuerung in allen Bereichen nötig – Bornheimer Hunde werden aufgepäppelt

11. Mai 2017 | noch keine Kommentare | Kategorie: Landau, Regional
OB Thomas Hirsch und Landtagsabgeordnete Christine Schneider besuchten das Tierheim und bedankten sich beim Mitarbeiter-Team. Foto: Pfalz-Express/Ahme

OB Thomas Hirsch und Landtagsabgeordnete Christine Schneider besuchten das Tierheim und bedankten sich beim Mitarbeiter-Team für deren aufopferungsvolle und harte Arbeit.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Landau. OB Thomas Hirsch und Landtagsabgeordnete Christine Schneider besuchten am Donnerstag das Landauer Tierheim.

Im Landauer Tierheim sind zur Zeit sechs Hunde und eine Katze untergebracht, die bei der Razzia aus einer Bornheimer Tierarztpraxis befreit wurden.

Daniel Kaul (Tierschutzverein Südpfalz) und Tierheimleiter Adrian Eichner führten die Besucher durch die Räumlichkeiten: Natürlich wurden auch die Hunde besucht, die bisher ein ziemlich jämmerliches Dasein fristen mussten. Zusammen übrigens mit weiteren 60 Tieren, die alle zunächst bei benachbarten Tierheimen und Hilfsorganisationen untergebracht werden konnten.

Daniel Kaul beim Rundgang mit OB und Landtagsabgeordneter. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Daniel Kaul beim Rundgang mit OB Hirsch und Landtagsabgeordneter Schneider.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Die Spendenbereitschaft sei sehr groß für „die armen Seelen aus Bornheim“, so Kaul. Die Hunde, es sind zum großen Teil Labradore, brauchen Intensivpflege und nehmen einen großen Teil der Arbeitszeit der Mitarbeiter in Anspruch.

„Bulma“ zum Beispiel hat große Angst, sie ist die Leine nicht gewohnt. Bis sie und die anderen Hunde wieder Zutrauen zu den Menschen gefunden haben, werden wohl noch einige Wochen vergehen. Die Pfleger kümmern sich rührend um sie.

Auch für Hilfe aus der Bevölkerung ist das Team dankbar. So hatte sich kürzlich Jemand zum Rasenmähen zur Verfügung gestellt, so dass dadurch wieder Zeit für eigentliche Tierpflegerarbeiten frei wurde. Auch Sachspenden werden gerne entgegen genommen.

Fünf Hauptamtliche Mitarbeiter, eine Aushilfskraft, ein Lehrling, sowie Tierärztin Dr. Nadja Kellein sind für das Tierheim verantwortlich, doch ohne die ehrenamtlichen Helfer wäre das Ganze nicht zu stemmen.

Besuch bei den Bornheimer Hunden. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Besuch bei den Bornheimer Hunden.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Hirsch und Schneider waren sichtlich betroffen, denn bei dem Rundgang offenbarte sich, dass es beim Tierheim bei Vielem im Argen liegt.

Kaul und Eichner listeten die Probleme auf und zeigen beim Rundgang, wo die Schwachstellen liegen. Das Katzenhaus soll bald umgebaut werden, dazu ist der Plan erstellt und der Zuschuss genehmigt. Immerhin ein Lichtblick. Doch im medizinischen Bereich sind die hygienischen Verhältnisse nicht mehr zeitgemäß und durch nur kleine kosmetische Ausbesserungen nicht dem heutigen Standard anzupassen.

Die Krankenstation muss komplett saniert werden. Die Quarantänestation entspricht auch nicht mehr den heutigen Anforderungen. „Bisher wurden erfreulicherweise seitens der Gewerbeaufsicht Neustadt wegen Bestandschutz keine großen Schwierigkeiten gemacht. Im Interesse der Gesundheit der Tiere sollte dieser Zustand aber baldmöglichst optimiert werden“, so Kaul.

Zwei der aufgenommenen Hunde aus Bornheim. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Zwei der aufgenommenen Hunde aus Bornheim.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Das Ziel sei die Umstrukturierung des medizinischen Gebäudes in eine Praxis, eine Quarantäne für Hunde, eine Quarantäne für Katzen sowie eine Krankenstation. Mittel gibt es dafür bisher keine.

Tierheimleiter Adrian Eichner mit einem schwer vermittelbaren Khangal-Rüden. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Tierheimleiter Adrian Eichner mit einem schwer vermittelbaren Khangal-Rüden.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Der Außenbereich birgt weitere Probleme. Gerade im Hinblick auf die sogenannten“Langzeitsitzer“ müssten die Außenzwinger vergrößert werden. Die Tiere sind schwer oder gar nicht zu vermitteln. Das bedeutet, dass der Alltag dieser Hunde abwechslungsreich gestaltet werden muss.

Kaul: „Bei entsprechend großen Zwingern und guter Personalausstattung könnte vielleicht sogar in manchen Fällen eine Rudelhaltung organisiert werden, um die Sozialisation der Hunde zu fördern. Hierzu braucht man Platz und abwechslungsreich gestaltete Außengehege“.

Alte Zwinger sollen abgerissen, ein Agilitybereich aufgebaut, Zäune erneuert und andere Außenarbeiten mehr durchgeführt werden. Auch die Zusammenarbeit mit Schulwerkstätten ist angedacht. Dafür gibt es ebenfalls noch keine Mittel: „Da das Tierwohl immer Vorrang hatte, sind natürlich für das Personal keine großen Mittel mehr frei gewesen. Das ehemalige Wohnhaus muss abgerissen werden und könnte als Verwaltungs- und Schulungshaus aufgebaut werden.“

Das ehemalige Wohnhaus muss abgerissen werden. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Das ehemalige Wohnhaus muss abgerissen werden.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Die Verwaltung ist derzeit ausgelagert, da das kleine Büro nicht genutzt werden kann.

„Als Vision sehen wir ein Gebäude, das für Personal Aufenthaltsräume, Dusche und Küche – für Interessenten einen Schulungsraum – und eine Baby-Station bietet“, so Kaul. Bisher würden Jungtiere, die noch nicht selbständig essen können, vom Personal abends mit nach Hause genommen. Mittel gibt es auch dafür bisher nicht.

Das Tierheim benötigt dringend eine Wildtierstation, denn es ist verpflichtet, jedem Tier erste Hilfe zu leisten und Jungtiere aufzuziehen, bis ein Platz in einer Wildtierstation frei wird.

Blick in die Quarantänestation. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Blick in die Quarantänestation.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

„Bisher war unsere Tierärztin einverstanden, diese Tiere mit nach Hause zu nehmen und nachts zu füttern. Das kann kein Dauerzustand sein. In den letzten Wochen waren das sechs Fuchsbabys, zwei Eichhörnchen, ein Rabe und zwei Tauben. Lediglich zwei der Füchse konnten in die Station abgegeben werden. Die anderen Tiere sind noch bei der Tierärztin zuhause“, erzählt Kaul. „Das ist uns eine Herzensangelegenheit“.

Raum dafür gibt es. Das ehemalige Wildkatzengehege müsste dafür eingezäunt und umgebaut werden.

Hirsch und Schneider sicherten weitere Hilfen zu. Als Sofortmaßnahme hatte Hirsch schon 500 Euro dem Tierheim zur Verfügung gestellt.
„Wir müssen ein Gesamtkonzept aufstellen und brauchen ein aktives Projektmanagement um alle Baumaßnahmen stemmen zu können“, so Hirsch. Investitionen müssten getätigt werden, „denn wir als Kommune brauchen das Tierheim und seine Mitarbeiter“. (desa)

Hier könnte ein Wildtierbereich entstehen. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Hier könnte ein Wildtierbereich entstehen.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

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