Freitag, 24. November 2017

Mit Rollstuhl-Hebebühnen oder Hublift Barrieren überwinden

19. Oktober 2016 | noch keine Kommentare | Kategorie: Familie, Gesundheit, Haushalt und Technik
Rollstuhlfahrer haben mit vielen Hindernissen zu kämpfen. Foto: © moritz320 – pixabay.com (CCO 1.0)

Rollstuhlfahrer haben mit vielen Hindernissen zu kämpfen.
Foto: © moritz320 – pixabay.com (CCO 1.0)

Barrierefreiheit erlangt in der Gesellschaft stetig an Bedeutung. Vor allem durch die demografische Entwicklung wird sie immer wichtiger.

Die zunehmende Alterung der Gesellschaft hat auch veränderte Ansprüche an die Wohnungssituation.

Denn mit dem Alter sind die Lebensumstände anders. Wohnungen müssen für Menschen mit körperlichen Gebrechen weiterhin nutzbar sein.

Foto: © ursula55 – pixabay.com (CCO 1.0)

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Rollstuhl-Hebebühnen im privaten und öffentlichen Bereich

Vor allem der Zugang zu den Haus- und Wohnungseingängen stellt eine Herausforderung dar. Sind sie nicht ebenerdig und nur über Stufen erreichbar, müssen für Rollstuhlfahrer andere Möglichkeiten zur Überwindung des Höhenunterschieds geschaffen werden.

Mit Hilfe einer Hebebühne, auch Hublift genannt, können Höhenunterschiede überwunden werden. Nicht nur für Rollstuhlfahrer sind Hebebühnen eine geeignete Lösung, sondern auch gehbehinderte Personen, Familien mit Kinderwagen und Menschen die auf Gehhilfen angewiesen sind, können einfacher geringe Höhen bewältigen.

Verschiedene Hublift-Modelle bieten mittlerweile zahlreiche Lösungen für unterschiedliche bauliche Situationen. Der Benutzer einer Rollstuhl-Hebebühne wird in senkrechter Richtung über kleinere Höhen von einer Ebene auf die andere befördert.

Mit einem Hublift können Höhen zwischen wenigen Zentimetern und bis zu drei Metern überwunden werden. Rollstuhl-Hebebühnen können im Innern eines Gebäudes oder auch im Außenbereich eingesetzt werden.

Da sie im Gegensatz zu Treppen- oder Plattformliften nicht auf einer Treppe montiert werden und somit keine baulichen Veränderungen im Treppenbereich nötig sind, sind sie relativ frei positionierbar.

Voraussetzungen für eine Rollstuhl-Hebebühne

Es gibt unterschiedliche Lösungen, um geringere Höhenunterschiede zu überwinden. Der Hublift ist dann die ideale Lösung, wenn:

  • aufgrund von baulichen Gegebenheiten das Anbringen eines klassischen Sitzlifts oder eines Plattformlifts nicht realisierbar ist.
  • für die Installation einer Rampe nicht ausreichend Platz vorhanden ist.
  • der Einbau eines Treppenlifts oder Personenaufzugs aufgrund des zu geringen Höhenunterschieds unrentabel ist.
  • die senkrechte Überwindung von Höhenunterschieden vorgesehen ist.

Ist durch veränderte Lebensumstände die Anschaffung einer Rollstuhl-Hebebühne erforderlich, muss für die vorhandenen baulichen Voraussetzungen die richtige Lösung gefunden werden.

Da es unterschiedliche Hersteller und eine Vielzahl an Modellen gibt, ist es auch möglich die optimale Lösung zu finden. Nicht nur die Kosten zur Anschaffung, auch die laufenden Kosten (Strom) und die regelmäßig anfallenden Wartungskosten müssen dabei berücksichtigt werden.

Einbau des Hublifts

Die Rollstuhl-Hebebühne besteht grundsätzlich aus einer Plattform, einem Schienengerüst und einem Motor. In der Regel sind diese Elemente in einer einzigen flachen Wandsäule integriert. Die restlichen Seiten können frei gestaltet werden. Die meist hüfthohen Außenwände können so zum Beispiel aus Metall oder einer Glaskonstruktion bestehen.

Da die Montage eines Hublifts keine aufwendigen Umbaumaßnahmen erfordert, ist sie im Vergleich zu einem Treppenlift unproblematisch. Die selbsttragenden Hebebühnen benötigen keine montierte Verbindung zum Stellgrund oder der Wand.

Foto: © geralt – pixabay.com (CCO 1.0)

Foto: © geralt – pixabay.com (CCO 1.0)

Voraussetzung für die Montage ist jedoch das Vorhandensein eines ebenen und waagerechten Untergrunds, der aus tragfähigen Materialien wie Asphalt oder Estrich bestehen muss. Sind die Vorbedingungen vorhanden erfolgt die Montage einer Rollstuhl-Hebebühne meist innerhalb eines einzigen Tages und kann nach der Installation sofort in Betrieb genommen werden.

Je nach örtlicher Begebenheit sind die Hublifts entweder als Durchgangs- oder Überecklift installiert. Tore mit mechanischer Verriegelung und elektronischer Überwachung bieten Sicherheit beim Betrieb.

Im Vergleich zu anderen Lösungen zur Höhenüberwindung nimmt die Hebebühne nur eine geringe Stellfläche in Anspruch. Sie kann zwischen 120 und 156 Zentimeter breit und zwischen 115 und 156 Zentimeter lang sein und ist sowohl im Inneren eines Gebäudes als auch im Außenbereich einsetzbar.

Auch eine aufwendige elektronische Installation ist nicht erforderlich, der Wechselstrommotor kleinerer Modelle funktioniert schon mit normalem Strom aus der Steckdose. Größere Modelle sind dagegen mit einem Drehstrommotor ausgestattet.

Ausgaben und finanzielle Förderung

Die Kosten für eine Rollstuhl-Hebebühne sind nicht pauschal anzugeben. Sie hängen vielmehr von den verschiedenen Anforderungen an das Gerät ab. Folgende Faktoren beeinflussen die Preise für einen Hublift:

  • Der Installationsort – innen oder außen, Höhenunterschied
  • Die Benutzergruppe – Rollstuhlfahrer, Personen mit Gehbehinderung, Familien mit Kinderwagen
  • Die tägliche Traglast – Gewicht und Anzahl der Personen,

Je nach Modell und Hersteller variieren die Preise zwischen 5.000 und 15.000 Euro. Der Erwerb eines gebrauchten Hublifts kann eine Kostenersparnis von bis zu 50 Prozent bringen.

Ist eine Anschaffung nicht aus eignen Mitteln zu finanzieren, kann unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Förderung beantragt werden. Neben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) können Zuschüsse und günstige Darlehen auch von anderen Einrichtungen in Anspruch genommen werden.

Bei Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfelds von Pflegebedürftigen übernimmt die Pflegeversicherung einen Teil der Kosten. Diese errechnen sich aus dem Einkommen des Pflegebedürftigen. Neben dem Hausbesitzer sind auch Mieter förderfähig. Die Berufsgenossenschaften übernehmen die Kosten in voller Höhe, wenn es sich um einen Zustand infolge eines Arbeitsunfalls handelt.

Fazit

Hebebühnen für Rollstühle sind eine günstige und platzsparende Alternative, wenn es darum geht geringe Höhen senkrecht zu überwinden.

Neben der Kreditanstalt für Wiederaufbau können die Kosten für die Anschaffung auch von anderen Institutionen finanziert werden.

Foto: © cocoparisienne – pixabay.com (CCO 1.0)

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