Sonntag, 19. November 2017

Melanie Renner gibt Krone der Zeiskamer und Pfälzer Zwiebelkönigin ab: Zwei ereignisreiche Jahre gehen zu Ende

25. August 2017 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Leute-Regional
Die Zwiebelkönigin ist der Gegend sehr verbunden und liebt die Natur. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Melanie ist der Gegend sehr verbunden und liebt die Natur.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Zeiskam. Melanie Renner, 22 Jahre alt, wird, wie ihre Kollegin Svea, 19 Jahre und Zeiskamer Zwiebelprinzessin, am Freitag (25. August) ihre Krone weitergeben. Die Krönung wird anlässlich der Zeiskamer Kirwe erfolgen. Wer die Nachfolgerin sein wird, ist noch geheim.

Der Pfalz-Express stellte Melanie zum Ende ihrer Amtszeit ein paar Fragen.

PEX: Melanie,wie sind deine Eindrücke der letzten beiden Jahre?

M: „Es waren zwei Jahre, die sehr ereignisreich waren. Ich habe mich weiter entwickelt, viel von der Gegend gesehen und ich habe sehr viele nette und ungewöhnliche Leute kennen gelernt, wie zum Beispiel den König von Ghana beim Königinnentag in Blomberg.

PEX: Wie bist du eigentlich zu deinem Amt gekommen?

M: Meine Vorgängerin Luisa Kugelmann spielt bei mir im Musikverein (Melanie spielt Klarinette – die Red.). Sie wollte, dass die Krone im Verein bleibt. Und sie hat mich lange bearbeitet, bis ich zugesagt habe (lacht).

Ich sagte, dass ich das Amt nur machen werde, wenn ich eine gute Unterstützung durch eine nette Prinzessin bekommen kann. Und das hat funktioniert. Ich bin mittlerweile mit Svea befreundet. Es war eine gute Entscheidung.

PEX: Du kommst aus Lustadt, wohnst aber in Zeiskam, bist mit einem Zeiskamer zusammen und spielst hier im Musikverein….

M: Trotzdem waren nicht alle davon begeistert. Ich hoffe, dass ich deren Meinung ändern konnte.

PEX: Wie habt ihr das mit den Terminen gehandhabt?

M: Wir waren oft zusammen unterwegs. Im ersten Jahr haben wir die meisten Termine zusammen wahr genommen, manchmal auch getrennt. Im zweiten Jahr hat Svea Abi geschrieben, da war ich oft alleine unterwegs. Insgesamt waren es für uns 130 Termine in zwei Jahren.

PEX: Was hat dich am meisten beeindruckt?

M: Alle unsere Termine waren schön, besonders interessant war in Westhofen das Traubenblütenfest. Entlang der dortigen Kellergasse wird eine große Weinprobe abgehalten.

Highlights waren auch eine Fahrt nach Berlin, wo uns die Bundeskanzlerin empfangen hat. Nicht einfach für mich, denn ich hatte mit einer Thrombose im Bein zu kämpfen.

Beeindruckend war auch der Große Winzerfestumzug in Neustadt, sowie ein ganzer Drehtag mit dem SWR-Fernsehen. Die waren wirklich überall und am Ende wurden 40 Sekunden ausgestrahlt.

PEX: Du hast ja tolle Dirndl getragen und zum Teil auch einen feschen Hut…

M: Ich hatte immer schon gerne Dirndl an, das war ein Grund mehr, Königin zu werden. Ich besitze mittlerweile drei Dirndl. Zu Beginn hatten wir Hüte auf, aber da wurden wir von manchen ausgelacht.

PEX: Du hast Tatkraft und eigene Ideen, das findet man auch nicht überall…

M: Ich bin gerne kreativ. Unser Ziel war von Anfang an: Wir wollen das Ganze ein bischen anders machen- ich denke, das haben wir geschafft.

Es begann schon damit, dass niemand wusste, wer Königin werden wird.

Wir haben auch Schoppendeckel verkauft. Aus dem Überschuss haben wir jedem Kindergarten ein Spiel geschenkt.

Übrigens: es ist auch jetzt wieder streng geheim wer die neue Königin sein wird, das erfahrt ihr am Freitag um 18.30 Uhr. Ich kann noch verraten, dass es nur eine Königin geben wird. Und die ist eine echte Zäskämerin. Am Freitag haben wir zur Krönung 48 Hoheiten eingeladen.

PEX: Warum ist es denn so schwer, junge Frauen für ein Amt zu begeistern? Wer möchte denn nicht gerne Prinzessin sein?

M: In unserer Gesellschaft wird einfach zu viel Leistung verlangt. Ein gutes Abi und Job stehen im Vordergrund, nicht das Ehrenamt. Es gibt viele Termine und es bedeutet auch einen finanziellen Aufwand, obwohl wir von der Gemeinde schon unterstützt werden.

Blick vom eigenen Balkon ist sehr schön. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Privat kann Melanie den Blick vom eigenen Balkon genießen.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

PEX: Wie hat dich die Zeit als Zwiebelkönigin beeinflusst?

M: Ich habe eine Weiterentwicklung an mir selbst festgestellt.

Diese Erfahrungen kann ich auch in meinen Beruf als Lehrerin miteinbringen. Ich bin am Parzival Zentrum in Karlsruhe- Erziehungshilfeschule tätig.

PEX: Und was machst du sonst noch?

Ich arbeite als Zumba-Trainerin, bin beim Karnevalverein in Lustadt, und helfe in unserem landwirtschaftlichen Betrieb mit. Außerdem sind wir gerade beim Bauen.
Nebenbei gehe ich noch arbeiten.

PEX: Und was sagt dein Lebensgefährte?

M: Er ist stolz auf mich, freut sich aber auch, wenn ich wieder mehr Zeit habe.

PEX: Wein und Zwiebel? Wie wäre es mit dem Amt einer pfälzischen Weinkönigin?

M: Ich finde es persönlich sehr schade, dass es nicht für mich weiter geht.

Vielleicht sollte man die Zwiebel ähnlich wie den Wein vermarkten. Eine deutsche Zwiebelkönigin zu installieren wäre nicht schlecht.

PEX: Was wünschst du deiner Nachfolgerin?

M: Unserer Nachfolgerin wünsche ich, dass sie auf unserem Weg weiter geht und die Ortsgemeinde gut repräsentiert. Sie soll Spaß am Amt haben. (desa)

Zwiebelkönigin Melanie I. hat gute Ratschläge für ihre Nachfolgerin. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Zwiebelkönigin Melanie I. hat gute Ratschläge für ihre Nachfolgerin.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

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