Donnerstag, 23. November 2017

Medizinischer Einsatz von Cannabis: Deutschland sucht kompetente Hanfbauern

8. Juli 2017 | noch keine Kommentare | Kategorie: Vermischtes
Cannabis-Plantage. Foto: dts Nachrichtenagentur

Cannabis-Plantage.
Foto: dts Nachrichtenagentur

Als im März 2017 das Gesetz zur Legalisierung von medizinischem Hanf (Cannabis) verabschiedet wurde, machte sich noch niemand große Gedanken darum, wo der Rohstoff herkommen soll.

Seit Anfang des Jahres kann Schmerzpatienten auf Rezept Cannabis verschrieben werden, wobei die Krankenkassen für die Kosten aufkommen müssen. Da dies in Deutschland auf mehrere 10.000 Menschen zutreffen dürfte, stellt sich nun die Frage, wer den Rohstoff und das finale Produkt liefern kann und will.

So ist geplant den medizinischen Hanf in Deutschland anzubauen und zu verarbeiten. Doch gleich die beiden größten Hersteller von medizinischem Cannabis werden sich voraussichtlich nicht an der Ausschreibung beteiligen.

So entschied die kanadische Firma Tilray sich nicht für den Anbau auf deutschem Boden zu bewerben. Vielmehr hofft man sich über den Export aus Kanada Marktanteile in Deutschland sichern zu können. Hintergrund ist der teure Aufbau der Infrastruktur, weswegen man sich für den Import nach Deutschland entschieden hat.

Auch die Naturarzneifirma Bionorica wird sich, wenn auch aus anderen Gründen, nicht an der Ausschreibung beteiligen. Hier lehnt man die Verschreibung von reinem Hanf schlicht ab, da man die Blüten und somit den Konsum durch das Rauchen kaum dosieren könne. Bionorica selbst vertreibt Medikamente die ausschließlich auf dem Extrakt der Cannabis Pflanze basieren.

Der über die Apotheken geplante, kontrollierte Verkauf von Hanf muss also zunächst noch über Importe gedeckt werden. Die erste eigene Ernte, die streng vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) überwacht wird, könne daher nicht vor dem Jahr 2019 möglich sein.

Dieser Zustand bietet allerdings vielen anderen Firmen die Chance in den deutschen Markt vorzudringen, dessen Marktvolumen das BfArM mit einem dreistelligen Millionenumsatz pro Jahr kalkuliert.

So haben Firmen wie das kanadische Unternehmen Tweed aber auch die niederländische Firma Bedrocan bereits Interesse an der Ausschreibung bekundet. Aber auch Unternehmen wie die Firma Hempflax, die bisher eher auf industriellen Hanf und auf die Herstellung von CDB Öl gesetzt hat, könnten sich als Quereinsteiger Marktanteile sichern.

Da die erste Bewerbungsphase abgelaufen ist, werden aktuell alle eingereichten Unterlagen geprüft um festzustellen, welche Firmen tatsächlich für diese sehr spezielle Aufgabe geeignet sind. Da es sich dabei um Cannabis, einen bisher vollständig durch das Gesetz verbotenen Stoff handelt, dürfte diese Prüfungsphase etwas länger dauern.

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