Donnerstag, 21. September 2017

Massenprügelei in Trierer Aufnahmeeinrichtung: Lewentz: Enge belastet die Menschen – neue Unterkünfte sollen Entspannung bringen

29. Juli 2015 | noch keine Kommentare | Kategorie: Regional, Rheinland-Pfalz

Aufnahmeeinrichtung in Zelten.
Foto:  Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen Rheinland-Pfalz

Trier – Gestern Abend (27. Juli) war es in der Außenstelle der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) auf dem Gelände der ehemaligen General-von-Seidel-Kaserne zu einer Massenschlägerei mit mehreren Dutzend Bewohnern gekommen.

Was genau die Ursache der Streitereien war, ist noch unklar. Auslöser war ein Fußballspiel zwischen Syrern und Albanern gewesen.

Die Polizei war mit 76 Einsatzkräften vor Ort und bekam mit einer Deeskalationsstrategie die Situation nach relativ kurzer Zeit unter Kontrolle. Ein Mensch wurde leicht verletzt im Krankenhaus versorgt, konnte danach aber wieder in die Einrichtung zurückkehren.

Die Aufnahmeeinrichtung beherbergt derzeit etwa 1.400 Personen, hauptsächlich junge Männer zwischen 20 und Mitte 30, die beengt beieinander leben – auch verschiedene Ethnien unterschiedlichen Glaubens. Die Aufnahmekapazität der Einrichtung war laut N24, im Herbst letzten Jahres von den Behörden noch mit 369 angegeben worden.

Innenminister Roger Lewentz (SPD) und Staatssekretärin Margit Gottstein (Grüne) waren vor Ort. Lewentz betonte, dass das Land weiterhin mit Hochdruck nach geeigneten Ausweichstandorten suche, um die Einrichtungen in Trier zu entlasten. Die derzeitige beengte Lebenssituation belaste die Bewohner.

Gottstein sagte: „Hier kann nur mehr Platz Abhilfe schaffen. Wir benötigen feste Gebäude oder Zelte, wo wir Flüchtlinge unterbringen können, bis im Herbst unsere neuen AfAs in Hermeskeil und Kusel mit insgesamt rund 1.450 Plätzen aufmachen. Was wir aber vor allem brauchen sind schnellere Asylverfahren.“

Gottstein und Lewentz fordern den Bund auf, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), das die Asylanträge bearbeitet, so rasch wie möglich personell aufzustocken. Vor allem brauche man eine bevorzugte Bearbeitung der Asylanträge von Menschen aus Albanien.

Asylbewerber aus den Balkanstaaten haben in der Regel kaum Chancen, ihren Antrag gewährt zu bekommen. (cli/red)

 

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