Freitag, 24. November 2017

Lebensraum der Humbolt-Pinguine ist gefährdet: Viele sollen unterschreiben

8. Februar 2016 | 1 Kommentare | Kategorie: Landau
Humboldt-Pinguine im Landauer Zoo. Foto: zoo-landau

Humboldt-Pinguine im Landauer Zoo.
Foto: zoo-landau

Landau. Schon seit vielen Jahren bemüht sich der in Landau gegründete Verein Sphenisco – Schutz des Humboldt-Pinguins e.V. zusammen mit seinen Partnern, darunter der Zoo Landau, der Freundeskreis des Landauer Tiergartens e.V. und andere Zoos und Organisationen um den Schutz wichtiger Meeres- und Küstenzonen in Chile und Peru.

Von den maßgeblichen Initiatoren, dem Landauer Ehepaar Werner und Gabriele Knauf, erreichte den  Landauer Zoo nun von vor Ort ein durchaus dramatischer Hilferuf.

Chilenische Wissenschaftler, Fachleute und Mitglieder von Sphenisco e.V. scheinen in einer ziemlich ohnmächtigen Position, um hoffentlich noch gewaltigen Schaden von der Meeresregion La Higuera – Insel Chanaral in Chile mit ihrer besonderen Tier- und Pflanzenwelt abzuwenden.

Eine der dringenden Maßnahmen ist es nun, international möglichst viele Unterstützer gegen geplante Hafenbaumaßnahmen unmittelbar in einem der wichtigsten Brutgebiete des bedrohten Humboldt-Pinguins zu mobilisieren. Sehr viele Organisationen und Menschen sollen eine Erklärung zur Rettung von „La Higuera – Insel Chañaral“ unterschreiben.

Anlass der Sorge der Naturschützer ist die aktuellen Prüfung des Projektes Dominga der Firma Andes Iron durch die Behörde zur Prüfung der Umweltverträglichkeit (SEA) in der Region Coquimbo.

Von August 2012 bis Januar 2015 hat dieselbe SEA den Antrag der chilenischen Firma Compania Minera del Pacífico S.A. in der betreffenden Region einen Hafen zu bauen unsachgemäß geprüft, und einer Genehmigung des Projektes zugestimmt.

Aktuell laufen Klagen gegen diese Entscheidung. Dieser Hafen soll in einer Meeresregion errichtet werden, die zahlreiche bedrohte Tierarten beherbergt.

Acht Arten von Walen und neun Arten von Delfinen besuchen regelmäßig diese Zone auf ihren Wanderungen und nutzen sie zur Aufnahme von Nahrung. 70 Große Tümmler leben hier dauerhaft. Auch zwei Meeresschutzzonen und das Nationale Schutzgebiet für Humboldt-Pinguine befinden sich hier.

Diese Schutzzonen bilden gemeinsam das weltweit erste Schutzgebiet für Humboldt-Pinguine überhaupt. Es beherbergt rund 13.000 Brutpaare, das entspricht 80% der gesamten Wildpopulation des von der Ausrottung bedrohten Humboldt-Pinguins. Diese Pinguinart wird im Rahmen eines Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) schon lange auch im Zoo Landau in der Pfalz erfolgreich gehalten und nachgezüchtet.

Obwohl es sich bei der Meeresregion La Higuera – Isla Chañaral in Nordchile um einen der 35 wichtigsten Brennpunkte der Artenvielfalt weltweit handelt, der besonders schutzwürdig ist, musste die Firma CMP im Prüfverfahren nicht zu den realen Bedingungen Stellung nehmen. So durfte bei der Prüfung unberücksichtigt bleiben, dass der Küstenabschnitt zwischen Caleta Hornos und Isla Chañaral ein einheitliches Ökosystem ist. Auch zu den Auswirkungen auf die nur wenige Seemeilen entfernten staatlichen Schutzzonen und 15 staatlich geschützte Gebiete zum Abbau von Meeresfrüchten muss keine Stellung genommen werden.

Allein der Regionalsekretär für Landwirtschaft sah das Projekt in den realen Zusammenhängen und lehnte es deshalb ab. „Es wirkt wie ein Menetekel und wirft ein bezeichnendes Licht auf die politische Situation in Chile, wenn ‚die Gegenstimme‘ fünf Tage nach der Genehmigung ‚abdankt‘, weil angeblich persönliche Probleme ein Verbleiben im Amt unmöglich machten,“ berichtet die Landauer Vorsitzende von Sphenisco e.V., Gabriele Knauf aus Chile.

In einer eigens erstellten Erklärung zur Rettung von La Higuera – Isla Chañaral in Chile fordern die ersten Unterzeichner, darunter Sphenisco e.V., der Zoo Landau in der Pfalz sowie der Landauer Zoofreundeskreis, die politisch Verantwortlichen auf, das Projekt Dominga der Firma Andes Iron entsprechen der realen Bedingungen zu bewerten und den Prozess der Genehmigung des Hafens Cruz Grande der Firma CMP auf Irregularitäten zu überprüfen.

„Interessierte Bürger können sich durch Unterzeichnung einer durch die Naturschutz-Organisation „Rettet den Regenwald“ initiierten Online-Petition (https://www.regenwald.org/aktion/1035/bitte-unterschreibt-26-000-humboldt-pinguine-retten) am Protest beteiligen,“ sagt Landaus Zoodirektor, Dr. Jens-Ove Heckel. Bisher haben bereits fast 40.000 Menschen unterschrieben. Mehr Info gibt es auch über die Webseite www.sphenisco.org (zoo-landau)

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Ein Kommentar auf "Lebensraum der Humbolt-Pinguine ist gefährdet: Viele sollen unterschreiben"

  1. Wasgauhighlander sagt:

    Das ist die beste Schlagzeile, die ihr jemals hattet! Bitte nicht ändern!

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