Montag, 26. Juni 2017

Landauer Zoo war Gastgeber: Führende Zoodirektoren trafen sich zur Jahrestagung

18. Juni 2017 | noch keine Kommentare | Kategorie: Landau, Regional
Pressekonferenz zur Zootagung in Landau: Foto: Pfalz-Express/Ahme

Pressekonferenz zur Zootagung in Landau: Volker Homes, Dr. Olivier Pagan, Dr. Heckel und Dr. Manfred Zeiner (v.l.).
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Landau. Zwei Tage lang trafen über 100 Zoodirektoren sowie Vertreter aus den Bereichen Artenschutz, Bildung und Wissenschaft aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Landau in der Pfalz zur Jahrestagung des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ) zusammen.

Die 69 VdZ Mitgliederzoos verabschiedeten dabei erstmals eine Verbandsstrategie „VdZ Strategie 2020“ für die kommenden vier Jahre, die die wesentlichen Verbandsaufgaben der deutschsprachigen Zoogemeinschaft im Arten-und Tierschutz, der Bildung und Forschung festlegt.

Zootagung in der Landauer Festhalle. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Zootagung in der Landauer Festhalle – Gastgeber war der Landauer Zoo.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Im vergangenen Jahr besuchten fast 40 Millionen Menschen die VdZ Zoos, die mit einzigartigen Tiererlebnissen die Besucher begeistern. Dieser Trend mit hohen Besucherzahlen ist ungebrochen: „Zoos sind richtige Besuchermagneten“, so Dr. Manfred Zeiner, Geschäftsführer der dwif-Consulting GmbH, einem renommierten Freizeit-und Tourismusforschungsinstitut, bei der Pressekonferenz zur Tagung.

Begelitend zur Tagung gab es auch Infostände in der Festhalle. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Begleitend zur Tagung gab es auch Infostände in der Festhalle.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Im Mittelpunkt der Jahrestagung stand die Diskussion von Zukunftsszenarien. Impulse dazu lieferte der Keynote-Vortrag von Dr. Manfred Zeiner. Zeiner beleuchtet Trends im Freizeitverhalten und die daraus entstehenden Chancen für Zoologische Gärten.

Die Erlebniswelt und Zoos bewegten sich aufeinander zu, so Zeiner. „Gehege werden zu Erlebnisräumen“, so Zeiner. „Die Besucher wollen immer etwas Neues haben“.

Zoos müssten sich auch mit Investitionen auf diese anspruchsvollen Bedürfnisse, nicht zuletzt im digitalen Bereich einstellen. „Nach unserer Erfahrung machen sich Investitionen sehr schnell durch einen Besucheransturm bezahlt“, so Zeiner.

Dr. Vanessa Schmitt stellte einen Touchscreencomputer vor, der im Heidelberger Zoo tierische Intelligenz misst. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Dr. Vanessa Schmitt stellte einen Touchscreencomputer vor, der im Heidelberger Zoo tierische Intelligenz misst.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Auch der Landauer Zoodirektor Dr. Heckel freut sich für den Landauer Zoo über positive Rückmeldungen und sammelt sie von Besuchern. „Die Negativkritik, die auch mal kommt, „ihr habt keine Elefanten“ nehme ich mir allerdings nicht zu Herzen.“

Der Landauer Zoo ist klein, trotzdem verbinde er Freizeit und Erholung, Forschung und Umweltbildung, erklärt Heckel. „Mehr als eine Million Kinder und Jugendlich besuchen die Zooschulen in,unseren Mitgliederzoos“, hatte Dr. Olivier Pagan, VdZ-Präsident, zugleich Direktor des Zoos Basel, stolz erklärt.

Kinder lassen sich in der Landauer Zooschule für Naturschutz begeistern. Quelle: Zooschule Landau/G. Hollstein)

Kinder lassen sich in der Landauer Zooschule für Naturschutz begeistern.
Quelle: Zooschule Landau/G. Hollstein)

Auch Heckel sieht in fachlich fundierter und attraktiv vermittelter Umweltbildung und im Artenschutz zentrale Aufgaben moderner Zoos. „Ich freue mich sagen zu können, dass Umweltbildung und Artenschutz in der täglichen Arbeit unseres Zoos tief verankert sind“.

Mehr als 15.000 Menschen besuchen Seminare, Führungen und Zooschule pro Jahr. „Die Arbeit in Kleingruppen stellt ein wichtiges Standbein unserer Arbeit dar“, so Heckel.

Dem Trend vieler Zoos, die viele Tiere abschaffen und sich auf bestimmte Tierarten konzentrieren, was auch Pagan in der Pressekonferenz ansprach, widerspricht Heckel. „Meine These lautet: Möglichst viele Zoos, sollen möglichst viele Arten unter möglichst guten Bedingungen halten“.

Es werde eine Mindesttierzahl einer Spezies benötigt, denn sonst könne eine Zucht nicht mehr gesteuert werden, so Heckel. „Heute kann man nämlich nicht mehr a la Dikatari nach Afrika fahren und Wildtiere einsammeln“.

Sudan-Geparden werden in der Wildbahn rar, aber im Zoo Landau erfolgreich nachgezüchtet Quelle: Zoo Landau/S. Heß

Sudan-Geparden werden in der Wildbahn rar, aber im Zoo Landau erfolgreich nachgezüchtet.
Quelle: Zoo Landau/S. Heß

So seien Antilopen früher in jedem Zoo zu sehen gewesen, was sich grundlegend geändert habe. Und allgemein: Tiere mit genetisch guten Anlagen zu züchten, die wieder bei Bedarf ausgewildert werden können, sei sehr wichtig im Zuchtprogramm der Zoos.

„Nachdem wir den VdZ mit der Verlegung der Geschäftsstelle in das politische Zentrum Berlin neu aufgestellt haben, geht es in der VdZ Strategie 2020 nun darum, die Leistungen und Erfolge der Zoologischen Gärten stärker in den politischen Diskurs einzubringen“, erläutert VdZ-Präsident Dr. Olivier Pagan, zugleich Direktor des Zoo Basel.

Und der Geschäftsführer des VdZ, Volker Homes ergänzt: „Im Jahr der Bundestagswahl fordern wir die Politik auf, einen der wichtigsten außerschulischen Lernorte im grünen Bereich auch finanziell stärker zu unterstützen.

Über den VdZ:

Der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) e.V. mit Sitz in Berlin ist die führende Vereinigung wissenschaftlich geleiteter Zoologischer Gärten mit Wirkungsschwerpunkt im deutschsprachigen Raum. Der 1887 gegründete VdZ ist der weltweit älteste Zoo-Verband und
gab den Anstoß zur Gründung des Weltzooverbandes (WAZA).

Aktuell gehören zum VdZ 69 Mitgliedszoos in Deutschland, Schweiz, Österreich und Spanien. Zu den Schwerpunkten des VdZ gehören die Vertretung der Mitgliederinteressen, die Kommunikation und Kooperation mit Behörden, Politikern, Wissenschaftlern, Verbänden und den Medien. Weiterhin unterstützt der Verband Natur-und Artenschutzprojekte, sowie Bildung und Forschung in Zoos. (desa/red)

Das Erhaltungszuchtbuch für bedrohte Prinz-Alfred-Hirsche wird durch den Zoo Landau koordiniert. Quelle: Zoo Landau/T. Schmeing

Das Erhaltungszuchtbuch für bedrohte Prinz-Alfred-Hirsche wird durch den Zoo Landau koordiniert.
Quelle: Zoo Landau/T. Schmeing

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