Sonntag, 24. September 2017

Kompostwerk Westheim soll umweltfreundlicher Gaslieferant werden – Vergärungsanlage entsteht– Infoveranstaltungen für Bürger

11. Juli 2017 | 1 Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional, Wirtschaft in der Region
Lage des Kompostwerks. Quelle: SUEZ

Lage des Kompostwerks.
Quelle: SUEZ

Westheim/Bellheim – Die knapp 20 Jahre alte Kompostierungsanlage in Westheim soll erneuert und um eine moderne Vergärungsanlage für kommunale Bioabfälle erweitert werden.

Das sehen die Pläne des Entsorungsunternehmens SUEZ und des Kreises vor. Wenn die Kreisgremien zustimmen, soll die Anlage 2019 in Betrieb gehen und insgesamt rund 58.000 Jahrestonnen Bio- und Heckenabfälle verarbeiten.

„Das bedeutet, dass Bioabfall künftig nicht mehr nur noch kompostiert, sondern auch Biogas erzeugt wird. Diese Energie, aus Bioabfall umweltfreundlich erzeugt, entspräche dann in etwa der Energieerzeugung von sechs bis sieben Windrädern“, sagt Landrat Dr. Fritz Brechtel.

Eingespeist würde das Gas direkt in das vorhandene Erdgasnetz. Kompost und Flüssigdünger nähmen weiterhin landwirtschaftliche Betriebe ab.

Lärm oder Gestank soll die Anwohner nicht stören: „Wie schon bisher, müssen die Menschen rund um das Kompostwerk in Westheim und Bellheim nicht mit einer störenden Lärm- oder Geruchsbelästigung rechnen, da die Anlage komplett eingehaust ist“, so Brechtel.

Verarbeitungsmenge wird verdoppelt

Das Kompostwerk in Westheim ist bisher für eine maximale Kapazität von 28.000 Tonnen ausgelegt. Die Technik allerdings ist in die Jahre gekommen und sehr störanfällig, was immer wieder zu Stillständen führt.

Eine geordnete Kompostierung mit der alten Technik sei auf absehbare Zeit hier nicht mehr möglich, berichtet Oliver Grimm, Geschäftsführer der SUEZ Süd GmbH. Man habe sich daher für eine Komplettsanierung und Neukonzeption der Anlage entschieden.

In der geplanten Biovergärungsanlage sollen 58.000 Jahrestonnen verarbeitet werden. Das bedeutet in etwa eine Verdoppelung der aktuell genehmigten Stoffmenge von 28 000 Tonnen.

Aus dem Landkreis Germersheim kommen 12.000 Tonnen Bio- und 10.000 Tonnen Heckenabfälle (22.000 Tonnen = 38 Prozent), aus der Stadt Karlsruhe 8.000 Tonnen (14 Prozent) und aus dem Landkreis Ludwigsburg 28.000 Tonnen (48 Prozent) pro Jahr.

Oliver Grimm weiter: „In der weiteren Entwicklung sehen wir vor, Teilmengen aus dem Landkreis Ludwigsburg in andere ortsnähere Anlagen zu liefern und die freiwerdenden Kapazitäten für Westheim durch regionale Biomüllmengen aufzufüllen.“

Bei der Anlieferung der Bioabfälle dürften die Einwohner der angrenzenden Orte nicht zusätzlich belastet werden, fordert Landrat Brechtel: „Die An- und Anfahrt ist daher ausschließlich über die B9, die L539 und die L538 von Bellheim nach Westheim vorgesehen, der Ortskern Westheim wird nicht durchfahren. Die Verkehrsbelastung ist weiterhin nicht gravierend. Sie wird sich von heute 30 auf künftig etwa 50 Lkw pro Tag erhöhen.“

SUEZ plant zudem über Rückfrachten die Transportbelastung um 20 Prozent zu verringern und die Spitzenbelastung der Fahrzeugbewegungen bei Ausbringung der Gärreste zu minimieren. Dafür sollen bei regionalen Landwirten Silos aufgestellt und diese ganzjährig befüllt werden.

Kompostwerk Westheim, Vergärungsanlage 2

„Keine Lärm- oder Geruchsemission“

Die Kompostierungsanlage errichten und betreiben soll die BVB Biogutvergärung Bietigheim GmbH.

Rainer Kübler, einer der Geschäftsführer: „Geruchs- und geräuschstarke Bereiche wie die Heckenkompostierung und die Nachrotte des Kompostes, die bisher im Freien stattfinden, werden aufgegeben. Alle geruchsintensiven Produktionsschritte werden bei der neuen Anlage vollständig eingehaust.“

Daher sei keine Erhöhung der Lärm- oder Geruchsemission zu befürchten. Entsprechende Gutachten würden mit den Antragsunterlagen bei der SGD Süd in Neustadt eingereicht.

Informationsveranstaltungen für Bürger

Noch bevor die Planungen in die Gremien kommen oder irgendwelche Anträge gestellt werden, soll es für die Einwohner aus Bellheim und Westheim jeweils eine Informationsveranstaltung geben, betont Landrat Brechtel: „Dort haben sie die Möglichkeit, Fragen und Anregungen direkt mit den Fachleuten zu besprechen.“ Die beiden Termine finden in der Woche vom 28. bis 31. August statt.

Außerdem bietet die Kreisverwaltung am Samstag, 26. August, eine Besichtigung einer typgleichen Biovergärungsanlage in Backnang-Neuschöntal an. Abfahrt ist um 9 Uhr am Bahnhof in Germersheim. Insgesamt stehen etwa 50 Plätze zur Verfügung.

Interessierte Bürger melden sich dafür bei der Kreisverwaltung, Tel. 07274/53-342 oder per E-Mail: s.ackermann@kreis-germersheim.de an.

Infos: 

Kompostwerk Westheim, Vergärungsanlage -3

 

Kompostwerk Westheim, Vergärungsanlage -4

Kompostwerk Westheim, Vergärungsanlage -5

Kompostwerk Westheim, Vergärungsanlage -6

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Ein Kommentar auf "Kompostwerk Westheim soll umweltfreundlicher Gaslieferant werden – Vergärungsanlage entsteht– Infoveranstaltungen für Bürger"

  1. Lindrad sagt:

    Bürger macht Euch schlau! Mt dem Link „weder-bio-noch-gut.de“ kann alles glaubwürdig nachgelesen werden, was zum Fall der Biomüllanlage im Landkreis Ludwigsburg (Bietigheim-Bissingen) letztendlich ganz klar führte (Giftigkeit, Humanität, Verkehrsbelastung etc.). Sicher andere und ich würden keine landwirtschaftlichen Produkte dieser Region dann abnehmen, schon alleine durch die hohen Plastikanteile im Dünger (Gülle).

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