
Zirkusse können Wildtieren wie zum Beispiel diesem Tiger meist keine artgerechte Haltung bieten.
Foto: Pfalz-Express/Licht
Kandel – Der Stadtrat entsprach in seiner letzten Sitzung am 17. Dezember einem Antrag der Grünen-Fraktion, keine Zirkusse mit Wildtieren mehr zuzulassen. Auch Werbung dafür soll künftig verboten sein.
Grund: Der Zirkus Weisheit, der häufig in der Verbandsgemeinde gastiert, war unlängst mit sibirischen Tigern vor Ort. Zwar nicht auf städtischem Gelände – dazu gebe es bereits seit zehn Jahren eine Absprache, sagte Stadtbürgermeister Günther Tielebörger (SPD).
Der Zirkus habe aber dennoch mit Genehmigung der VG-Verwaltung plakatiert und sich auf privatem Gelände niedergelassen, kritisierten die Grünen. Auch die Tierschutzorganisation „Schüler für Tiere“ hatte dagegen Protest eingelegt.
Die Voraussetzungen für eine artgerechte Haltung bestimmter Wildtiere wie Elefanten, Menschenaffen und Großkatzen könnten in Wanderzirkussen grundsätzlich nicht geschaffen werden.
Wildtiere in diesem Sinne seien Menschenaffen, Tümmler, Delfine, Greifvögel, Flamingos, Pinguine, Nashörner, Wölfe, Alligatoren, Krokodile, Antilopen und antilopenartige Tiere, Amphibien, Bären, Elefanten, Flusspferde, Giraffen, Riesenschlangen, Robben und robbenartige Tiere, Großkatzen, Lamas und Straußenvögel.
Tielebörger will mit potenziellen Vermietern privater Gelände zudem weitere Gespräche führen, damit „das nächsten Jahr nicht mehr passiert.“
Norbert Rapp (Grüne) sagte, zahlreiche namhafte Zirkusse kämen schon lange ohne Wildtiere aus.
Markus Schowalter (FDP) indes würde warten wollen, bis ein Gesetz auf Bundesebene dazu erlassen ist. Möglicherweise mache er sich mit seiner Meinung unbeliebt („noch leben wir in einem demokratischen Land? Ich weiß es nicht genau“), aber für viele Kinder und auch Erwachsene sei es ein Erlebnis, die Tiere betrachten zu können.
„Noch ist es erlaubt, und noch haben die Menschen das Recht, hinzugehen“, so Schowalter. Auch viele Hunde und Katzen seien viel alleine, und „Vorschriften haben wir als Landwirte auch jede Menge.“
Der Antrag wurde dann aber mit vier Gegenstimmen und acht Enthaltungen angenommen. (cli)

Elefant Benjamin: Auch ein Zirkustier, das durch die Haltungsbedingungen Verhaltensstörungen entwickelte und Schlagzeilen machte.
Foto: Schüler für Tiere
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