Sonntag, 24. September 2017

Kandel: „Innenstadtforum“ zur Stadt-Optimierung – sind Touristen, Cafés oder Schilder die Lösung?

1. Juli 2017 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Wirtschaft in der Region
Innenstadtforum im Kultursaal der Stadthalle. Fotos: Pfalz-Express/Licht

Innenstadtforum im Kultursaal der Stadthalle.
Fotos: Pfalz-Express/Licht

Kandel – Am ersten „Innenstadtforum im Kultursaal der Stadthalle beteiligten sich etwa 40 Bürger. Mit dem Städteförderungsprogramm „Aktive Stadt“ geht es darum, Kandel in den nächsten zwei Jahrzehnten fit für die Zukunft zumachen.

Auf Interesse stieß die Veranstaltung, die hauptsächlich zum ersten „Ideen sammeln“ dienen sollte, auch bei zahlreichen Geschäfts- und Ladeninhabern und Stadtratsmitgliedern.

Es scheint aber gar nicht so einfach zu sein, Kandel weiter zu optimieren, denn Vieles gibt es schon oder ist bereits in Planung oder Arbeit.

Dipl.-Ing. Michael Kleemann vom Landauer Büro „Stadtimpuls“ stellte die drei Säulen „Belebung Einzelhandel und Innenstadt“, „Kultur, Freizeit, Erholung“ und „Demografie, Infrastruktur, Gesundheit“ vor und nahm Vorschläge aus dem Publikum entgegen.

W-Lan-Hotspots, mehr Parkplätze, Belebung von Straßen und Plätzen durch Cafés, Begrünung, mehr Sauberkeit, eine bessere Beschilderung für Radwege oder Barrierefreiheit auch bei historischen Gebäuden wurde unter anderem genannt.

Richtig zündende Ideen jedoch fehlten, die Diskussion verlor sich häufig in Kleinigkeiten. Immer wieder merkten die Bürgermeister Volker Poß und Günther Tielebörger an, dass man bei diversen Vorschlägen schon dabei sei oder diese sogar bereits umgesetzt habe. So würden die neuen Baugebiete mit Blick auf die demografische Entwicklung in dieser Richtung umgesetzt.  Auch Außenbestuhlungen von Restaurants oder Cafés habe man vorangetrieben.

Diese könnten aber noch deutlich ausbaut werden, merkte Uwe Weibel vom Institut für Umweltstudien „IUS“ an: „Die Zahl der Stühle sollte kein Thema sein.“

Kandel, Innenstadtforum, Aktive Stadt - 2

Ein Digitaler Marktplatz für den Einzelhandel, wie von Stadtrat Volker Blatsch zur Sprache gebracht, müsse gut überlegt sein, sagte Kleemann. Die Kandeler Geschäfte könnten kaum einen ähnlichen Lieferdienst leisten wie beispielsweise Amazon und andere Internetgiganten.

Statt dessen sollten die Stärken der einzelne Geschäfte und spezielle Bedarfe ausgearbeitet und das, was Kandel von anderen Gemeinden unterscheide, in „klingende Münze“ umgewandelt werden. „Aktivierendes Bummeln“ sei angezeigt, so Kleemann.

Zu Sprache brachten sowohl Kleemann als auch Blatsch sogenannte „Wegeketten“ oder „Cross-Marketing“. Wie also lockt man Besucher, die an Kandel vorbeifahren (mit dem Rad, Auto oder Zug), die den Kletterpark besuchen oder am Bienwaldmarathon teilnehmen in den Innenstadtbereich? Mit witzigem oder eingänglichem Wort-Marketing vielleicht (Uwe Weibel nannte das Neupotzer Beispiel „Schlemmermeile“) oder Flyern? Letztere seien zumindest beim Bienwaldmarathon ausgelegt gewesen, aber wenig nachgefragt worden, warf Sabine Bock vom Tourismusbüro ein.

Bock schlug vor, die beiden Achsen vom Bahnhof aus (Gartenstraße und ein Weg an den neugebauten Hauskomplexen gegenüber der Verwaltung), die in die Hauptstraße führen, ansprechender und deutlicher zu beschildern. Der „Touristen in die Stadt locken“-Gedanke ist sicher ein guter Ansatz, der aber dann nicht weiter verfolgt wurde. Möglicherweise wird er in den drei Workshops nach der Sommerpause nochmals aufgegriffen.

Stadträtin Jutta Wegmann möchte eine stärkere Profilierung Kandels als Fahrradstadt, und Werner Esser und ein weiterer Zuhörer hätten gerne wieder mehr Blumenschmuck in der Stadt und auch an Privathäusern.

Das leidige Thema „Öffentliche Toilette“, schon seit Jahren im Stadtrat hin und her geschoben, scheint ebenfalls nach wie vor ein Problem zu sein, wenngleich sich alle Anwesenden einig waren, dass diese dringend gebraucht würde. Die Toilette im Bahnhof sei überlastet und gerade in Zeiten, wenn Schulklassen am Haltepunkt Kandel Station machten, eine Katastrophe, sagte Sabine Bock.

Am Ende reichte die Zeit nicht mehr für das große Thema „Demografie“. Dieser Punkt sei zu wichtig, um ihn auf die Schnelle abzuhandeln, wandte Jutta Wegmann ein und verwies auf die Gespräche in kleineren Gruppen in den nächsten Wochen. (cli)

Michael Kleemann

Michael Kleemann

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