Sonntag, 19. November 2017

Jubiläumsaufführung in Herxheimer Festhalle: Inklusive Theatergruppe St.-Paulus-Stift spielt „Berlin – und die Bürde des Testaments“

26. September 2017 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Kultur
Archivbild: "Frau Atala muss weg" aus dem Jahr 2015. Foto: St. Paulus Stift Herxheim

„Frau Atala muss weg“ aus dem Jahr 2015.
Foto: St. Paulus Stift Herxheim

Herxheim – Früher war alles besser – oder doch nicht?

In einer modernen Einrichtung geht es plötzlich hektisch zu: Ein großer Umzug steht an und gleichzeitig stellt ein Sozialpolitiker aus Berlin das neue Bundesteilhabegesetz 3.0 vor.

Alle versuchen die Umsetzung der bevorstehenden Ereignisse positiv zu gestalten, doch in der aktuell schnelllebigen Gesellschaft, geprägt von politischen Diskussionen und moderner Kommunikation in sozialen Netzwerken, scheint es so, als wäre früher alles einfacher gewesen.

Ein Rückblick in eine Zeit vor fast 100 Jahren gibt Aufschluss: Der Krieg ist vorbei und der Regierungssitz von Deutschland liegt nun in Berlin. Im St. Paulus Stift in Herxheim kommt es nach dem Tod des Gründers Jacob Friedrich Bussereau zu einer gewaltigen Herausforderung für Schwester Franziska, die das Erbe von ihm übernimmt, um den Menschen mit Behinderung ein schönes zu Hause zu bieten.

Doch das neue Erbschaftssteuergesetz, durch Reichsfinanzminister Erzberger in Berlin veranlasst, lässt die Einrichtung 1919 vor dem Aus stehen. Wären da nicht die Schwestern des heiligen Paulus, die den langen Weg in das unbekannte Berlin auf sich nehmen, um die Sachlage direkt und vor Ort zu klären.

Doch es soll ein langer Weg zu Erzberger werden, gekreuzt von einem aufstrebenden Musiktalent namens „Udo L.“ und demonstrierenden Bürgern, bis hin zu den Tücken einer fremden und pulsierenden Großstadt. Werden die Schwestern am Ende noch die Schließung vom St. Paulus Stift abwenden können? Und was haben damit der Geist Bussereaus und das Bundesteilhabegesetz zu tun?

Nur so viel vorweg: Würden Sie heute bei solch einem Anliegen schlichtweg im Berliner-Kanzleramt vorsprechen? – denn genau das war in den 20er Jahren das Vorhaben der drei mutigen Schwestern. Die inklusive Theatergruppe „SoSimmer – ganz normal, bloß annerschd“ klärt die historische Geschichte in ihrer eigenen komödiantischen Interpretation auf.

In zwei großen Akten werden zum einen aktuelle (sozial-)politische Themen aufgegriffen und zum anderen die Situation vor knapp 100 Jahren in parodierender Art und Weise dargestellt.

Die 80-minütige Inszenierung wird innerhalb einer Workshopwoche unter der Leitung von Regisseur Mario Müller eingeübt und durch eine zwölfköpfige Musikgruppe begleitet, unter der Leitung von Ulrike Fürst.

Als Schauspieler im „barrierefreien Theater“ agieren Bewohner und Mitarbeiter der sozialen Einrichtung, die von ehrenamtlichen Helfern unterstützt werden. Insgesamt besteht das Ensemble der immer größer und bekannter werdenden Theatergruppe aus über 50 Akteuren.

An die Erfolge aus den Vorjahren möchten sie nun im Jubiläumsjahr (zum fünften Mal) anknüpfen.

Vorstellungen am Samstag, 14.10. (16:30 Uhr) und Sonntag, 15.10. (18 Uhr) in der Festhalle in Herxheim.

Karten gibt es zu 8 Euro bzw 5 Euro (ermäßigt) im Vorverkauf beim Schreibwarenladen Regina Müller (Obere Hauptstraße 5), im St. Paulus Stift selbst (Bussereaustraße 18) oder an der Abendkasse. (mm/red)

 2016: "Herxe, Häne, Hatzebehl - oder die Sach mim Duwak." Foto: St. Paulus Stift Herxheim

2016: „Herxe, Häne, Hatzebehl – oder die Sach mim Duwak.“
Foto: St. Paulus Stift Herxheim

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