Freitag, 24. November 2017

„Haus zum Maulbeerbaum“ in Landau: Bald Eigentum der Genossenschaft

2. Juli 2017 | noch keine Kommentare | Kategorie: Landau, Regional
Dr. Ingenthron, Sonja Berens, Uli Marsilius, Gunhild Wolf, Dr. Michael Zumpe und Dr. Christian Knoll (v.l.) Foto: Pfalz-Express/Ahme

Dr. Ingenthron, Sonja Berens, Uli Marsilius, Gunhild Wolf, Dr. Michael Zumpe und Dr. Christian Knoll (v.l.): Vorstand und Aufsichtsrat der Genossenschaft. Es fehlt auf dem Bild Aufsichtsratsmitglied Dr. Christof Wolff.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Landau. „Erst waren wir Bittsteller bei der Stadt, jetzt kooperieren wir“, fasste Dr. Michael Zumpe in der Mitgliederversammlung der Genossenschaft Haus zum Maulbeerbaum die Erfolge im Kampf gegen den lange Zeit drohenden Abriss zusammen.

Eine „entscheidende Weichenstellung“ und „das, was wir immer gewollt haben“, nämlich eine sichere Zukunft des geschichtsträchtigen Hauses, wurde durch den Beschluss im letzten Stadtrat, ermöglicht.

Auch im Vorstand der Genossenschaft hat sich etwas getan: Mit Uli Marsilius, 66 Jahre alt und neu nach Landau gezogen, konnte ein kompetenter Fachmann ins Boot geholt werden. Er war in Norwegen Stadtkonservator, in Damaskus mit der Erhaltung alter Bausubstanz beschäftigt und hat eine große Leidenschaft für historische Bausubstanz.

Der Stadtrat stimmte zu, dass die Genossenschaft Haus zum Maulbeerbaum eG i.Gr. durch die Stadt Landau bevollmächtigt wird, für die Durchführung des ersten Sanierungsabschnittes für das Haus zum Maulbeerbaum Zuwendungsanträge beim Bund und beim Land zu stellen.

Der Stadtrat beschloss weiterhin, das Eigentum am“Haus zum Maulbeerbaum“ (Marktstraße 92 und 94), nach Eintragung der Genossenschaft in das Genossenschaftsregister auf diese zu übertragen.

„Es sei dies ein gutes Zeichen bürgerlichen Engagements“, fasste OB Hirsch zusammen. „Ein weißer Ritter aus Berlin“ sei gekommen, umschrieb CDU-Fraktionsführer Peter Lerch die Bundesförderzusage.

Die SPD lobte „Diejenigen, die sich für das Haus eingesetzt haben“ („ohne diese hätten wir das Haus nicht mehr“).

Die Grünen hatten „die Hoffnung nie verloren“, Dr. Migl (Fraktion Pfeffer und Salz): „Der Aufsichtsrat wird darauf achten, dass die öffentlichen Gelder gut verwendet werden“.

Einzig die FWG kann sich noch immer nicht mit dem Gedanken anfreunden: „Es gibt kein absehbares Konzept“, so Wolfgang Freiermuth. Der historische Bezug sei fragwürdig – Steuergelder würden verbrannt und kostbarer Wohnraum werde nicht geschaffen. „Wenn man mit Ihrem Verständnis an Altertumspflege heran ginge, gäbe es überhaupt keine Burgen mehr“ empörte sich Grünen-Stadträtin Folenius-Büsow. Der Beschluss wurde jedenfalls mit 5 Gegenstimmen angenommen.

Der Zeitplan sieht vor, dass bis Oktober 2017 die Genossenschaft rechtsfähig wird, sodass die Eigentumsübertragung im Dezember 2017 erfolgen kann.

Danach, so die Planung der Genossenschaft, gehen die Verantwortlichen auf die Suche nach einem geeigneten Architekten und die Gewerke sollen ausgeschrieben werden.

Erste Baumaßnahmen erfolgen ab Mitte 2018. Der erste Bauabschnitt, der konstruktiven Instandsetzung, soll bis 2021 fertig gestellt sein. Das heißt, mit dem ersten Bauabschnitt kann der Rohbau sicher begangen werden.

Insgesamt geht die Genossenschaft von Investitionskosten in Höhe von zirka
900.000 Euro für den ersten Sanierungsabschnitt aus (500.000 Euro Fördermittel Bund
und Land, 300.000 Euro Sanierungskostenzuschuss der Stadt aus ersparten Abrisskosten,
100.000 Euro Eigenanteil der Genossenschaft).

Von 2019 bis 2020 können für den zweiten Bauabschnitt, den Innenausbau, weitere Mittel bei Bund und Land beantragt werden. Für weitere Folgeanträge wolle man auch die Wüstenrotstiftung anschreiben, außerdem solle der Hof attraktiver gestaltet werden.

Der Verein wird in diesem Jahr auch eine Weihnachtstombola durchführen. Am Samstag, 19. August wird ab 11 Uhr ein Sommerfest verbunden mit einer Ausstellung durchgeführt. Die Künstlergruppe BHK aus Bornheim will sich künstlerisch mit dem Haus auseinandersetzen.

Bei Tag des offenen Denkmals am 10. September wird das Haus zum Maulbeerbaum geöffnet sein. Einmal im Monat trifft man sich zum Stammtisch. Der Nächste findet am 5. Juli um 18.30 Uhr in Heilig Kreuz statt.

Weitere Fragen sollen, so schlägt Uli Marsilius vor, in Arbeitsgruppen behandelt werden, denn der Wunsch nach Mitbestimmung wurde in der Versammlung schon recht deutlich geäußert.

Was die Brandschutzfrage und damit auch das Nachbarschaftsgebäude betrifft, ist man noch nicht weiter gekommen. Dr. Ingenthron für den Aufsichtsrat, rät jedenfalls, in allen Bereichen zur Gelassenheit: „Es können nicht Jedermanns Vorstellungen erfüllt werden!“ (desa)

Die Mitglieder der Genossenschaft trafen sich im Rathaus. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Die Mitglieder der Genossenschaft trafen sich im Rathaus. Ein paar Tage später votierte hier der Stadtrat „pro Haus zum Maulbeerbaum“.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

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