Freitag, 17. November 2017

Germersheimer Soldaten und Südpfalz-Werkstatt gemeinsam auf Fußwallfahrt nach Herxheim: „Krankheit ist kein Makel“

31. August 2017 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Kreis Südliche Weinstraße, Regional
Gottesdienst im Freien bei der Marienkapelle in Herxheim. Fotos: Pfalz-Express/Licht

Gottesdienst im Freien bei der Marienkapelle in Herxheim.
Fotos: Pfalz-Express/Licht

Germersheim/Herxheim – In diesem Jahr marschierten sie für und mit der Südpfalz-Werkstatt: Germersheimer Soldaten des Luftwaffenausbildungsbataillons begingen am 30. August eine Fußwallfahrt zur Kapelle der Schönstattbewegung in Herxheim.

Nach dem Morgenlob am Feldkreuz der Südpfalz-Kaserne startete der Marsch von Bellheim aus. 67 Bewohner und Betreuer der Südpfalz-Werkstatt und fast genauso viele Angehörige des Bataillons bildeten einen stattliche Gruppe. Die Soldaten selbst liefen 17 Kilometer und nahmen dann für die verbleibenden 10 Kilometer die Südpfalz-Werkstättler auf. Alle Teilnehmer trugen ein kleines Holzkreuz um den Hals.

Während der Wanderung kamen beide Gruppen in lebhafte Gespräche, berichtete Oberstabsfeldwebel Jürgen Mießeler, der Initiator der Wallfahrt. Die Bewohner der Werkstatt hielten sich ausgezeichnet und hatten Spaß an dem langen Marsch. „Das war ganz locker“, fand beispielsweise Rudolph (51). Lena (28) hat eine leichte Bindegewebsschwäche und bekam Probleme am Knie. „Dann durfte ich mit dem großen Bus weiterfahren“, erzählte sie stolz.

Begleitet wurde die Wallfahrer-Gruppe auch von Bundeswehr-Angehörigen, die gerade eine Ausbildung zum Notfallsanitäter absolvieren und den Rettungswagen behindertengerecht ausgestattet hatten. Ohne diese Unterstützung sei der Tag so nicht möglich gewesen, sagte Militärseelsorger Matthias Orth.

Auf der Wiese vor der Herxheimer Kapelle erwartete die Wanderer ein Mittagessen. Es gab Gulasch mit Kartoffeln aus der Truppenküche und alle langten herzhaft zu.

Soldatenwallfahrt Germersheim- Herxheim

Danach hielt Matthias Orth einen Feldgottesdienst ab, einzelne Südpfalz-Werkstatt-Bewohner und Soldaten sprachen kurze Fürbitten.

Hauptmann Josef Vollmer las die Bibelgeschichte von der Heilung eines Blinden vor und Orth erklärte dazu, dass Krankheit oder eine Behinderung keine Makel seien und niemand daran Schuld habe. „Vor Gott sind alle Menschen gleich“, so der Militärpfarrer. „Ein so schöner Vormittag würde Gott gefallen“, sagte er den andächtig lauschenden Zuhörern, „wenn er sieht, dass alle gut miteinander umgehen.“

Zu Gesang und Gebet gab Orth den Wallfahrern mit auf den Weg: „Achtet auf das Kleine in der Welt, das macht das Leben reicher.“

Zum neunten Mal bereits veranstaltet die katholische Militärseelsorge die Wallfahrt. Für den guten Zweck, eine Spende an die Südpfalz-Werkstatt, wurden in den letzten Wochen in jedem Kompaniegebäude der Südpfalz-Kaserne Spendenboxen aufgestellt. 300 Euro sind zusammengekommen, die Stabsfeldwebel Mießeler an Geschäftsführerin Marina Hoffmann und Petra Schürmann, Leiterin des Reha-Werks Herxheim, überreichte.

V.li.: Militärseelsorger Matthias Orth, Reha-Leiterin Herxheim Petra Schürmann, Südpfalz-Werkstatt-Leiterin Marina Hoffmann, Oberstabsfeldwebel Jürgen Mießeler, Hauptmann Josef Vollmer.

V.li.: Militärseelsorger Matthias Orth, Reha-Leiterin Herxheim Petra Schürmann, Südpfalz-Werkstatt-Leiterin Marina Hoffmann, Oberstabsfeldwebel Jürgen Mießeler, Hauptmann Josef Vollmer.

Mießeler und Hoffmann bezeichneten beide den Tag als einen „ganz besonderen.“ Man sei dem Vorschlag zur Wallfahrt mit großer Herzlichkeit entgegengekommen, so der Oberstabsfeldwebel, das Erlebnis sei eine außerordentliche Bereicherung gewesen.

Marina Hoffmann hatte die Erkenntnis gewonnen, dass in einer „Uniform auch ein Mensch steckt.“

Man habe ja normalerweise nicht so häufig einen Einblick in die Bundeswehr, sagte sie dem Pfalz-Express. Alles habe wunderbar gepasst, man müsse nur in die frohen Gesichter schauen. In der Südpfalz-Werkstatt habe Gesundheit und Fitness einen großen Stellenwert, der Inklusionsgedanke sei wirklich gelebt worden und auch sonst sieht Hoffmann Gemeinsamkeiten: „Beide, wir und die Soldaten, brennen jeweils für unsere Sache.“

Zum Schluss hatten alle noch viel Vergnügen bei Spiele wie Rasen-Memory oder Luftballon-Pfeilscheißen, die von Angehörigen des Bataillons vorbereitet und betreut wurden. Gestaunt wurde auch über den Stand der Rettungssanitäter, die demonstrierten, wie man eine Binde richtig anlegt oder über ein „Daumen-Bild“, auf dem jeder mit Fingerfarbe seinen Abdruck hinterlassen konnte. (cli)

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