Freitag, 20. Oktober 2017

Es summt und blüht in Herxheim: Bauernverein und Arbeitsgruppe wollen Tier- und Pflanzenwelt retten

15. Juni 2017 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Regional
Hans Müller (li.) und Matthias Detzel erklären die Bedeutung der Blühstreifen. Fotos: Pfalz-Express/Licht

Hans Müller (li.) und Matthias Detzel erklären die Bedeutung der Blühstreifen.
Fotos: Pfalz-Express/Licht

Herxheim – Moderne Landwirtschaft und Naturschutz müssen sich nicht gegenseitig behindern, im Gegenteil: Methoden für Artenschutz und Biodiversität nützen allen.

Das will der Bauernverein Herxheim beweisen und hat im letzten Jahr die Initiative ergriffen. Mitten auf den Feldern um Herxheim blüht und summt es wieder. Am Dienstag haben der Verein und eine extra gegründete Arbeitsgruppe vor Ort die diesjährigen Projekte vorgestellt.

Das erste Projekt heißt „Schau ins Feld“, findet bundesweit statt und behandelt die Unkrautbekämpfung auf Äckern ohne Pflanzenschutz. Dazu hat sich der Bauernverein in diesem Jahr mit fünf Parzellen beteiligt, auf denen (auf Teilflächen) keine Unkrautbekämpfung durchgeführt wird.

Projekt Nummer 2 ist das „Feldlerchenfenster“, mit dem die Lebensbedingungen für die Vogelwelt auf möglichst auf vielen Äckern verbessert werden soll. Auf der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands wird die Feldlerche mittlerweile als gefährdet geführt. In der Zeit von 1980 bis 2006 haben sich die Bestände fast halbiert.

Die Feldlerche benötigt zur Brutzeit offene Bodenstellen zur Nahrungssuche, zum An- und Abflug und nach Regenperioden zum „Sonnen“. Insgesamt haben sich bisher in Herxheim neun Landwirte beteiligt und auf 24 Äckern 42 Fenster angelegt.

Das dritte Projekt „Herxheim blüht“ ist auch optisch das schönste. Auf über 63,6 Hektar haben 22 Herxheimer Landwirte und Winzer Blühflächen mit der extra angemischten und immer wieder verbesserten „Herxheimer Sommermischung“ angesät. Diese Fläche entspricht rund 4 Prozent der bewirtschaftete Fläche.

Das Projekt ist Teil der „Biodiversitätsstrategie“ der Gemeinde Herxheim und soll einen Betrag leisten für mehr Artenvielfalt und Schaffung von Lebensraum für Nützlinge aller Art. Die Blühstreifen und Feldlerchenfenster werden von der BASF und Diplom-Biologe Matthias Kitt wissenschaftlich begleitet.

Man könne nicht immer nur ausbeuten, sagte Matthias Detzel, 1. Vorsitzender Bauernvereins Herxheim, sondern müsse auch an die nachfolgenden Generationen denken.

Dass der Rückgang der Arten dramatisch sei, bestätigte auch Hans Müller, Herxheimer Beigeordneter und Landwirtschaftsmeister, der zusammen mit der Arbeitsgruppe die Vorhaben koordiniert.

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Drei Säulen

Auf drei Säulen fußt die Herxheimer Biodiversitätsstrategie: Erstens leistet die Kommune ihren Beitrag und weist beispielsweise Eh-da Flächen aus (Flächen, die „eh da“ sind, zum Erhalt und Förderung von Biodiversität nutzen, Anm.d.Red.), gestaltet öffentliche Grünflächen nach biologischen Gesichtspunkten oder legt Streuobstwiesen an.

Die zweite Säule ist die Landwirtschaft, die die oben genannten Projekte als größter Flächenbewirtschafter trägt. Dazu kommt noch das Anlegen von Ackerrandstreifen, die Herausnahme von unproduktiven Flächen aus der Produktion oder Schutzstreifen entlang wasserführender Gräben.

Die dritte Säule sind die Bürger selbst. Jeder könne sich im Rahmen seiner Möglichkeiten einbringen einbringen, sagte Müller. 60 bis 70 Prozent aller privaten Gärten seien Steingärten. Blühbeete im Garten, Anlegen von Trockenmauern und Steinlesehaufen, Aufstellen von Insektenhotels oder Anpflanzen von heimischen Sträuchern und Bäumen seien einige Möglichkeiten. „Wir freuen uns natürlich auch über Engagement und neue Ideen in und für unsere Arbeitsgruppe“, so Müller.

Am 30. Juni vergibt die Ortsgemeinde erstmals einen „Artenvielfaltpreis“, der von Landrätin Theresia Riedmaier überreicht wird. Einige wenige Landwirte machen noch nicht mit beim Projekt ´Flora und Fauna retten´. Das finden Detzel und Müller äußerst schade: Man hätte gerne alle mit im Boot. (cli)

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